Gesundheitsportal
Inhaltsbereich
Lasertherapie beim Hautarzt © danr13

Rosacea: Diagnose & Therapie

Das charakteristische Krankheitsbild ermöglicht meistens eine rasche Blickdiagnose ohne die Notwendigkeit spezifischer Untersuchungen. Die Behandlung besteht in der Vermeidung von individuellen Provokationsfaktoren. Dabei handelt es sich um Faktoren, die bei der/dem Betroffenen mit der Auslösung von Schüben bzw. einer Krankheitsverschlimmerung in Verbindung gebracht werden. Daneben stehen verschiedene Medikamente zur lokalen Anwendung (topisch) oder zum Einnehmen (systemisch) zur Auswahl . . .

Die Diagnose erfolgt anhand der typischen Hautveränderungen wie Hautrötungen, erweiterte Gefäße, Pusteln, Papeln oder Hautveränderungen. Gegebenenfalls ist die mikroskopische Untersuchung einer Gewebeprobe erforderlich, insbesondere um Krankheiten mit ähnlichem Erscheinungsbild wie z.B. Akne ausschließen zu können.

Therapie

Individuelle Provokationsfaktoren können durch allgemeine Maßnahmen vermieden werden und tragen so zur Linderung oder Verhinderung von Schüben bei. Darüber hinaus kann eine medikamentöse Therapie zum Einsatz kommen.

Allgemeine Maßnahmen

Folgende Verhaltensmaßnahmen werden u.a. empfohlen:

  • Kosmetika: Die Produkte sollten wenig fetthaltig und gut verträglich sein. Zu vermeiden sind Gesichtswasser oder andere Präparate, die Menthol, Kampfer, Hamamelis, Natriumlaurylsulfat bzw. Adstringenzien enthalten sowie wasserfeste Kosmetika.
  • Ernährung: Auch wenn keine spezielle Rosazea-Diät empfohlen werden kann, sollten Faktoren vermieden werden, die zu einer Gefäßerweiterung und Flushsymptomatik im Gesicht führen, z.B. Alkohol, scharf gewürzte Speisen und heiße Getränke.
  • Körperhygiene: Auf aggressive Reinigungssubstanzen sollte verzichtet werden, insbesondere auf Seifen, weil sie alkalisch sind und den pH-Wert der Haut erhöhen. Dies kann zu Hautreizungen führen. Auch zu kaltes oder zu heißes Wasser sollte vermieden werden.
  • Sonnenschutz: Auf geeigneten ölfreien Schutz vor UV-Strahlung ist zu achten. Manche Expertinnen/Experten empfehlen physikalische Sonnenblocker (Titandioxid, Zinkoxid), da diese besonders verträglich sein sollen.

Medikamente

  • Eine lokale Behandlung ist bei Schweregrad I und II in vielen Fällen ausreichend. Dafür stehen in erster Linie Arzneimittel mit Metronidazol und Azelainsäure zur Verfügung.
  • Eine systemische Therapie kommt insbesondere bei schweren bzw. mit lokalen Medikamenten nicht ausreichend behandelbaren Formen der Rosazea infrage. Im Vordergrund steht die Anwendung von Antibiotika (v.a. Doxycyclin) und das Vitamin-A-Säure-Derivat Isotretinoin.
  • Eine Kombinationstherapie aus lokalen und systemischen Medikamenten kommt insbesondere bei schweren Formen häufig zum Einsatz.
  • Die Rosacea hat als chronisch-entzündliche Gesichtsdermatose die Tendenz, nach Absetzen der Behandlung erneut aufzutreten. Durch intensive systemische oder topisch-systemische Kombinationstherapie erreichte Verbesserungen des Hautzustandes können häufig mittels topischer Erhaltungstherapie über längere Zeit erhalten werden.

Weitere Therapieoptionen

  • Photodynamische Therapie (PDT): Konnte auch bei verschiedenen Formen der Rosacea in einzelnen Fällen, aber auch kleinen Fallserien nach zwei- bis viermaliger Anwendung gute Ergebnisse erbringen. Die Wirksamkeit geht vermutlich unter anderem auf eine Stimulierung des Immunsystems sowie einen antimikrobiellen Effekt zurück.
  • Lasertherapie: Kann erweiterte Äderchen (Teleangiektasien) und Rötungen (Erythem) verbessern und auch zur Abtragung von Phymen eingesetzt werden. Allgemein ist die Wirkung auf Teleangiektasien und flächige Erytheme (Rötungen) sehr gut. Die verschiedenen Lasermethoden sind relativ gut verträglich. Hellere Hautstellen (Hypopigmentierungen), Narben, Blasenbildung und Schmerzen sind nur sehr seltene Nebenwirkungen.
  • Intensiv gepulste Lichtquelle (IPL): Dabei wird ein größeres Spektrum von Wellenlängen verwendet. Diese Methode eignet sich insbesondere auch zur Behandlung größerer Flächen (Erytheme).
  • Operation: Eine chirurgische Korrektur von Phymen gilt als aussichtsreichste Behandlungsmaßnahme.

Behandlung von Sonderformen

  • Ophthalmorosazea (okuläre Rosacea): Bei leichteren Formen kann eine sogenannte Lidrandhygiene hilfreich sein. Dabei werden die Lidränder angewärmt und anschließend angestaute Sekrete der Talgdrüsen (Meibomsche Drüsen) entfernt. Zusätzlich können möglichst gelige, fetthaltige Tränenersatzmittel angewendet werden.
    Zur Linderung der Entzündung können lokal Cyclosporin, Azithromycin oder Pimecrolimus, in hartnäckigen Fällen auch Doxycyclin (oral) angewendet werden.
  • Rosacea fulminans: Als Therapie werden Isotretinoin (oral) und Glukokortikoide (lokal oder oral) gegeben. Die gramnegative Rosacea wird mit systemischer niedrigdosierter Gabe von Isotretinoin behandelt. Bei Steroidrosacea werden die Glukokortikoide komplett abgesetzt. Stattdessen werden topisch Calcineurininhibitoren sowie systemisch Antibiotika und niedrigdosiertes Isotretinoin verabreicht.

Wohin kann ich mich wenden?

Bei Auftreten von entzündlichen Hautveränderungen können Sie sich an folgende Stellen wenden:

  • Ärztin/Arzt für Allgemeinmedizin,
  • Fachärztin/Facharzt für Haut- und Geschlechtskrankheiten,
  • Fachärztin/Facharzt für Kinder- und Jugendheilkunde.

Wie erfolgt die Abdeckung der Kosten?

Die Kosten für Diagnose, medikamentöse und chirurgische Therapie werden in der Regel von den Krankenversicherungsträgern übernommen. Grundsätzlich rechnet Ihre Ärztin/Ihr Arzt bzw. das Ambulatorium direkt mit Ihrem Krankenversicherungsträger ab. Bei bestimmten Krankenversicherungsträgern kann jedoch ein Selbstbehalt für Sie anfallen (BVA, SVA, SVB, VAEB). Sie können allerdings auch eine Wahlärztin/einen Wahlarzt (d.h. Ärztin/Arzt ohne Kassenvertrag) oder ein Privatambulatorium in Anspruch nehmen. Nähere Informationen finden Sie unter Kosten und Selbstbehalte.

Hinweis Rein kosmetische Behandlungen sind von der Patientin/dem Patienten selbst zu bezahlen.

Drucken RSS-Feed Teilen Feedback
Zum Seitenanfang springen Transparente Grafik zwecks Webanalyse