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Mann im Rollstuhl am Arbeitsplatz © auremar

Schlaganfall: Beruflicher Wiedereinstieg

Ein Schlaganfall ist keine Frage des Alters. Auch immer mehr junge Menschen erleiden heutzutage einen Schlaganfall. Doch bedeutet das auch gleichzeitig das „Aus“ für den Job? Die Auswirkungen eines Schlaganfalls sind individuell. Der Schweregrad ist abhängig vom Ausmaß der Schädigung im Gehirn. Eine Rückkehr in den alten Beruf ist für viele Schlaganfall-Betroffene infolge ihrer Behinderungen oft schwierig, aber nicht unmöglich. Dies ist die Aufgabe der beruflichen Rehabilitation . . .

Medizinische & soziale Rehabilitation

Entsprechend der Definition von „Rehabilitation“ durch die WHO und der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) versteht man unter Rehabilitation „die Summe jener aufeinander abgestimmten Maßnahmen, die darauf gerichtet sind, körperlich, geistig und/oder seelisch Behinderte bis zum höchsten, individuell erreichbaren Grad geistiger, sozialer, beruflicher und wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit herzustellen oder wiederherzustellen, damit sie einen angemessenen Platz in der Gemeinschaft finden“.

Grundsätzlich unterscheidet man drei Arten der Rehabilitation:

  • medizinische,
  • berufliche und
  • soziale Rehabilitation.

Ziel einer medizinischen Rehabilitation ist es, den Schlaganfallpatientinnen und -patienten die Rückkehr in ihr bisheriges soziales und auch berufliches Umfeld wieder zu ermöglichen. Ob eine Wiederaufnahme der früheren Tätigkeit möglich ist, hängt einerseits vom Arbeitsbereich und andererseits vom Ausmaß der Beeinträchtigung nach dem Schlaganfall ab. Dafür gibt es die berufliche Rehabilitation mit Adaptierung des Arbeitsplatzes oder Umschulungen.

Konnte im Rahmen der medizinischen Rehabilitation der Gesundheitszustand nur zum Teil wiederhergestellt werden, so stellt sich für Betroffene oft die Frage, wie sie ihren Alltag mit dieser Behinderung bewältigen können. Dies ist Aufgabe der sozialen Rehabilitation. Die sozialen Maßnahmen der Rehabilitation sind äußerst umfassend angelegt. Sie hat zum Ziel, Betroffene wieder in ihren gesammelten Platz in der Gesellschaft zu bringen.

Maßnahmen der sozialen Rehabilitation:

  • behindertengerechte Wohnraumadaptierung (z.B. Badezimmer, WC, Küche)
  • Ankauf bzw. behindertengerechte Adaptierung eines PKWs (wenn die Benützung öffentlicher Verkehrsmittel aufgrund der Behinderung unzumutbar ist)
  • Zuschuss zu den Kosten für die Erlangung einer Lenkerbefugnis

Die Unfallversicherungsträger können zudem auch Aktivitäten von gemeinnützigen Einrichtungen, welche die wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Interessen von Behinderten zum Ziel haben, im Rahmen ihrer finanziellen Möglichkeiten fördern. Dazu zählt auch der Behindertensport. Speziell für Jugendliche (nach Absolvierung der Schulpflicht) und Erwachsene nach erfolgter medizinischer Rehabilitation im Zusammenhang mit einem Schlaganfall bietet das BBRZ eine soziale Neurorehabilitation.

Berufliche Rehabilitation: Zurück in die Arbeitswelt

Eine Rückkehr in den alten Beruf ist für viele Schlaganfall-Betroffene infolge ihrer Behinderungen oft schwierig, aber nicht unmöglich. Dies ist die Aufgabe der beruflichen Rehabilitation.

Während die medizinische Rehabilitation zum Ziel hat, nach Unfall oder Krankheit die körperliche oder psychische Leistungsfähigkeit wiederherzustellen, steht bei der beruflichen Rehabilitation die Förderung der Wiedereingliederung am Arbeitsmarkt im Vordergrund.
Grundsätzlich stehen verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung, um beruflich wieder aktiv zu werden. Zum Bereich der beruflichen Rehabilitation gehören u.a. Leistungen zur Förderung der Arbeitsaufnahme, Leistungen, die eine berufliche Anpassung, Fortbildung, Ausbildung und Umschulung ermöglichen sowie Leistungen zur Erhaltung oder Erlangung eines Arbeitsplatzes.

Kann die frühere Tätigkeit wieder aufgenommen werden, lassen sich eventuell mit der Arbeitgeberin/dem Arbeitgeber beispielsweise Arbeitszeitanpassungen bzw. eine stufenweise Wiedereingliederung (Teilzeit) vereinbaren. Ist eine Rückkehr in den alten Job aufgrund der Folgeschäden nach dem Schlaganfall auszuschließen, stehen folgende Möglichkeiten zur Verfügung:

  • Umschulung und Übernahme eines neuen Aufgabenbereichs innerhalb des Betriebes
  • Umschulung und Wechsel in einen anderen Beruf

Eine spezielle Unterstützung für Personen nach einem Schlaganfall bietet unter anderem auch das BBRZ. Im Neuronetzwerk begleitet das BBRZ Menschen, die aufgrund einer Erkrankung oder eines Unfalles ihren (erlernten) Beruf nicht mehr ausüben können, auf ihrem Weg in einen neuen Job. Ziel ist die nachhaltige Integration in den Arbeitsmarkt.

