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Schuppenflechte am Haaransatz © Farina3000

Psoriasis: Formen

Schuppenflechte kann neben der Psoriasis vulgaris in anderen Erscheinungsformen auftreten und auch unterschiedliche Verläufe haben. Sie unterscheiden sich häufig anhand der Ausbruchstellen und Art der Läsionen voneinander. Die genaue Bestimmung der Psoriasis ist für die Auswahl einer geeigneten Therapie wichtig . . .

Psoriasis der Kopfhaut

Bei mehr als 70 Prozent der Patientinnen und Patienten mit Psoriasis vulgaris sind auch Herde auf dem behaarten Kopf vorhanden (Psoriasis capitis). Sie können lokal begrenzt oder großflächig auftreten und überschreiten typischerweise den Haaransatz. Die Herde sind stark schuppend und entzündlich gerötet. Ein gelegentlich auftretender Haarausfall bildet sich meistens nach erfolgreicher Behandlung wieder zurück. Juckreiz ist fast immer vorhanden.

Als Basistherapie dienen Shampoos mit schuppenlösender Wirkung. Bei sehrtarken, fest sitzenden Schuppen kann eine Vorbehandlung mit auswaschbaren, emulgierenden Cremes oder Lösungen mit Salicylsäure oder Ölen erfolgen. Lösungen oder Schäume mit Kortikoiden  Nebennierenhormone (möglichst ohne Alkohol!) stellen die wirksamste Therapie dar insbesondere bei Juckreiz. Für die längerfristige Anwendung eignen sich ergänzende Präparate mit Vitamin-D3-Abkömmlingen. Patientinnen und Patienten berichten von guten Erfahrungen mit UV-Lichtkämmen. Vor deren Verwendung müssen die Schuppen beseitigt sein.

Psoriasis guttata

Typisch für die Psoriasis guttata (tropfenförmige Psoriasis) sind bis zu linsengroße, rote und leicht schuppende Veränderungen an der gesamten Hautoberfläche. Diese Form tritt häufig im Kindes- oder Jugendalter auf – bevorzugt nach Infekten, besonders nach Streptokokkeninfektionen (Mandelentzündung oder Scharlach). Auslöser können auch Medikamente sein, z.B. Lithium, Betablocker, ACE-Hemmer, Chloroquin/Hydroxychloroquin. Eine Psoriasis guttata kann in eine Psoriasis vulgaris übergehen, aber auch vollständig abheilen.

Psoriasis in den Körperfalten

Von Psoriasis intertriginosa am häufigsten betroffen sind

  • Achselhöhlen,
  • Hautfalten in der Leistengegend (Inguinalfalten),
  • die Haut unter der weiblichen Brust, am Nabel und in der Analfalte (Pofalte).
  • Bauchfalten bei Übergewicht.

Bei Körperfalten liegt Haut an Haut, daher sind diese Stellen meist feucht. Dadurch können sich die Schuppen leicht ablösen. Meist ist nur ein hochroter, glänzender Herd erkennbar.

Psoriasis inversa

Die Hautveränderungen betreffen vorwiegend die Beugen der großen Gelenke (z.B. in den Kniegelenksbeugen) ohne gleichzeitige Erkrankung der Gelenksstreckseiten. Diese Form ist sehr selten und geht mit schwerwiegenden Entzündungen einher.

Pustulöse Psoriasis

Bei den pustulösen Erscheinungsformen der Psoriasis werden unterschieden:

Generalisierte Formen (befallen die gesamte Körperoberfläche):

  • Psoriasis pustulosa generalisata: zunächst einzeln stehende, später meist zusammenfließende Pusteln auf der gesamten Körperoberfläche mit Fieber, starkem Krankheitsgefühl und Schwellung der Lymphknoten.
  • Psoriasis cum pustulatione: explosionsartiges Auftreten von Pusteln im Bereich bestehender Herde von Psoriasis vulgaris (wenn sich diese akut verschlimmert).

Lokalisierte Formen beschränken sich auf bestimmte Körperregionen:

  • Pustulosis palmoplantaris (PPP): Bei dieser genetisch eigenständigen Erkrankung kommt es an Handflächen und/oder Fußsohlen zur Ausbildung von Pusteln mit teilweise lakunenartiger Verbreitung. Bei großer Fläche und vielen frischen gelben Pusteln ist die Erkrankung schmerzhaft und schränkt das Gehen oder Greifen deutlich ein. Die Rückfallquote der Erkrankung ist sehr hoch. Rauchen kann sich neagtiv auswirken.
  • Acrodermatitis continua suppurativa (Hallopeau): Bei dieser sehr seltenen Erkrankung kommt es an den Spitzen der Extremitäten (akral) zur Ausbildung von sogenannten Pustelseen mit starker Entzündung, die schnell zum Verlust des Nagels und der Nagelmatrix führt. Die Knochen der Finger- und Zehenendgelenke können im Verlauf der Erkrankung zerstört werden.

Psoriasis der Nägel

Bei vielen Patientinnen/Patienten mit Psoriasis sind die Finger- und/oder Fußnägel mehr oder weniger auffällig verändert. Noch häufiger ist eine Erkrankung der Nägel bei gleichzeitiger Psoriasisarthritis. In der Regel sind mehrere Nägel an Händen und Füßen beidseitig gleichzeitig erkrankt.

Es gibt unterschiedliche Veränderungen an den Nägeln: Der Nagel verdickt sich und bildet Narben auf seiner Oberfläche, sodass er einem Fingerhut ähnelt. In vielen Fällen kann der Nagel leicht vom Finger bzw. von der Zehe abgelöst werden. Weiters kann sich die Nagelunterhaut verdicken, in Längsrichtung können Risse und in Querrichtung Linien auftreten. Außerdem kommt es zu Verfärbungen mit gelblichen oder lachsfarbenen Bereichen. Manchmal nehmen die Nägel eine weißliche oder undurchsichtige Färbung an. Dabei kann der Nagel brüchig oder krümelig werden. Die Nägel können abfallen oder zerstört werden. Die Entzündung kann sich auch unter das Nagelbett ausdehnen, sodass die Läsionen keinen Luftkontakt haben und daher nur schwer abheilen.

Psoriatische Erythodermie

Die gesamte Haut ist erkrankt, entzündlich gerötet und zeigt meistens eine eher feine, lockere Schuppung. Die Erythodermie ist die seltenste und gleichzeitig schwerste Form der Psoriasis vulgaris. Oft besteht heftiger Juckreiz. Die Patientinnen/Patienten fühlen sich sehr krank, haben Fieber, sind abgeschlagen, klagen über Gewichtsverlust und schmerzende Gelenke. Die Lymphknoten sind geschwollen.

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