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Symbolfoto Lungenbläschen © Crystal light
Symbolfoto Lungenbläschen © Crystal light

Lungenemphysem

Bei einem Lungenemphysem kommt es zur Überblähung bzw. Schädigung von Lungenbläschen (Alveolen). Der lufthaltige Raum der Lunge ist durch das Lungenemphysem krankhaft vergrößert. Die Überblähung kann nicht mehr rückgängig gemacht werden. Wände der Lungenbläschen werden geschädigt und zerstört.
In den mikroskopisch kleinen Lungenbläschen findet der Austausch von Atemgasen zwischen Blut und Alveolarluft statt – d.h. Sauerstoff gelangt unter anderem mithilfe der Lungenbläschen in den Körper und Kohlenmonoxyd wird abgeatmet. Durch die Schädigung der Lungenbläschen wird im Laufe der Erkrankung dem Körper weniger bzw. zu wenig Sauerstoff zugeführt.

Zu den Symptomen zählt insbesondere Atemnot (anfangs bei Belastung, bei fortgeschrittenem Verlauf auch in Ruhe). Auch Husten tritt auf. Zudem kann sich eine schwere Form der Abmagerung zeigen (Kachexie). Ein Lungenemphysem ist chronisch. Es entwickelt sich über Jahre und schreitet langsam fort.

Welche Ursachen hat ein Lungenemphysem?

Das Lungenemphysem tritt in Zusammenhang mit Erkrankungen auf, z.B. einer chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD). Bei der Entwicklung und im Verlauf einer COPD kommt es zu chronisch entzündeten Bronchien und/oder geschädigten bzw. geblähten Lungenbläschen (Emphysem), die teils auch zerstört werden. Durch eine ständige Verengung der Atemwege sind die Atmung, die Aufnahme von Sauerstoff sowie die Abgabe von Kohlendioxid erschwert. Für Betroffene bedeutet das eine unzureichende Versorgung mit Sauerstoff, die den gesamten Körper betrifft. Herz-Kreislauf und Muskulatur werden beeinträchtigt und sind nicht mehr voll leistungsfähig. Außerdem können bei stark eingeschränkter Atemfunktion Organe geschädigt werden. Die Gefahr einer sogenannten Exazerbation, einer akuten Verschlechterung, steigt vor allem bei schwerer Erkrankung. Weitere Informationen finden Sie unter COPD.

Betroffen von einem Lungenemphysem sind insbesondere Raucherinnen/Raucher. Aber auch Passivrauch sowie weitere Schadstoffe in der Luft bzw. am Arbeitsplatz (Luftverschmutzung, Feinstaub, Quarzstaub, Abgase etc.) können zu einem Lungenemphysem führen. Weitere Informationen zu Rauchen sowie Luftschadstoffen.

Das Lungenemphysem kann die Folge einer seltenen, genetisch bedingten Stoffwechselerkrankung – dem Alpha-1-Antitrypsinmangel – sein, bei der es durch den angeborenen Mangel eines bestimmten Eiweißstoffes zur Schädigung u.a. von Lungengewebe kommt.

Auch altersbedingt kann es aufgrund von Elastizitätsverlust zu einer Lungenüberblähung kommen. Zu einer Erweiterung der Lungenbläschen kommt es zudem bei Erkrankungen, die mit Fibrose einhergehen.

Wie wird die Diagnose gestellt?

Basis der Diagnose sind die Erhebung der Krankengeschichte sowie verschiedene Untersuchungen. Vorgenommen werden unter anderem:

Ein eventueller Alpha-1-Antitrypsinmangel wird mittels Bluttest abgeklärt. 

Wie erfolgt die Behandlung?

Zur Therapie zählen verschiedene Maßnahmen, z.B.:

  • Meiden von Schadstoffen. Rauchstopp, Meiden von Passivrauch sowie von weiteren Schadstoffen (Feinstaubbelastung). Weitere Infos zu Rauchstopp.
  • Medikamente zur Erweiterung der Atemwege (Bronchien), entzündungshemmende Präparate sowie Antibiotika (bei bakteriellen Infektionen).
  • Weitere Therapien und Maßnahmen. Sauerstofftherapie (mit tragbaren und/oder stationären Systemen), Atemphysiotherapie, Kraft- und Ausdauertraining, gesunde Ernährung, ev. Gewichtsnormalisierung.
  • Chirurgische Eingriffe. Bei fortgeschrittenem Emphysem können Emphysemblasen, die „gesundes“ Lungengewebe verdrängen, operativ entfernt werden  (Bullektomie). Außerdem kann Lungengewebe, das durch das Emphysem geschädigt ist, entfernt werden, um eine Verringerung des Lungenvolumens zu erreichen (bronchoskopische Lungenvolumenreduktion – LVR). In sehr schweren Fällen wird eine Lungentransplantation in Erwägung gezogen.
  • Behandlung der Grunderkrankung, die zu dem Emphysem führt, z.B. COPD, Alpha-1-Antitrypsinmangel) sowie weiterer Erkrankungen, zu denen es im Zuge eines Lungenemphysems kommen kann, z.B. Rechtsherzinsuffizienz.

Wohin kann ich mich wenden?

Ansprechpersonen sind Lungenfachärztinnen/Lungenfachärzte (Pulmologinnen/Pulmologen). Auch die Hausärztin/der Hausarzt können bei Beschwerden konsultiert werden und Überweisungen in die Wege leiten. Auch Arbeitsmedizinerinnen/Arbeitsmediziner können involviert sein.

Eine Spirometrie kann bei niedergelassenen Pulmologinnen/Pulmologen, entsprechend ausgebildeten Internistinnen/Internisten, Allgemeinmedizinerinnen/Allgemeinmedizinern oder in Krankenhäusern durchgeführt werden. Weitere Fachärztinnen/-ärzte (z.B. für Innere Medizin) können an der Therapie beteiligt sein. Außerdem kann eine Überweisung in die jeweiligen Abteilungen einer Klinik/eines Krankenhauses erfolgen.

An der Behandlung können zudem Atemphysiotherapeutinnen/-therapeuten bzw.  Physiotherapeutinnen/-therapeuten sowie weitere Berufsgruppen (Gesundheitsberufe) beteiligt sein (z.B. Diätologinnen/Diätologen, Ernährungsmedizinerinnen/-mediziner etc.)

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