Gesundheitsportal
Inhaltsbereich
Blutdruckmessung beim Arzt © WavebreakmediaMicro

Schaufensterkrankheit: Diagnose & Therapie

Eine PAVK lässt sich einerseits in einem ausführlichen Gespräch mit der Ärztin/dem Arzt sowie durch eine Reihe von Untersuchungen diagnostizieren. Im Zentrum der Behandlung stehen die Therapie der vaskulären Risikofaktoren sowie der Begleiterkrankungen, die Verbesserung der Durchblutung und damit die Verhinderung eines Fortschreitens der PAVK . . .

Diagnose

Zunächst führt die Ärztin/der Arzt mit der/dem Betroffenen ein ausführliches Gespräch (Anamnese) über deren/dessen Krankengeschichte, das Beschwerdebild und mögliche Risikofaktoren. Es folgt eine körperliche Untersuchung, insbesondere der Beinarterien. Als weiterführende Untersuchungen kommen in erster Linie Dopplerdruckmessung, elektronische Pulsmessung (Oszillographie) sowie bildgebender Ultraschall (farbkodierte Duplex-Sonographie) zum Einsatz. Ist eine farbkodierte Duplex-Sonographie nicht verfügbar oder sind die Befunde nicht eindeutig, sind zusätzliche bildgebende Verfahren wie z.B. Computertomographie- oder Magnetresonanz-Angiographie erforderlich.

Der Knöchel-Arm-Index (englisch: ankle brachial index , ABI) wird durch Blutdruckmessung an allen Gliedmaßen ermittelt und erlaubt die Diagnose sowie die Beurteilung des Schweregrades einer PAVK. ABI-Werte unter 0,9 gelten als Nachweis für das Vorliegen einer PAVK. Bei erniedrigtem ABI haben die Betroffenen ein erhöhtes Risiko für zukünftige Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems. Sämtliche Diagnoseverfahren sind schmerzlos und können ambulant, auch in vielen Ordinationen, durchgeführt werden. Zur Objektivierung der Beschwerden und der Gehstrecke sowie zur Behandlungskontrolle sind Belastungsuntersuchungen hilfreich, beispielsweise auf einem Laufband. Dabei werden die schmerzfreie und maximale Gehstrecke, die Gehzeit sowie der Knöcheldruck nach Belastung gemessen.

Die Säulen der Behandlung

Vorrangige Ziele der PAVK-Therapie sind die Behandlung der vaskulären Risikofaktoren und der Begleiterkrankungen sowie die Verbesserung der Durchblutung, um ein Fortschreiten der PAVK zu verhindern. Je nach Erkrankungsstadium stehen dabei die Risikoreduktion kardiovaskulärer Erkrankungen, die Verbesserung von Belastbarkeit, Gehleistung und Lebensqualität oder der Erhalt der betroffenen Gliedmaße im Vordergrund. Durchblutungsstörungen müssen gezielt behandelt werden.

Dazu stehen verschiedene Optionen zur Verfügung, die häufig auch kombiniert eingesetzt werden. In jedem Fall hängt der langfristige Erfolg davon ab, wie konsequent Risikofaktoren vermieden bzw. reduziert werden.

  • Basistherapie: Diese umfasst Gehtraining, Gewichtsreduktion bei Übergewicht, Rauchstopp sowie die Behandlung von Bluthochdruck, Hypercholesterinämie und Diabetes mellitus. Bei Fehlernährung und/oder Bewegungsmangel wird eine Lebensstiländerung empfohlen.
  • Bewegungstherapie: Im Frühstadium stehen strukturiertes Gehtraining unter Aufsicht und regelmäßiger Anleitung sowie Gefäßtraining („Gefäßsport“) im Vordergrund. Ein Gefäßtraining soll mindestens dreimal wöchentlich in Übungseinheiten von 30 bis 60 Minuten über einen Zeitraum von mindestens drei Monaten erfolgen. Günstig wirkt auch allgemeine körperliche Aktivität wie z.B. Radfahren, Treppensteigen oder Zehenstandsübungen. Regelmäßigkeit ist in jedem Falle wichtiger als Intensität. Ziel ist es, die Bildung neuer Blutgefäße zu fördern, die einen verstopften Gefäßabschnitt umgehen und die Muskulatur wieder mit Sauerstoff versorgen können. Damit sollen die Beschwerden verringert und die Gehstrecke verlängert werden. Das Bewegungsprogramm muss mit der Ärztin/dem Arzt abgestimmt werden. Bei Ruheschmerzen oder geschädigtem Gewebe kommt Bewegungstraining meist nicht mehr infrage.
  • Medikamente: Thrombozytenfunktionshemmer, Gerinnungshemmer (Antikoagulantien) sollen eine Verschlechterung des Krankheitsbildes hintanhalten. Durchblutungsfördernde Substanzen werden eingesetzt, um die Gehleistung und damit die Lebensqualität zu verbessern.
  • Lumeneröffnende Therapieverfahren: Es besteht die Möglichkeit, eine verengte oder verschlossene Arterie zu erweitern oder eine „Umleitung“ um die Engstelle zu legen. Welche Option gewählt wird, hängt unter anderem vom Ausmaß der Erkrankung und dem Sitz der Gefäßverengung ab.
    • Ballondilatation (perkutane transluminale Angioplastie, PTA): Dabei wird ein Katheter durch die Engstelle geschoben und ein Ballon aufgepumpt, der die atherosklerotischen Polster zurückdrängt und das Gefäß erweitert. Zusätzlich kann ein Stent eingesetzt werden, um einen Wiederverschluss der Arterie zu verhindern.
    • Bypassoperation: Die Engstelle wird im Rahmen eines gefäßchirurgischen Eingriffes durch eine Umleitung umgangen.

