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Medikamente © grafikplusfoto

Vergiftungen: Medikamente

Vergiftungen mit Medikamenten kommen besonders in Zusammenhang mit Selbstmordabsichten, im Kindesalter und bei dementen Menschen vor. Im Notfall ist die wichtigste Information das „Vergiftungspräparat“. Mit diesem Wissen kann die Notärztin/der Notarzt eventuelle medikamentöse Gegenmaßnahmen einleiten.Wichtig ist es, die Atemwege der betroffenen Person freizuhalten. Bei einem bewusstlosen Menschen in Rückenlage droht die Gefahr des Erstickens. Eine einfache stabile Seitenlagerung kann dies verhindern . . .

Benzodiazepine

Benzodiazepine (Alprazolam, Bromazepam, Diazepam, Nitrazepam, Flunitrazepam, Flurazepam, Lormetazepam, Lorazepam, Triazolam etc.) haben aufgrund ihrer Wirkung ein besonders hohes Suchtpotenzial. Sie wirken angstlösend, entspannend, beruhigend, schlaffördernd und auch krampfhemmend (z.B. bei Epilepsie). Benzodiazepine – auch als Tranquilizer bezeichnet – sind rezeptpflichtig und werden besonders in der Psychiatrie, Anästhesie und allgemein als kurzfristiges Beruhigungsmittel eingesetzt.

Symptome bei Überdosierung:

  • Atemdepression
  • Koma
  • Verlust der Schutzreflexe (Verschlucken von saurem Magensaft)

Erste-Hilfe-Maßnahmen:

Bei Vergiftungen mit diesen Medikamenten besteht akute Lebensgefahr, daher folgende lebensrettende Sofortmaßnahmen durchführen:

  • Halten Sie die Atemwege frei. Bei einem bewusstlosen Menschen in Rückenlage droht die Gefahr des Erstickens. Eine einfache stabile Seitenlagerung kann dies verhindern.
  • Bei Atemstillstand führen Sie umgehend eine Wiederbelebung durch.
  • Notruf 144 wählen!

Achtung! Benzodiazepine sind besonders gefährlich in Kombination mit Alkohol und anderen Psychopharmaka!

Antidepressiva

Antidepressiva (Citalopram, Escitalopram, Fluoxetin, Fluvoxamin, Paroxetin, Sertralin) sind weit verbreitet und werden bei einer Vielzahl von psychiatrischen Erkrankungen eingesetzt, z.B. Depressionen, Panikattacken, Zwangs-, Angst- und Essstörungen. Die modernen Antidepressiva gehören in die Gruppe der Serotonin-Wiederaufnahmehemmer.

Die Symptome sind dosisunabhängig, unterschiedlich stark ausgeprägt und treten vor allem bei Mischvergiftungen auf.

Symptome bei Überdosierung:

  • Benommenheit bis Bewusstlosigkeit
  • Unruhe
  • gesteigerte Muskelreflexe
  • Muskelzittern
  • Muskelkrämpfe
  • Bluthochdruck
  • Herzrasen
  • EKG-Veränderungen
  • Temperaturanstieg

Erste-Hilfe-Maßnahmen:

  • Halten Sie die Atemwege frei. Bei einem bewusstlosen Menschen in Rückenlage droht die Gefahr des Erstickens. Eine einfache stabile Seitenlagerung kann dies verhindern.
  • Bei Atemstillstand führen Sie umgehende eine Wiederbelebung durch.
  • Notruf 144 wählen!

Achtung! Besonders gefährlich in Kombination mit Alkohol, Opoiden und anderen Psychopharmaka!

Schmerzmedikamente

Viele bekannte Schmerzmedikamente sind rezeptfrei erhältlich. Trotzdem kann eine Überdosierung zu folgenschweren Krankheitsbildern führen. Medikamente wie Mefenaminsäure, Paracetamol oder Salicylate gehören in die Gruppe der nichtsteroidalen Antirheumatika. Diese wirken gegen Schmerzen, Entzündungen und sind fiebersenkend.

Mefenaminsäure

Bereits bei der einmaligen Einnahme von drei Gramm kann es zu geringgradigen Vergiftungssymptomen kommen.

Symptome bei Überdosierung:

  • Übelkeit
  • Erbrechen
  • Oberbauchschmerzen
  • Muskelkrämpfe (eine bis zwölf Stunden nach Einnahme)
  • Störungen des zentralen Nervensystems
  • Elektrolytstörungen

Die Vergiftung verläuft meistens ohne schwere Schäden.

Erste-Hilfe-Maßnahmen:

  • Wenn die Person ansprechbar ist, Vergiftungsinformationszentrale kontaktieren +43 (0)1 406 43 43.
  • Halten Sie die Atemwege frei. Bei einem bewusstlosen Menschen in Rückenlage droht die Gefahr des Erstickens. Eine einfache stabile Seitenlagerung kann dies verhindern.
  • Bei Atemstillstand führen Sie umgehend eine Wiederbelebung durch.
  • Notruf 144 wählen!

Bei einem 70 Kilogramm schweren Menschen sind ab einer einmaligen Einnahme von ca. elf Gramm schwere Leberschäden möglich. Daher ist eine frühzeitige Therapie in einem Krankenhaus erforderlich. Die Erstsymptomatik ist unspezifisch. Sie kann komplett fehlen und muss nicht mit dem Schweregrad zusammenhängen.

Salicylate

Bei Salicylaten gibt es je nach eingenommener Menge leichte, mittelschwere und schwere Symptomatiken.

Symptome bei Überdosierung:

  • gastrointestinale Reizerscheinungen
  • Tinnitus
  • vermehrte Speichelproduktion
  • Fieber
  • Kreislauf- und Nierenversagen
  • Störungen des Elektrolyt-, Flüssigkeits- und Zuckerhaushaltes

Erste-Hilfe-Maßnahmen:

  • Wenn die Person ansprechbar ist, Vergiftungsinformationszentrale kontaktieren +43 (0)1 406 43 43.
  • Halten Sie die Atemwege frei. Bei einem bewusstlosen Menschen in Rückenlage droht die Gefahr des Erstickens. Eine einfache stabile Seitenlagerung kann dies verhindern.
  • Bei Atemstillstand führen Sie umgehend eine Wiederbelebung durch.
  • Notruf 144 wählen!

Herzglykoside

Herzglykoside (Acetyldigoxin, Digoxin, Digitoxin, Lanatosid, Medigoxin, Proscillaridin, Adonis vernalis, Convallaria majalis, Digitalis purpurea, Digitalis lanata, Digitalis lutea, Nerium oleander) sind in der Kardiologie weit verbreitete Medikamente, die den Herzschlag vermindern und die Herzkraft steigern. In der Natur findet sich der Wirkstoff in vielen Pflanzenarten, aber auch in einigen Wirbeltieren. Vor allem ältere oder demenzkranke Menschen sind hier besonders gefährdet.

Symptome bei Überdosierung:

  • Appetitlosigkeit
  • Übelkeit
  • Erbrechen
  • Müdigkeit
  • Sehstörungen
  • Kopfschmerzen

Bis zu sechs Stunden verzögerte Symptome sind:

Erste-Hilfe-Maßnahmen:

  • Wenn die Person ansprechbar ist, Vergiftungsinformationszentrale kontaktieren +43 (0)1 406 43 43.
  • Halten Sie die Atemwege frei. Bei einem bewusstlosen Menschen in Rückenlage droht die Gefahr des Erstickens. Eine einfache stabile Seitenlagerung kann dies verhindern.
  • Bei Atemstillstand führen Sie umgehend eine Wiederbelebung durch.
  • Notruf 144 wählen!
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