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Mann verwendet Augentropfen © apops

Glaukom: Diagnose & Therapie

Um ein Glaukom abzuklären, nimmt die Augenärztin/der Augenarzt verschiedene Untersuchungen vor, beispielsweise eine Untersuchung des Augenhintergrundes (Augenspiegelung) sowie die Messung des Augeninnendrucks (Tonometrie) etc. Die Behandlung orientiert sich an den Diagnoseergebnissen. Oftmals werden Medikamente verabreicht, z.B. in Form von Augentropfen. Auch Operationen oder laserchirurgische Eingriffe können notwendig sein. Die Therapie erfolgt daher teils in Augenabteilungen von Krankenhäusern . . .

Diagnose eines Glaukoms

Die Augenärztin/der Augenarzt führt eine Anamnese durch und macht sich ein Bild von eventuellen Problemen und Beschwerden der/des Betroffenen. Um ein Glaukom zu diagnostizieren bzw. ausschließen zu können, werden verschiedene Untersuchungen vorgenommen.

Primäres Offenwinkelglaukom

Der Augenhintergrund – und beispielsweise Veränderungen der Papille (am Sehnerv) – werden im Rahmen einer augenärztlichen Abklärung mit dem Ophthalmoskop untersucht (Augenspiegelung). Auch der Augeninnendruck wird gemessen (Tonometrie bzw. Applanations-Tonometrie). Dafür verwendet die Ärztin/der Arzt betäubende Augentropfen. Ein Augeninnendruck höher als 21 mmHg kann einen Hinweis auf ein Glaukom geben. Da der Augeninnendruck natürlicherweise schwankt, wird die Messung wiederholt, an verschiedenen Tagen und zu unterschiedlichen Tageszeiten (Tagesdruckprofil alle drei Stunden). Typisch für das primäre Offenwinkelglaukom sind Schwankungen des Augeninnendrucks über fünf mmHg innerhalb eines Tages. Eine Ausnahme bildet das Normaldruckglaukom, bei dem der Druck unterhalb der statistischen Norm von 21 mmHg liegt, bei dem jedoch trotzdem Schäden auftreten, die für Glaukome charakteristisch sind.

Zudem kann mit einer Gesichtsfeldmessung (Perimetrie) festgestellt werden, ob bereits Schäden in Form von Gesichtsfeldausfällen vorliegen. Mithilfe spezieller Geräte (Gonioskop) kann die Augenärztin/der Augenarzt den Kammerwinkel überprüfen – beurteilen, ob der Kammerwinkel weit oder eng gebaut ist sowie ob Gewebsveränderungen bzw. Verwachsungen, Entzündungen etc. vorliegen. Zudem gibt eine Messung der Hornhautdicke Auskunft. Eine Verschlechterung des Sehvermögens kann verschiedene Ursachen haben. Die Augenärztin/der Augenarzt führt daher weitere Untersuchungen durch (Bestimmung der Sehschärfe, Spaltlampenuntersuchung).

In den letzten Jahren wird vor allem zur Frühdiagnostik zunehmend auch die Messung der Nervenfaserschicht mittels GDX (Scanning laser polarimetry) bzw. OCT (Optical coherence tomography) als wichtige Untersuchungsmethode eingesetzt.

Winkelblockglaukom (akuter Winkelblock, „Glaukomanfall“)

Bei einem akuten Winkelblock wird der Kammerwinkel durch die Iris verschlossen. Der Augeninnendruck steigt rasch an. Es besteht die Gefahr der Erblindung, da der hohe Druck zu einer raschen Schädigung des Sehnervs führt. Eine umgehende (fach-)ärztliche Behandlung ist notwendig (augenärztlicher Notfall)!

Der akute Winkelblock zeigt sich durch Schmerzen (Auge, Kopf), Übelkeit, Erbrechen, Herzrhythmusstörungen, deutliche Sehverschlechterung (Nebelwand, Wahrnehmen von Farbringen um Lichtquellen bei Dunkelheit). Die Augenärztin/der Augenarzt stellt die Höhe des Augeninnendrucks fest. Bei einem akuten Winkelblock ist dieser stark erhöht (50–70 mmHg). Der Augapfel ist sehr hart (steinhart). Rötung und Reizung der Bindehaut sowie erweiterte Gefäße der Sklera (Lederhaut) geben ebenfalls Hinweise (Blutstauung in Bindehautgefäßen) sowie erweiterte Pupillen, die nicht auf direktes Licht reagieren etc. Durch Einsetzen einer Spaltlampe kann die Ärztin/der Arzt erkennen, ob das Hornhautepithel getrübt ist und der Kammerwinkel verschlossen ist.

Angeborenes Glaukom – Untersuchung bei Babys und Kindern

Beim angeborenen Glaukom handelt es sich um eine Entwicklungsstörung des Kammerwinkels, bei dem der Kammerwasserabfluss blockiert ist. Diese ist selten. Das Glaukom kann von Geburt an bestehen, zeigt sich allerdings meist im 1. Lebensjahr. Frühkindliche Glaukome entwickeln sich meist rasch fort und können zu schweren Schädigungen des Auges (Erblindung) führen. Eine rechtzeitige (möglichst frühe) Diagnose ist besonders wichtig.

