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Knollenblätterpilz © Gerisch

Vergiftungen: Pilze, Pflanzen & Tiere

Schwere Vergiftungen durch Pflanzen, Tiere und Pilze sind selten. Allerdings gibt es in dieser Gruppe sehr potente Gifte. Schwere Pilzvergiftungen können z.B. zu ernsthaften Schäden an Leber und Nieren führen oder sogar tödlich verlaufen. Besonders tückisch ist, dass sich bei schwerwiegenden Vergiftungen die Symptome erst sechs bis 24 Stunden nach dem Verzehr auftreten. Bei Vergiftungsverdacht frühzeitig Vergiftungsinformationszentrale kontaktieren . . . 

Knollenblätterpilz

90 Prozent aller schweren Pilzvergiftungen werden durch den Knollenblätterpilz verursacht.
Bei plötzlichen Brechdurchfällen nach Pilzgerichten sollten Sie immer an eine Knollenblätterpilzvergiftung denken. Im Zweifelsfall immer ein Krankenhaus aufsuchen.

Symptome:

  • bis 48 Stunden (im Durchschnitt nach zwölf Stunden) heftige und schwere Brechdurchfälle,
  • nach 48 bis 72 Stunden schwere Leberschädigung mit Nierenversagen und Leberkoma.

Erste-Hilfe-Maßnahmen:

  • Bei Verdacht frühzeitig ein Krankenhaus aufsuchen.
  • Halten Sie die Atemwege frei. Bei einem bewusstlosen Menschen in Rückenlage droht die Gefahr des Erstickens. Eine einfache stabile Seitenlagerung kann dies verhindern.
  • Bei Atemstillstand führen Sie umgehend eine Wiederbelebung durch.
  • Notruf 144 wählen!

Hinweis Lebensbedrohliche Vergiftungen durch andere Giftpilze sind relativ selten.


Herbstzeitlose

Die Herbstzeitlose ist eine bei uns beheimatete Pflanze, die lebensbedrohliche Vergiftungen auslösen kann. Meistens wird sie anstelle von Bärlauchblättern verzehrt.

Symptome:

Die Vergiftung verläuft in vier Phasen.

  • Symptomfreie Zeit von zwei bis sechs Stunden (max. 14 Stunden), danach Brennen und Kratzen in Mund und Rachen, Durstgefühl, Schluckbeschwerden, Übelkeit, häufiges und heftiges Erbrechen.
  • Entzündliche Phase des Magen-Darm-Traktes bis zu 24 Stunden: Koliken, wässrige, evtl. blutige Durchfälle, Atemnot, Halluzinationen, Angst, Lichtscheu, Gefühlsstörungen, Lähmungen, Krämpfe, Temperaturabfall, Herzrasen, Herzrhythmusstörungen, Schock, Atemlähmung.
  • Organkomplikationen ab 48 Stunden bis zu einer Woche: Knochenmarksschädigung.
  • Rekonvaleszenz kann monatelang dauern.

Erste-Hilfe-Maßnahmen:

  • Bei Verdacht frühzeitig ein Krankenhaus aufsuchen.
  • Halten Sie die Atemwege frei. Bei einem bewusstlosen Menschen in Rückenlage droht die Gefahr des Erstickens. Eine einfache stabile Seitenlagerung kann dies verhindern.
  • Bei Atemstillstand führen Sie umgehend eine Wiederbelebung durch.
  • Notruf 144 wählen!

Schlangenbiss

In Europa müssen von einer Schlange gebissene Personen selten mit einem Antiserum behandelt werden, da die europäischen Schlangenarten relativ ungefährlich sind. Die Indikation muss nach strengen Kriterien erfolgen, da das Nebenwirkungsrisiko allergischer Reaktionen relativ hoch ist. Bei Bissen durch bestimmte exotische Schlangen kann das Antiserum im Notfall Leben retten. Besonders giftige Schlangen sind die in Australien vorkommenden Küsten- und Inlandtaipane

Symptome:

Die sehr variablen Symptome und deren Ausprägung richten sich nach der Lokalisation des Bisses (Gefäße, Hals- und Gesichtsbereich sind am gefährlichsten), der Schlangenart und der Giftmenge.

  • Typische Wunde (Bissmarke)
  • örtliche Schwellung
  • kleine Hautblutungen
  • Lymphknotenschwellung
  • lokale Gewebsschäden

Weiters können durch die Giftaufnahme allgemeine Körpersymptome auftreten:

  • Übelkeit
  • Kollaps
  • Atemlähmung

Erste-Hilfe-Maßnahmen:

  • Wunde steril abdecken.
  • Ruhigstellung der betroffenen Extremität und Schienung.
  • Beruhigung der Person.
  • Vergiftungsinformationszentrale kontaktieren +43 (0)1 406 43 43!
  • Halten Sie die Atemwege frei. Bei einem bewusstlosen Menschen in Rückenlage droht die Gefahr des Erstickens. Eine einfache stabile Seitenlagerung kann dies verhindern.
  • Bei Atemstillstand führen Sie umgehend eine Wiederbelebung durch.
  • Notruf 144 wählen!

Achtung! Manipulationen wie z.B. Aussaugen, Ausquetschen, Ausschneiden (Inzidieren) unbedingt unterlassen!!

Spinnenbiss

Für Menschen gefährliche Spinnenarten sind Schwarze Witwe, Braune Spinne, Kammspinne und Vogelspinne. In Mitteleuropa ist keine gefährliche Giftspinne bekannt.

Erste-Hilfe-Maßnahmen:

Bei einem Spinnenbiss ist wie bei einem Schlangenbiss vorzugehen.

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