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Mann mit Nackenkrause © auremar

Schleudertrauma: Diagnose & Therapie

Nicht immer lässt sich ein Schleudertrauma äußerlich nachweisen, so dass dieses Krankheitsbild insbesondere bei Fremdverschulden hinsichtlich eventueller Schmerzensgeldklagen immer wieder stark umstritten erscheint. Daher ist eine möglichst exakte Diagnose erforderlich. Die Therapie richtet sich nach dem festgestellten Schweregrad der Verletzung. Unterschieden werden insgesamt vier Schweregrade der Verletzung, wobei die Übergänge fließend sind . . .

Diagnose

Im Gespräch mit der Ärztin/dem Arzt werden die Ursache und die Beschwerden erhoben. Durch eine körperliche Untersuchung wird das genaue Ausmaß der Erkrankung ermittelt. Die Feststellung der Augenbeweglichkeit kann Hinweise auf eine Gehirnerschütterung liefern. Gegebenenfalls werden Begleitverletzungen z.B. an der Wirbelsäule, den Knochen oder im Schädel-Hirn-Bereich festgestellt. Dies erfolgt meist mittels Röntgen. Bei Verdacht auf eine Verletzung des Nervensystems können neurologische Untersuchungen wie die Messung der Nervenleitgeschwindigkeit (NLG), die Elektromyographie (EMG) erforderlich sein. In seltenen Fällen können die Darstellung des Gehirns mittels MRT oder CT, eine Ultraschalluntersuchung der großen Halsarterie oder eine Liquordiagnostik notwendig werden.

Klassifikation

Die Einteilung erfolgt international zunehmend in Anlehnung an die Quebec Tasc Force. Als HWS-Beschwerden werden Schmerzen in der Hals- oder Nackenmuskulatur oder im passiven Bewegungsapparat bezeichnet.

Unterschieden werden vier Schweregrade der Verletzung, wobei die Übergänge fließend sind:

  • Schweregrad 0: keine HWS-Beschwerden, keine objektivierbaren Ausfälle.
  • Schweregrad I: HWS-Beschwerden in Form von Schmerzen, Steifigkeitsgefühl oder Überempfindlichkeit, keine objektivierbaren Ausfälle.
  • Schweregrad II: HWS-Beschwerden in Form von Schmerzen, Steifigkeitsgefühl oder Überempfindlichkeit und Beschwerden der Muskulatur und des Skeletts (Bewegungseinschränkung, Überempfindlichkeit gegenüber Berührungen).
  • Schweregrad III: HWS-Beschwerden in Form von Schmerzen, Steifigkeitsgefühl oder Überempfindlichkeit und zusätzlichen neurologischen Beschwerden (abgeschwächte oder aufgehobene Muskeleigenreflexe, Lähmungen etc.).
  • Schweregrad IV:HWS-Beschwerden in Form von Schmerzen, Steifigkeitsgefühl oder Überempfindlichkeit und Bruch oder Fehlstellung der HWS .

Therapie

Bei leichten Verletzungen reicht es, den Nacken kurzfristig ruhig zu stellen. Bei Bedarf können entzündungshemmende und schmerzstillende Medikamente verordnet werden. Schwerere Schleudertraumen werden mittels Physiotherapie behandelt. Je nach Schwere der Verletzung vergehen die Schmerzen und die Steifheit im Nacken nach wenigen Tagen oder Wochen. Langzeitschäden treten nur äußerst selten auf.

In der Regel geht man – bei allen Schweregraden des Schleudertraumas – von einer Heilungsdauer von etwa einem Monat aus. Bei rund zehn Prozent dauern die Schmerzen (v.a. im Nackenbereich) mehrere Monate bis zu etwa einem halben Jahr an. In den meisten Fällen heilt ein Schleudertrauma ohne spätere Beeinträchtigungen ab. Nur etwa zwei bis drei Prozent der Betroffenen klagen noch zwei Jahre nach der Verletzung über starke Beschwerden.

Wohin kann ich mich wenden?

Patientinnen/Patienten können sich zur Abklärung eines Schleudertraumas an ihre Hausärztin/ihren Hausarzt wenden. Manchmal sind weitere Untersuchungen, z.B. bei einer Fachärztin/einem Facharzt für Orthopädie oder für Unfallchirurgie, notwendig.

Wie erfolgt die Abdeckung der Kosten?

Alle notwendigen und zweckmäßigen Therapien werden von den Krankenversicherungsträgern übernommen. Grundsätzlich rechnet Ihre Ärztin/Ihr Arzt bzw. das Ambulatorium direkt mit Ihrem Krankenversicherungsträger ab. Bei bestimmten Krankenversicherungsträgern kann jedoch ein Selbstbehalt für Sie anfallen (BVA, SVA, SVB, VAEB). Sie können allerdings auch eine Wahlärztin/einen Wahlarzt (d.h. Ärztin/Arzt ohne Kassenvertrag) oder ein Privatambulatorium in Anspruch nehmen. Nähere Informationen finden Sie unter Kosten und Selbstbehalte.

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