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Symbolfoto Hautbild © kei907

Lipödem

Das Lipödem bezeichnet eine Störung der Fettverteilung. Es kommt zu einer lokalen Vermehrung des Unterhautfettgewebes. Dies zeigt sich an Beinen und/oder Armen, die einen deutlichen proportionalen Unterschied zu den angrenzenden Körperbereichen aufweisen. Die Erkrankung ist chronisch und fortschreitend. Sie tritt hauptsächlich bei Frauen auf. Meist beginnt das Lipödem im Zuge hormoneller Umstellungen, z.B. durch Pubertät, Schwangerschaft, Klimakterium. Männer sind äußerst selten betroffen, z.B. bei einer hormonellen Therapie oder Hormonstörungen. Im allgemeinen Sprachgebrauch werden bestimmte körperliche Veränderungen beim Lipödem auch als „Reiterhosen-Syndrom“ bezeichnet . . .

Symptome

Das Lipödem zeigt sich an:

  • Ober- oder Unterschenkeln oder am ganzen Bein,
  • Ober- oder Unterarmen oder am ganzen Arm, 
  • oft kommen Mischformen vor.

Sehr selten sind ausschließlich die Arme betroffen, Hände und Füße gar nicht. Die körperlichen Veränderungen treten beidseitig auf.

Zudem kommt es zu

  • Berührungs- und Druckschmerzen, aber auch spontanen Schmerzen,
  • Neigung zu Hämatomen (blauen Flecken),
  • im Laufe der Erkrankung zu Wulstbildungen – meist an Oberschenkel- und Knieinnenseiten. 

Infolge der Erkrankung und durch Scheuereffekte (beispielsweise an den Oberschenkeln) leiden Betroffene außerdem unter chronisch gereizter Haut und Infektionen. Zudem treten orthopädische Probleme auf. Es kann zu Ödemen kommen. Neben dem Lipödem bestehen teils weitere Erkrankungen bzw. Beschwerden, z.B. durch Adipositas, Lymphödem.

Das Lipödem kann unterteilt werden in:

  • Stadium 1: Hautoberfläche ist glatt, Unterhautfettgewebe gleichmäßig verdickt.
  • Stadium 2: Hautoberfläche wellenartig, Unterhautfettgewebe verdickt, knotenartige Verdickungen.
  • Stadium 3: starke Zunahme des Umfanges, überhängendes Gewebe (sogenannte Wammen).

Diagnose

Die Ärztin/der Arzt orientiert sich an der Krankengeschichte. Die Haut wird untersucht und verschiedene weitere Untersuchungen werden durchgeführt und Laborwerte erhoben. Um ev. Ödeme und Erkrankungen abzuklären, werden beispielsweise Untersuchungen wie EKG, CT, MRT oder Lymphographie vorgenommen.

Untersuchungen sind zudem notwendig, um die Therapie zu kontrollieren und anzupassen. Unter anderem sind dafür BMI, WHR, WTR, Umfang- und Volumenmessung der Extremitäten und Bewegungsverhalten wesentlich.

Therapie

Durch die Therapie können Beschwerden gebessert (Ödeme, Schmerzen) und mögliche Komplikationen verhindert werden. Die Therapie besteht aus:

  • Kompression,
  • manuelle Lymphdrainage,
  • apparative intermittierende Kompression,
  • Bewegungstherapie,
  • Ev. Ernährungsumstellung und Gewichtsreduktion,
  • Hautpflege,
  • Liposuktion (Fettabsaugung)/Plastisch-chirurgische Eingriffe sowie
  • ev. Psychotherapie.

Wohin kann ich mich wenden?

Ansprechpersonen sind unter anderem die Hausärztin/der Hausarzt. Involviert sind meist Ärztinnen/Ärzte verschiedener Fachrichtungen bzw. mit verschiedenen Spezialisierungen, z.B. Haut- und Geschlechtskrankheiten, Innere Medizin, Gefäßmedizin, Plastische, Rekonstruktive und Ästhetische Chirurgie.

Zudem sind Diätologinnen/Diätologen, medizinische Masseurinnen/medizinische Masseure und Physiotherapeutinnen/Physiotherapeuten beteiligt.

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