Hinweis Die Anzahl an Unterstützungsmöglichkeiten ist groß und ändert sich laufend. Aus diesem Grund bietet das Programm fit2work eine niederschwellige, individuelle und kostenlose Beratung für alle Personen an, die ihren Beruf aus gesundheitlichen Gründen nur mehr eingeschränkt ausüben können oder aus gesundheitlichen Gründen arbeitslos wurden und wieder in den Arbeitsmarkt zurückkehren wollen. Mehr dazu finden Sie auf der Homepage von fit2work: www.fit2work.at

Informationen zu speziellen Förderungen der beruflichen Integration von behinderten Personen erhalten Arbeitgeberinnen/Arbeitgeber sowie Arbeitnehmerinnen/Arbeitnehmer unter „Förderung für Arbeitnehmer und Arbeitgeber“ .

Rechtliche Voraussetzungen

Maßnahmen der Rehabilitation aus der Pensionsversicherung werden Versicherten dann gewährt, wenn bereits

  • Invalidität (Arbeiter),
  • Berufsunfähigkeit (Angestellte),
  • Erwerbsunfähigkeit (Gewerbetreibende und Bauern)

vorliegt oder wenn ohne diese Maßnahmen Invalidität, Berufsunfähigkeit bzw. Erwerbsunfähigkeit in absehbarer Zeit eintreten würde. Diese werden auf entsprechenden Antrag des Versicherten, aber auch vom Pensionsversicherungsträger selbst veranlasst.

„Rehabilitation vor Pension“

Mit dem Strukturanpassungsgesetz 1996 wurde der Grundsatz „Rehabilitation vor Pension” gesetzlich verankert: Ein Antrag auf krankheitsbedingte Pension wegen geminderter Arbeits-(Erwerbs-)Fähigkeit gilt auch als Antrag auf Gewährung von Maßnahmen der Rehabilitation.

Der Pensionsversicherungsträger prüft im Falle eines Antrages auf Berufsunfähigkeits-, Invaliditäts- und Erwerbsunfähigkeitspension, ob die Wiedereingliederung in das Erwerbsleben durch die Gewährung von Rehabilitationsmaßnahmen erreicht werden kann. Im Antrag auf Heilverfahren muss die medizinische Notwendigkeit durch die behandelnde Ärztin/den behandelnden Arzt begründet werden.

Hinweis Für die Dauer der Rehabilitationsmaßnahmen wird anstelle der Berufsunfähigkeitspension ein sogenanntes Übergangsgeld in der Höhe der Pension ausbezahlt.

Ausführliche Informationen erhalten Sie auf den Website der Sozialversicherung und Pensionsversicherungsanstalt.

Wohin kann ich mich wenden?

Um Leistungen zur medizinischen, beruflichen oder sozialen Rehabilitation zu erhalten, müssen Betroffene einen Rehabilitations-Antrag stellen. Abzugeben ist der vollständig ausgefüllte Antrag entweder bei Ihrem Krankenversicherungsträger oder einem Pensions- oder Unfallversicherungsträger („Allspartenservice“).

Die Rehabilitation findet in speziellen Zentren statt – zuständig für Fragen und Anliegen rund um Rehabilitation sind die Pensionsversicherungsträger und für fit2work die Landesstellen des Sozialministeriumservice. Weitere Informationen zur Rehabilitation finden Sie unter help.gv.at.

Schutzbestimmungen für behinderte Menschen

Für Menschen mit Behinderung regelt das Behindertengleichstellungsgesetz (BEinsG) die Rechte und Pflichten im Rahmen von Dienstverhältnissen. Dazu zählen z.B.

  • die Beschäftigungspflicht für Arbeitgeberinnen/Arbeitgeber,
  • der Schutz vor Diskriminierung und
  • die Vertretung der Interessen von Menschen mit Behinderung im Betrieb durch Behindertenvertrauenspersonen.

Um Menschen mit einer Behinderung zu unterstützen, sind Begünstigungen gesetzlich geregelt. Diese sollen behinderten Menschen im beruflichen und privaten Alltag eine bessere Absicherung in beruflichen Belangen bieten. Dazu zählt der erhöhte Kündigungsschutz. Dadurch soll verhindert werden, dass die Betroffenen aufgrund ihrer Behinderung gekündigt werden. Bis zum Jahr 2014 gibt es aber für neue Dienstverhältnisse einen Ernstfall der Zustimmung des Behindertenausschusses, um die Arbeitgeber zur Einstellung von mehr behinderten Personen zu motivieren.

Neben dem Kündigungsschutz gelten folgende Schutzbestimmungen für begünstigte behinderte Menschen:

Voraussetzungen für die Anerkennung als „begünstigter Behinderter“

Unter begünstigten behinderten Menschen versteht man Personen, die nachweislich eine Behinderung im Ausmaß von 50 Prozent oder mehr haben. Die Feststellung des Behinderungsgrades erfolgt durch ärztliche Sachverständige des Bundessozialamtes.

Folgende Voraussetzung sind für die Anerkennung als „begünstigter Behinderter“ notwendig:

  • Behinderung im Ausmaß von 50 Prozent oder mehr
  • österreichische Staatsbürgerschaft bzw. EWR-Bürgerin/-Bürger

Ausführliche arbeitsrechtliche Informationen und kostenlose Beratung erhalten Sie bei

sowie auf den Website www.help.gv.at und www.usp.gv.at.

Unter den folgenden Links erhalten Sie Informationen zum Thema „Arbeiten trotz Behinderung“:

  • Careermoves: Career Moves ist eine österreichweite Online-Jobinitiative für Menschen mit Behinderung. Über die Career-Moves-Jobbörse haben Jobsuchende mit Einschränkung die Möglichkeit, sich völlig chancengleich zu bewerben.
  • ArbeitundBehinderung: Ein gemeinsames Portal von Arbeitgeber- und Arbeitnehmerorganisationen im Rahmen des EU-Jahres der Menschen mit Behinderung mit Best-Practice-Beispielen.
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