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FAQ-Symbol © Maxim_Kazmin

Grippe: FAQ

Ist die saisonale Grippe eine gefährliche Krankheit? In einem Großteil der Fälle verläuft eine saisonale Grippe unkompliziert. Umgangssprachlich wird die Grippe allerdings oft mit einer einfachen Erkältung (einem grippalen Infekt) verwechselt. Die durch Influenzaviren verursachte „echte“ Grippe kann manchmal zu schweren Komplikationen führen, vor allem bei Risikogruppen wie Säuglingen oder  Menschen über 65 Jahren, mit chronischen Erkrankungen oder geschwächtem Immunsystem. Diese Komplikationen können ganz unterschiedlich sein. Am häufigsten ist eine Lungenentzündung die Ursache für einen komplizierten Verlauf. Aber auch andere Komplikationen wie zum Beispiel Mittelohr-, Nasennebenhöhlen-, Herzmuskel- und Herzbeutelentzündung sowie Bronchitis, Entzündung der Hirn- und Rückenmarkshäute oder Entzündungen des Gehirns können auftreten. Sie sind auf das Grippevirus selbst oder eine bakterielle Zusatzinfektion zurückzuführen. Bei Personen mit einer Herz- oder Lungenerkrankung kann manchmal eine (virale und bakterielle) Mischinfektion der Lunge auftreten . . .

Ich gehöre keiner Risikogruppe an – sollte ich mich trotzdem gegen Grippe impfen lassen?

Die Impfung ist generell jedem, der sich schützen möchte, zu empfehlen. Falls Sie regelmäßig Kontakt zu einer Person mit erhöhtem Komplikationsrisiko haben, wird die Grippeimpfung ebenfalls empfohlen. Denn so kann verhindert werden, dass Sie die Krankheit auf diese Person übertragen. Auch bei Reisen in Epidemiegebiete ist eine Impfung besonders zu empfehlen.

Wie lautet die aktuelle Impfempfehlung 2017?

Die Grippeimpfung wird laut offiziellem Impfplan allen Personen empfohlen, die sich schützen möchten. Besonders empfohlen wird die Impfung für:

  • alle Personen mit erhöhter Gefährdung infolge eines Grundleidens (chronische Lungen-, Herz-, Kreislauferkrankungen (außer Hypertonie), Erkrankungen der Nieren, neurologische Erkrankungen, Stoffwechselkrankheiten (einschließlich Diabetes mellitus) und Immundefekte),
  • Schwangere und Frauen, die während der Influenzasaison schwanger werden wollen,
  • Kinder ab dem 7. Lebensmonat,
  • Personen >50 Jahre und insbesondere ab 65 Jahren,
  • Kinder/Jugendliche ab dem 7. Lebensmonat bis 18 Jahre unter Langzeit-Aspirin-Therapie (Verhütung eines sogenannten Reye-Syndroms). Es ist zu beachten, dass in diesem Fall ein Lebendimpfstoff kontraindiziert ist,
  • stark übergewichtige Personen (BMI≥40),
  • Betreuungspersonen (z.B. in Spitälern, Altersheimen und im Haushalt) und Personen mit Haushaltskontakten zu Risikogruppen (kleine oder kranke Kinder, ältere Personen, Personen der zuvor genannten Gruppen),
  • Personen aus Gesundheitsberufen sowie
  • Personen mit häufigem Publikumskontakt.

Welcher Impfstoff steht in der Saison 2017/2018 zur Verfügung?

Grippeviren sind sehr mutationsfreudig. Aus diesem Grund wird der Impfstoff jährlich an die aktuell zirkulierenden Stämme angepasst – somit ist jedes Jahr erneut eine Schutzimpfung gegen Grippe notwendig. Die Impfung steht in drei Verabreichungsformen zur Verfügung. Der Impfstoff kann in den Muskel injiziert oder aber mit einer sehr dünnen und kurzen Mikronadel nahezu schmerzfrei in die Haut (intradermal) verabreicht werden. Der über die Mikronadel applizierte Impfstoff ist allerdings erst ab einem Alter von 18 Jahren zugelassen. Eine neue Applikationsform bietet der intranasale Impfstoff. Dieser ist ab einem Alter von 24 Monaten bis zum vollendeten 18. Lebensjahr zugelassen. Es ist darauf zu achten, dass alle Impfstoffe rezeptpflichtig sind.   

