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Augenuntersuchung © romaset

Glaukom (Grüner Star)

Beim Glaukom handelt es sich um eine Gruppe verschiedener Krankheiten, bei denen häufig ein zu hoher Augeninnendruck vorliegt. Es kommt zur Schädigung des Sehnerves der Papille, einer Stelle, an der der Sehnerv aus dem Auge tritt, sowie zur Einschränkung des Gesichtsfeldes – im schlimmsten Falle zur Erblindung. Zu den verschiedenen Formen des Glaukoms zählt zum Beispiel das relativ häufige primäre Offenwinkelglaukom. Nicht alle Faktoren für die Entstehung eines Glaukoms sind bislang bekannt . . .

Glaukom – was ist das?

Es gibt verschiedene Formen des Glaukoms, mit unterschiedlichen Ursachen. Bei einem Glaukom kann z.B. der sogenannte Kammerwinkel verlegt bzw. eng oder blockiert sein. Bestimmte Erkrankung können an der Entstehung des Grünen Stars beteiligt sein – wie beispielsweise Diabetes mellitus.

Daneben stehen Verletzungen in Zusammenhang mit der Entwicklung eines Glaukoms sowie die Anwendung und Einnahme bestimmter Medikamente (z.B. beispielsweise Kortison), Vererbung, Alter etc.

Zu den Glaukom-Formen zählen unter anderem:

  • das primäre Offenwinkelglaukom – eine besonders häufige Form. Es ist chronisch und betrifft beide Augen. Von den Betroffenen bleibt es oft lange unbemerkt, da keine Schmerzen auftreten. Beeinträchtigende Sehstörungen werden außerdem oft erst wahrgenommen, wenn Schäden bereits fortgeschritten sind. Vorsorge ist daher besonders wichtig!
  • das sogenannte Normaldruckglaukom – ein Glaukom ohne Hochdruck. Der Augeninnendruck liegt innerhalb des Normbereiches (unter 21 mmHg). Bei Betroffenen zeigen sich bei diesem Druck jedoch Glaukom-typische Schäden, wie etwa am Sehnerv, und Gesichtsfeldausfälle. Man nimmt an, dass dieser Druck, auch wenn er in der statistischen Norm liegt, für die Betroffenen individuell zu hoch ist. Man vermutet als Ursache eine Kombination von Durchblutungskomponente und relativ zu hohem Augendruck. Daher werden bei diesen Patienten Faktoren wie z.B. ein ausgeprägter Abfall des Blutdrucks in der Nacht, eine Durchblutungsstörungen der Halsschlaggefäße etc. untersucht.
  • das Winkelblockglaukom, bei dem der Kammerwinkel verlegt ist. Der akute Winkelblock („Glaukomanfall“) entwickelt sich durch ein plötzliches Verlegen des Kammerwinkels, sodass sich der Augeninnendruck innerhalb weniger Stunden stark erhöht. Die Folgen: starke Schmerzen und Sehstörungen (Gesichtsfeldausfälle) sowie die Gefahr von schweren Schädigungen des Sehnervs (Erblindung!). Oftmals liegt ein angeborener enger Kammerwinkel vor, Weitsichtigkeit und eine relativ große Linse. Bei älteren Menschen kommt es meist spontan zu einem akuten Winkelblock infolge von medikamentöser Pupillenerweiterung bei Augenuntersuchungen. Bei abgeflachter Vorderkammer werden diese daher nicht verabreicht.
  • das kongenitale Glaukom. Diese seltene angeborene Form kann – falls nicht rechtzeitig erkannt – relativ schnell zur Erblindung führen. Es zeigt sich meist im ersten Lebensjahr. Augenuntersuchungen sollten nicht zuletzt deshalb bei Babys und Kleinkindern wahrgenommen, Verdachtsmomente, Probleme und Auffälligkeiten rasch abgeklärt werden.

Augeninnendruck, Kammerwasser & -winkel

Das Auge benötigt einen gewissen Druck, um nicht in sich zusammenzufallen und die nahezu runde Form zu behalten, die für das optimale Sehen notwendig ist. Der Augeninnendruck ist maßgeblich für die stabile Form des Auges. Durch das Kammerwasser der vorderen und hinteren Augenkammer wird der Augendruck zu einem wesentlichen Teil aufrecht erhalten. Das Kammerwasser wird ständig gebildet und ist zudem für die Versorgung von Hornhaut und Linse mit Nährstoffen wichtig. Laufend wird so viel Kammerwasser gebildet, wie abfließt, sodass ein Gleichgewicht herrscht. Funktioniert der Abfluss des Kammerwassers nicht richtig, staut sich die Flüssigkeit und der Augendruck nimmt zu. Der hohe Druck kann das Auge (z.B. den Sehnerv) schwer schädigen, sodass es im schlimmsten Fall zur Erblindung kommt.

Geregelt wird ein großer Teil des Abflusses des Kammerwassers durch den Abflusswiderstand im Trabekelwerk des Kammerwinkels (trabekulärer Abfluss). Ein kleinerer Teil wird über verschiedene andere Wege abtransportiert. Oft ist ein Druckanstieg durch eine Behinderung des Kammerwasserabflusses im Trabekelwerk bedingt, die meist durch krankhafte Veränderungen entsteht. Auch ein enger Kammerwinkel kann vorliegen sowie eine seltene angeborene Entwicklungsstörung des Kammerwinkels (kongenitales Glaukom).

Die statistische Norm des Augeninnendrucks liegt zwischen zehn und 21 mmHg. Der Augeninnendruck ändert sich – beispielsweise im Laufe des Tages sowie mit dem Alter. Werte oberhalb oder unterhalb der Norm sowie große Schwankungen der Werte können allerdings auf Erkrankungen des Auges hindeuten. Die mittels Applanationstonometrie gemessenen Augeninnendruckwerte hängen zudem von der Dicke der im Rahmen der Messung zu applanierenden Hornhaut ab.

Glaukom & Risiko

Nicht alle Faktoren für die Entstehung eines Glaukoms sind bislang bekannt. Generell nimmt das Risiko eines primären Offenwinkelglaukoms mit dem Alter zu (über 70 Jahre), ophthalmologisch wird ein Screening ab dem 40 (!) Lebensjahr empfohlen. Denn die Augenärztin/der Augenarzt kann Schäden bereits früh erkennen und eine Behandlung frühzeitig einleiten. Die Anlage kann vererbt sein. Sind Eltern und/oder Geschwister von einem Grünen Star betroffen, ist das Risiko eines Glaukoms erhöht. Weitere Risikofaktoren für ein Glaukom sind, neben hohem Augeninnendruck u.a.:

  • stärkere Weitsichtigkeit,
  • stärkere Kurzsichtigkeit (ab –5dpt),
  • Erkrankungen (Diabetes mellitus), Augenerkrankungen, Verletzungen des Auges, Entzündung des Augeninneren,
  • Anwendung bzw. Einnahme bestimmter Medikamente (Kortison),
  • geringe Hornhautdicke (dünne zentrale Hornhautdicke),
  • schwere Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
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