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Auge und Symbolbild Sehtest © Delphimages

Der Sehvorgang

Der für den Menschen sichtbare Teil des Lichtes befindet sich im Bereich von 380–780 nm. Damit wir diese Lichtstrahlen wahrnehmen und etwas sehen können, ist ein komplexes und zusammengesetztes System notwendig. Auf das Auge treffende Lichtstrahlen werden mehrmals gebrochen, um so abgelenkt und gebündelt auf der Netzhaut aufzutreffen. Schließlich werden spezielle Zellen erreicht, die für die Wahrnehmung des Lichtes ebenfalls wichtig sind. Informationen  gelangen weiter zum Gehirn und können verarbeitet werden sodass ein „Bild“ entsteht . . .

Die ersten wesentlichen Bereiche, die das Licht erreicht und durchdringt,

  • sind jene von Luft, Tränenfilm, Hornhaut und Kammerwasser im vorderen Bereich des Auges,
  • gebrochen wird das Licht zudem zwischen Kammerwasser und Linse
  • sowie im Übergang von Linse zu Glaskörper – sodass es schließlich zum Augenhintergrund (Netzhaut) gelangt.

Seh- und Nervenzellen

Trifft das Licht auf diese bestimmten Zellen (Zapfen- und Stäbchenzellen), verändern sich diese, sodass ein Impuls über verschiedene Nervenzellen weitergeleitet wird und über den Sehnerv in das Gehirn gelangt. Die Netzhaut ist gespickt mit Millionen von Seh- und Nervenzellen. Während die Stäbchenzellen am Hell-dunkel-Sehen beteiligt sind und Bewegung wahrnehmen können, „reagieren“ Zapfenzellen auf bestimmte Farbanteile des Lichtes (z.B. roten, blauen oder grünen Lichtanteil), aus denen später mithilfe des Gehirns verschiedene Farben wahrgenommen werden.

Die Zapfenzellen sind tagaktiv – sie benötigen höhere Lichtintensität (Tag- und Farbensehen). Den Lichteintritt regelt die Iris. Sie erweitert und verengt die Pupille. Stäbchenzellen sind am Sehen in Dämmerung und bei Dunkelheit beteiligt – und daran, dass Bewegungen gut wahrgenommen werden können. Sie finden sich über die Netzhaut verteilt, jedoch nicht in der Netzhautmitte. Am äußeren Rand des Sehfeldes kann nicht mehr so scharf gesehen werden, dafür werden Bewegungen gut „aufgenommen“. In der Netzhautmitte drängen sich die Zapfenzellen im sogenannten gelben Fleck (Macula lutea), der Stelle des schärfsten Sehens. Trifft Licht auf die jeweilige Zelle, entsteht ein Nervenimpuls (sehr geringer Strom), der über Nervenzellen ins Gehirn weitergeleitet wird.

Verbindung zum Gehirn – Sehnerv

An der Papille erfolgt der Übergang der Netzhaut zum Sehnerv. An dieser Stelle befinden sich gar keine Sehzellen, daher ist sie eine Art blinder Fleck, an dem kein Sehen möglich ist. Das Gehirn gleicht jedoch diesen blinden Fleck aus.

Der Sehnerv besteht aus vielen Millionen Nervenfasern. Er stellt die Verbindung zum Gehirn dar. Über die Augenhöhle (Knochen) verläuft die Sehbahn weiter Richtung Schädelinneres. Ein Teil der Nervenfasern kreuzt sich an der Sehnervenkreuzung (Chiasma opticum) und verläuft in der gegenüberliegenden Hirnhälfte weiter. Bilder können daher von beiden Augen in beiden Hirnhälften zu den Hirnbereichen gelangen, die diese verarbeiten. Im Mittelhirn befindet sich ein Nervenknoten, von dem aus die Informationen in die Sehrinde des Hinterhauptslappens weitergeleitet werden. In diesem „Sehzentrum“ verarbeitet das Gehirn die Informationen, sodass ein Bild von der Umgebung entsteht. Der Bildeindruck wird außerdem mit anderen Eindrücken verbunden und mit verschiedenen Regionen im Gehirn vernetzt (z.B. mit dem Riechhirn). Auch auf bereits gemachte Erfahrungen kann das Gehirn zurückgreifen.

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