Auf der Website der WHO (World Health Organization) können Interessierte die genaue Zusammensetzung des Impfstoffs für die Nordhalbkugel nachlesen. Der Influenzaimpfstoff für die Saison 2017/2018 setzt sich gemäß der Empfehlungen der WHO und des Ausschusses für Humanarzneimittel (CHMP) der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) aus den Antigenen weltweit zirkulierender Varianten folgender Viren zusammen:

  • A/Michigan/45/2015 (H1N1) pdm09-ähnlicher Stamm

  • A/Hong Kong/4801/2014 (H3N2)-ähnlicher Stamm

  • B/Brisbane/60/2008-ähnlicher Stamm

Für quadrivalente Impfstoffe werden die Antigene der oben genannten Viren sowie eine Variante von B/Phuket/3073/2013 empfohlen. 

Hinweis Diese Stammzusammensetzung weicht von der der Saison 2016/2017 ab.

Zwei bis drei Wochen nach der Impfung beginnt normalerweise der Impfschutz. Dieser beträgt bei einer engen Verwandtschaft zwischen Impfvirus und dem aktuell zirkulierenden Virus zwischen 50 und 80 Prozent. Aber auch Patientinnen und Patienten, die trotz Schutzimpfung an Influenza erkranken, profitieren von der Grippeimpfung. Sie haben im Vergleich zu Ungeimpften ein deutlich verringertes Risiko, Komplikationen zu erleiden beziehungsweise daran zu sterben.

Weitere Informationen zur Grippeimpfung finden Sie unter Influenza.

Wann muss ich bei einer Grippe zur Ärztin/zum Arzt?

Bei einer Grippe ist nicht immer ein Arztbesuch notwendig. Wenn sich jedoch die Symptome verschlimmern oder wenn sie mehr als eine Woche anhalten, wird empfohlen, eine Ärztin/einen Arzt aufzusuchen. Personen mit erhöhtem Komplikationsrisiko sollten den Krankheitsverlauf aufmerksam verfolgen und sich bei Problemen unverzüglich an eine Ärztin/einen Arzt wenden.  

Wäre es nicht besser, die Grippe einfach durchzumachen, um so immun zu werden?

Nein, zwar ist das Risiko von schwerwiegenden Komplikationen für gesunde Personen gering, aber es ist nicht völlig auszuschließen. Zudem besteht ein gewisses Risiko, dass die Krankheit auf eine Person mit erhöhtem Komplikationsrisiko (Schwangere, Säuglinge, chronisch Kranke, Personen mit Immunschwäche) übertragen wird. Ein solches Verhalten kann auch volkswirtschaftliche Auswirkungen haben, wenn es wegen einer Grippewelle zu einer Verlangsamung der Wirtschaft kommt, wenn Eisenbahn- oder Fluggesellschaften, Telekommunikationsunternehmen sowie Verwaltungsstellen ihre Tätigkeit einschränken müssen, weil das Personal krank ist. Es liegt somit in der Verantwortung eines jeden Einzelnen, die Übertragung der Grippe zum Schutz der eigenen Gesundheit und jener der anderen sowie zur Erhaltung einer funktionsfähigen Gesellschaft einzuschränken.  

Was soll ich tun, wenn ein Arbeitskollege mit Grippesymptomen zur Arbeit erscheint?

Am besten macht man ihn darauf aufmerksam, dass er nach Hause gehen und dort die Grippe auskurieren soll. Wichtig ist, dass Kranke nicht nur so lange zu Hause bleiben, bis die Symptome vollständig abgeklungen sind, sondern noch einen Tag darüber hinaus. Zudem sollen Grippekranke den Kontakt zu gefährdeten Personen strikt meiden.   

Sollen Personen mit Grippe oder Kontakt zu Grippekranken vorsichtshalber antivirale Medikamente einnehmen?

Fachleute warnen vor einer unsachgemäßen Einnahme von antiviralen Medikamenten und raten deshalb dringend davon ab, diese ohne ärztliches Rezept einzunehmen oder über das Internet zu bestellen. Aufgrund des bisher eher milden Verlaufs der Krankheit sind eine Therapie und insbesondere eine Prophylaxe mit antiviralen Medikamenten in den wenigsten Fällen notwendig. Eine Anwendung ist besonders bei Patienten mit schwerem Krankheitsverlauf angezeigt, oder wenn sie den Risikokategorien angehören. In diesen Fällen wird vom Arzt oder von der Ärztin die passende Therapie verschrieben.   

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