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Nervenuntersuchung © romaset
Nervenuntersuchung © romaset

Schlaffe Lähmung

Eine schlaffe Lähmung entsteht durch die Schädigung eines außerhalb des Rückenmarks gelegenen, sogenannten peripheren Nervs. Die Verbindung zwischen Gehirn und Muskel ist dadurch gestört oder unterbrochen. Je nach Stärke der Schädigung werden leichte, mittlere und starke Paresen sowie Paralysen unterschieden . . .

Eine schlaffe Lähmung wird auch als denervierte Lähmung oder periphere Lähmung bezeichnet. Sie ist u.a. durch folgende Merkmale gekennzeichnet:

  • Der Muskeltonus ist herabgesetzt oder nicht mehr vorhanden.
  • Die Reflexbereitschaft ist herabgesetzt oder nicht mehr vorhanden.
  • Leichtes passives Durchbewegen der betroffenen Muskulatur ist möglich.

Durch den Reizmangel kann die Muskulatur nicht ausreichend bewegt werden und bildet sich mit der Zeit zurück. Die Folge sind Kraft- und Funktionsverlust des Muskels sowie Durchblutungsstörungen der Haut.

Ursachen

Die Gründe für eine schlaffe Lähmung sind vielfältig. Unter anderem kommen folgende Ursachen für eine Nervenschädigung und damit einer gestörten Reizübertragung vom Rückenmark zum Muskel infrage:

Diagnose & Therapie

Nach einer ausführlichen Anamnese folgen körperliche und neurologische Untersuchungen. Dabei werden u.a. Bewegungsfähigkeit, Muskelkraft, Reflexe und Gefühlsempfindungen geprüft. Je nach Ergebnis bzw. Verdachtsdiagnose werden weiterführende Untersuchungen wie z.B. Blutlabor, Computertomographie, Kernspintomographie, Elektromyographie, Elektroneurographie und Elektroenzephalographie ergänzt. 

Der geschädigte Nerv selbst kann therapeutisch nicht beeinflusst werden. Behandlungsziel ist die Kräftigung bzw. Erhaltung der betroffenen Muskulatur. Die Möglichkeiten richten sich nach Ausmaß und Ursache der Erkrankung.

  • Entzündungen und Vergiftungen werden je nach Ursache medikamentös behandelt.
  • Tumoren werden so weitestmöglich beseitigt, z.B. durch Chemotherapie, Bestrahlung und/oder Operation.
  • Bei verletzungsbedingten Nervenschäden kann die Funktionsfähigkeit unter Umständen durch operative Verfahren verbessert werden. Ein vollständig durchtrennter Nerv kann jedoch nicht wiederhergestellt werden.
  • Physiotherapie kann einen Beitrag leisten, die Beweglichkeit zu erhalten und den Muskelabbau hinauszuzögern.

Wohin kann ich mich wenden?

Bei jeder plötzlich oder neu aufgetretenen Lähmung sollten Sie sich unverzüglich an folgende Institutionen wenden:

  • Rettung,
  • Unfallambulanz,
  • Notfallambulanz,
  • Diensthabende Ärztin/diensthabender Arzt für Allgemeinmedizin oder
  • Fachärztin/Facharzt für Neurologie.

Wie erfolgt die Übernahme der Kosten?

Alle notwendigen und zweckmäßigen Therapien werden von den Krankenversicherungsträgern übernommen. Grundsätzlich rechnet Ihre Ärztin/Ihr Arzt bzw. das Ambulatorium direkt mit Ihrem Krankenversicherungsträger ab. Bei bestimmten Krankenversicherungsträgern kann jedoch ein Selbstbehalt für Sie anfallen (BVA, SVA, SVB, VAEB). Sie können allerdings auch eine Wahlärztin/einen Wahlarzt (d.h. Ärztin/Arzt ohne Kassenvertrag) oder ein Privatambulatorium in Anspruch nehmen. Nähere Informationen finden Sie unter Kosten und Selbstbehalte.

Ist zur Behandlung ein Krankenhausaufenthalt erforderlich, wird über die Krankenhauskosten abgerechnet. Von der Patientin/dem Patienten ist pro Tag ein Kostenbeitrag zu bezahlen. Eine allenfalls erforderliche weitere medikamentöse Behandlung zu Hause erfolgt per Rezept durch die Allgemeinmedizinerin/den Allgemeinmediziner oder die Fachärztin/den Facharzt für Neurologie.

Weitere Informationen erhalten Sie unter Was kostet der Spitalsaufenthalt?

Wird eine Rehabilitation in einem neurologischen Rehabilitationszentrum empfohlen, wird der dafür erforderliche Rehabilitationsantrag in den meisten Fällen noch direkt im Krankenhaus durch die behandelnde Ärztin/den behandelnden Arzt mittels Antragsformular gestellt.

Nähere Informationen zum Thema „Antragstellung für Rehabilitation“ finden Sie im Artikel Rehabilitations- und Kuraufenthalt.

Rehabilitationszentren für neurologische Erkrankungen finden Sie unter Services:
Suche nach Rehabilitationszentren.

Die Rehabilitationskosten während des Spitalsaufenthaltes sind über die Sozialversicherung abgedeckt. Für weitere ambulante oder stationäre Rehabilitationsmaßnahmen ist eine ärztliche Verordnung erforderlich, die vom zuständigen Sozialversicherungsträger bewilligt werden muss. Für stationäre Aufenthalte in einem Rehabilitationszentrum ist ein Selbstbehalt (einkommensabhängig) vorgesehen.


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