  • Pflege der Beine und Füße: Aufgrund der eingeschränkten Durchblutung können selbst kleinste Verletzungen schlechter heilen und hartnäckige Infektionen entstehen. Daher sollten Sie Ihre Beine und Füße sorgfältig pflegen und Verletzungen möglichst vermeiden. Außerdem sollten Sie keine engen Schuhe oder Strümpfe tragen und die Beine im Sitzen nicht übereinander schlagen. Besonders vorsichtig sollten Diabetikerinnen/Diabetiker sein, da ihre Schmerzempfindlichkeit vermindert sein kann. Verletzungen können dadurch leichter entstehen und später entdeckt werden. Eine tägliche Kontrolle der Haut an den Beinen und Füßen ist hier besonders wichtig.
  • Therapie von Geschwüren: Neben einer Verbesserung der Durchblutung sollten aufgetretene Wunden bzw. Geschwüre lokal behandelt werden und für eine Druckentlastung gesorgt werden. Bei Anzeichen einer Infektion (v.a. Rötung, Schwellung, Schmerzen, ev. Fieber) ist eine antibiotische Therapie notwendig.

Wohin kann ich mich wenden?

Bei Verdacht auf PAVK sollte eine Ärztin/ein Arzt für Allgemeinmedizin oder eine Ärztin/ein Arzt für Innere Medizin mit Spezialisierung auf dem Gebiet der Gefäßkrankheiten (Angiologie) aufgesucht werden. Durch frühzeitige Diagnose und Therapie können das Fortschreiten der Erkrankung gebremst und Komplikationen wie beispielsweise die Amputation einer Gliedmaße oder eines Gliedmaßenteiles vermieden werden.

Hinweis Suchen Sie sofort eine Ärztin/einen Arzt auf, wenn Sie Verletzungen bemerken, sich Ihr Befinden verschlechtert oder neue Beschwerden auftreten.

Wie erfolgt die Abdeckung der Kosten?

Alle notwendigen und zweckmäßigen Therapiemaßnahmen werden von den Krankenversicherungsträgern übernommen. Grundsätzlich rechnet Ihre Ärztin/Ihr Arzt bzw. das Ambulatorium direkt mit Ihrem Krankenversicherungsträger ab. Bei bestimmten Krankenversicherungsträgern kann jedoch ein Selbstbehalt für Sie anfallen (BVA, SVA, SVB, VAEB).

Sie können allerdings auch eine Wahlärztin/einen Wahlarzt (d.h. Ärztin/Arzt ohne Kassenvertrag) oder ein Privatambulatorium in Anspruch nehmen. Nähere Informationen finden Sie unter Kosten und Selbstbehalte.

Wenn ein Krankenhausaufenthalt erforderlich ist

Für die Behandlung kann mitunter ein Krankenhausaufenthalt erforderlich sein. Dabei wird über die Krankenhauskosten abgerechnet. Von der Patientin/dem Patienten ist pro Tag ein Kostenbeitrag zu bezahlen. 

Weitere Informationen erhalten Sie unter Was kostet der Spitalsaufenthalt?

Drucken RSS-Feed Teilen Feedback
Zum Seitenanfang springen Transparente Grafik zwecks Webanalyse