Das Glaukom äußert sich u.a. durch große Augen. Eltern fällt dies meist dann auf, wenn nur eines der Augen betroffen ist. Lichtempfindlichkeit, tränende Augen und Lidkrampf treten auf. Babys sind unruhig, reiben sich oft die Augen. Da dies auch auf andere Probleme hindeuten kann, besteht die Gefahr, dass ein eventuelles Glaukom erst spät erkannt wird. Die Ärztin/der Arzt klärt zudem eine eventuelle Hornhauttrübung (mittels Handspaltlampe) sowie Einrisse der Hornhaut ab. Verschiedene Untersuchungen, die im Zuge der Diagnose eines Glaukoms durchgeführt werden (z.B. Messung des horizontalen Hornhautdurchmessers, Ultraschallmessung der Augäpfel, Ophthalmoskopie der Papille, Gonoskopie Kammerwinkel, Messung des Augeninnendrucks) können bei Babys und Kleinkinder auch unter Narkose vorgenommen werden.

Hinweis Rasches Aufsuchen der Ärztin/des Arztes sind hinsichtlich eines möglichen Glaukoms dringend notwendig, um eine Erblindung zu verhindern, z.B. bei akutem Winkelblock und Glaukom bei Säuglingen und Kindern. Durch regelmäßige Untersuchungen kann ein primäres Offenwinkelglaukom erkannt und frühzeitig behandelt werden.

Therapie bei einem GlaukomEine der wesentlichsten Maßnahmen bei der Behandlung eines Glaukoms ist die Senkung des Augeninnendrucks auf ein für die/den Betroffenen ideales Maß. Die Behandlung orientiert sich an der Form des Glaukoms und den Voraussetzungen der/des Einzelnen.

Therapie bei einem Glaukom

Eine der wesentlichsten Maßnahmen bei der Behandlung eines Glaukoms ist die Senkung des Augeninnendrucks auf ein für die/den Betroffenen ideales Maß. Die Behandlung orientiert sich an der Form des Glaukoms und den Voraussetzungen der/des Einzelnen.

Chronisches Glaukom – primäres Offenwinkelglaukom

Häufig werden Medikamente (Augentropfen) verordnet, die den hohen Augeninnendruck senken (z.B. beim primären Offenwinkelglaukom). Dafür können je nach Patientin/Patient unterschiedliche Substanzen verwendet werden (Betablocker, Parasympathomimetika, Sympathomimetika, Carboanhydrasehemmer, Prostaglandine, Prostamide). Wesentlich ist die richtige Anwendung der Tropfen, über die Augenärztin/Augenarzt informieren. Die Augentropfen müssen großteils dauerhaft und langfristig angewendet werden. Unter bestimmten Umständen (z.B. bei allergischen Reaktionen auf die Medikamente oder weiterem Fortschreiten der Erkrankung trotz medikamentöser Behandlung) kann auch eine Operation notwendig sein (chirurgische Öffnung des Auges oder Lasern) – z.B. um künstliche Abflusswege des Kammerwassers zu schaffen oder Eingriffe am Ziliarkörper des Auges vorzunehmen.

Akuter Winkelblock

Bei einem akuten Winkelblock werden Medikamente gespritzt (Karoboanhydrasehemmer Acetazolamid) oder in Tablettenform verabreicht. Später können auch Augentropfen gegeben werden (Parasympathomimetika, Betablocker). Die Betroffenen werden umgehend in eine Augenklinik eingewiesen, um beispielsweise eine Iridotomie vorzunehmen. Dabei wird mittels Laser eine Öffnung an der Irisbasis vorgenommen. Der Eingriff kann auch chirurgisch erfolgen, durch Öffnung des Auges und Durchtrennen des Irisgewebes (Iridektomie).

Kongenitales Glaukom & sekundäre Glaukome

Eine Operation ist meist bei einem angeborenen Glaukom bei Kindern unumgänglich. Auch Glaukome infolge von Verletzungen oder Entzündungen werden operativ behandelt.

Weitere Maßnahmen

Generell empfiehlt sich ein gesunder Lebensstil (z.B. Verzicht auf das Rauchen). Die Behandlung weiterer Erkrankungen und Beschwerden (z.B. zu hoher, bei Niedrigdruckglaukomen zu stark abfallender nächtlicher Blutdruck) wird ebenfalls in die Therapie miteinbezogen. Jedenfalls sollten Sie die Hausärztin/den Hausarzt sowie eventuelle weitere Ärztinnen/Ärzte, die Sie aufgrund weiterer Erkrankungen konsultieren, über eine Glaukombehandlung informieren. Umgekehrt sollten Sie die Augenärztin/den Augenarzt über Erkrankungen, Behandlungen bei anderen Ärzten, Medikamenteneinnahme etc. in Kenntnis setzen.

Wohin kann ich mich wenden?

Die Augenärztin/der Augenarzt (auch: Ophthalmologin/Ophthalmologe, Fachärztin/Facharzt für Augenheilkunde) diagnostiziert ein Glaukom und ordnet therapeutische Maßnahmen an. Entsprechende Ambulanzen in Krankenhäusern sind auf die Diagnose und Therapie von Augenerkrankungen spezialisiert. Auch ein stationärer Aufenthalt in spezialisierten Kliniken bzw. Augenabteilungen in Krankenhäusern kann notwendig sein. Zudem können je nach individuellen Voraussetzungen weitere Fachärztinnen/Fachärzte sowie die Hausärztin/der Hausarzt beteiligt sein (z.B. bei weiteren Erkrankungen wie Bluthochdruck etc.)

Bei Säuglingen und Kleinkindern kann die Kinderärztin/der Kinderarzt (Fachärztin/Facharzt für Kinder- und Jugendheilkunde) auf Auffälligkeiten hinweisen. Gegebenenfalls leitet auch die Hausärztin/der Hausarzt Überweisungen in die Wege.

In die Diagnose und Behandlung können außerdem Orthoptistinnen/Orthoptisten involviert sein.

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