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Neurodermitis: Therapie

Die Behandlung der Neurodermitis orientiert sich individuell an den Hautveränderungen und deren Schweregrad. Mit einem umfassenden Therapiekonzept gelingt es in den meisten Fällen, die Beschwerden zu lindern, bestehende Hautveränderungen zum Abheilen zu bringen und das Risiko für erneute Schübe zu verringern . . .

Eine erfolgreiche Neurodermitistherapie stützt sich auf folgende Maßnahmen:

  • Reduktion oder Vermeidung individueller Provokationsfaktoren,
  • medikamentöse Therapie (Basistherapie und Zusatztherapie) und
  • nicht medikamentöse Therapien.

Provokationsfaktoren reduzieren & vermeiden 

Sind Provokationsfaktoren als Auslöser oder Verstärker der Krankheit bekannt, sollten diese – wenn möglich – konsequent vermieden werden (siehe auch Kapitel Prävention). Diese werden im Zuge der Erstanamnese oder durch eine Allergietestung ermittelt.

Die Basistherapie verfolgt vor allem das Ziel, die Hauttrockenheit und damit verbundene Beschwerden (v.a. Juckreiz) zu verringern. Bei Bedarf wird je nach Schweregrad der Erkrankung eine entzündungshemmende und juckreizstillende Therapie ergänzt. Antiseptische und antibiotisch wirkende Medikamente sowie Substanzen, die das körpereigene Abwehrsystem beeinflussen (Immunmodulatoren), kommen bei schweren Formen zur Anwendung.

Vier-Stufen-Therapie nach Schweregraden

Die Intensität der Behandlung wird nach aktuellem Befund gemäß eines Vier-Stufen-Schemas adaptiert. Mitentscheidend ist, ob die Hautveränderungen seit Kurzem bestehen (akuter Entzündungszustand) oder bereits seit mehreren Wochen oder sogar Monaten vorhanden sind (chronischer Entzündungszustand). Berücksichtigt werden auch Alter und Leidensdruck der Betroffenen sowie der Verlauf und die Lokalisation der Hautveränderungen.

Stufe 1: Trockene Haut

Als topische Basistherapie dienen hautreinigende Mittel sowie feuchtigkeitsspendende und rückfettende Pflegesubstanzen, die einen Film auf der Hautoberfläche bilden. Dadurch wird der Wasserverlust reduziert und die Austrocknung der Haut verhindert (Emollientien). Diese Basistherapie sollte auch in symptomfreien Intervallen aufrechterhalten werden, weil sie der effektivste Schutz vor dem nächsten Schub ist.

Ein weiteres wichtiges Basistherapieprinzip ist besonders bei kleinen Kindern das Verwenden von speziellen Ölbädern (Balneotherapie). Kinder sollten nicht zu oft gewaschen werden. Speziell für Neurodermitispatientinnen/-patienten entwickelte Produkte sollten bevorzugt verwendet werden. Gewöhnliche kosmetische Feuchtigkeitscremes haben aufgrund des hohen Wassergehalts meistens nicht die gewünschte Wirkung. Weiters sollte auf die Vermeidung oder Reduktion von Provokationsfaktoren geachtet werden.

Stufe 2: Leichte Ekzeme

Zusätzlich zu den Maßnahmen der Stufe 1 werden juckreizstillende und antiseptische Wirkstoffe plus schwach bis mittelstark wirksame lokale (= topische) Glukokortikoide („Kortison“) verordnet. Bei Unverträglichkeit oder nicht ausreichender Wirksamkeit bzw. bei besonderen Körperstellen wie Gesicht und/oder eher feuchten Regionen wie Finger- und Zehenzwischenräumen, Leistenbeugen, Achselhöhlen, Pofalte können alternativ oder zusätzlich topische Calcineurininhibitoren verordnet werden. Eine UV-Therapie kann ab Stufe 2 zur Anwendung kommen, sollte jedoch im Kindesalter nicht eingesetzt werden.

Stufe 3: Moderate Ekzeme

Zusätzlich zu den Maßnahmen der Stufen 1 und 2 werden stark bis sehr stark wirksame topische Glukokortikoide und/oder Calcineurininhibitoren eingesetzt.

Stufe 4: Persistierende (fortbestehende), schwer ausgeprägte Ekzeme

Zusätzlich zu den Maßnahmen der Stufen 1 bis 3 wird eine systemische immunmodulatorische Therapie (Substanzen, die das körpereigene Abwehrsystem beeinflussen) angewandt.



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