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Symbolfoto Abhorchen © Monet

Chronische Bronchitis

Bei einer chronischen Bronchitis kommt es zu einer andauernden Entzündung der Bronchialschleimhaut. Dabei wird zu viel Schleim in den Bronchien produziert. Auf der Schleimhaut der Atemwege befinden sich beim gesunden Menschen Flimmerhärchen (Zilien), die Schmutzpartikel und Schleim aus der Lunge befördern. Diese sind im Falle einer chronischen Bronchitis beschädigt bzw. bereits zerstört. Die Bronchienwände werden zunehmend dünner und instabil.

Ursachen

Die Hauptursache für diese Erkrankung ist das Zigarettenrauchen. Auch Passivrauchen dürfte sich diesbezüglich als Mitverursacher erweisen. Schadstoffe am Arbeitsplatz (z.B. Staub im Bergbau) oder in der Umwelt können begünstigende Faktoren sein. In einigen Fällen sind auch Immundefekte an der Entwicklung beteiligt. Arbeitsinspektion, AUVA (Allgemeine Unfallversicherungsanstalt) sowie Arbeitsmedizinerinnen/Arbeitsmediziner bzw. Betriebsärztinnen/Betriebsärzte informieren über Gefahren am Arbeitsplatz. Informationen zur Umweltbelastung finden Sie auf der Website des Umweltbundesamtes, die aktuelle Ozonbelastung unter Services.

Auch vorangegangene Krankheiten (z.B. Masern), angeborene Fehlbildungen des Herzens oder der Luftwege bzw. die Stoffwechselkrankheit zystische Fibrose (Mukoviszidose) können diese Krankheit begünstigen.

Symptome & Diagnose

Die Diagnose wird gestellt, wenn Husten bzw. Auswurf mindestens drei Monate in zwei aufeinander folgenden Jahren auftreten (Definition der WHO). Zuvor werden andere Erkrankungsursachen (z.B. Asthma) differenzialdiagnostisch ausgeschlossen. Sind die Atemwege verengt, zeigt sich neben Husten und Auswurf auch Atemnot. Weiters machen sich pfeifende oder brummende Geräusche beim Atmen bemerkbar. Betroffene sind meist auch für Infekte empfänglicher (z.B. immer wiederkehrende Erkältungen).

Diagnostische Maßnahmen

Eine ausführliche Anamnese (Erhebung der Krankengeschichte) beleuchtet den Krankheitsverlauf und begleitende Faktoren. Durch Abhorchen (Auskultation) und Abklopfen (Perkussion) des Brustraumes sowie eine generelle körperliche Untersuchung macht sich die Ärztin/der Arzt ein Bild. Zu den weiterführenden Untersuchungen gehören unter anderem radiologische Bildgebung (z.B. Lungenröntgen), Lungenfunktionsdiagnostik, Blutgasanalyse sowie Blutabnahme.

Die Erkrankung wird in zwei Formen aufgeteilt:

  • chronische nicht-obstruktive Bronchitis und
  • chronisch obstruktive Bronchitis (COPD).

Chronische nicht obstruktive Bronchitis

Die nicht obstruktive Bronchitis kann sich meistens noch zurückbilden, wenn verursachende Faktoren wegfallen (z.B. Rauchen, Staubexposition). Sobald eine längerfristige Verengung der Atemwege im Sinne von COPD auftritt, ist die Prognose schlechter. Eine Lungenfunktionsdiagnostik gibt Aufschluss über das Ausmaß der Erkrankung. Durch geeignete Therapie- bzw. Präventionsmaßnahmen (z.B. Rauchstopp) kann das Fortschreiten der Erkrankung verhindert werden. Zudem gehört es zu den Therapiezielen, etwaige Spätkomplikationen (z.B. Lungenemphysem oder Cor pulmonale) möglichst zu verzögern.

Chronisch-obstruktive Bronchitis (COPD)

Die chronisch-obstruktive Bronchitis fällt in den Formenkreis der COPD. Unter COPD (chronic obstructive pulmonary disease, chronisch-obstruktive Lungenerkrankung) versteht man eine Erkrankung, bei der es zu einer chronischen Bronchitis und/oder einem Lungenemphysem (geschädigte bzw. aufgeblähte Lungenbläschen) kommt. Bei COPD sind die Atemwege dauerhaft verengt. Diese Erkrankung entwickelt sich über Jahre und ist vermeidbar und behandelbar. Leider lassen sich bei einer bereits bestehenden COPD nicht alle Schäden wieder rückgängig machen. Mit zunehmender Dauer dieser Krankheit verschlechtern sich die Symptome, und es kommt immer wieder zu akuten Krankheitsschüben (Exazerbationen). Ist die COPD schon stark fortgeschritten, haben Betroffene selbst bei Tätigkeiten des alltäglichen Lebens Schwierigkeiten und ziehen sich oft auch aus dem sozialen Leben zurück.

Die Stadien bzw. der Schweregrad der COPD hängen mit den Lungenfunktionswerten, der Schwere der Atemnot sowie der Häufigkeit von Krisen (Exazerbationen) zusammen.
Asthma (vor allem Raucher), Alpha-1-Proteinase-Inhibitor-Mangel (angeborener Mangel des Proteins α1-Antitrpysin) sowie Entwicklungsstörungen der Lunge bei Ungeborenen zählen zu den begünstigenden Faktoren für COPD. Außerdem sind auch alle Risikofaktoren für eine chronische Bronchitis mögliche Auslöser für eine COPD. Nähere Informationen zu Prävention, Diagnose, Therapie, Behandlung einer akuten Verschlechterung und Rehabilitation finden Sie unter Chronisch obstruktive Lungenerkrankung.

Hinweis Bei Nichtansprechen auf die Therapie beziehungsweise einer Verschlechterung der Symptomatik sollte umgehend die Ärztin/der Arzt kontaktiert werden.

Wohin kann ich mich wenden?

Wenn Sie den Verdacht haben, an einer Bronchitis zu leiden, können Sie sich bezüglich Diagnose und Behandlung an folgende Stellen wenden:

  • Ärztin/Arzt für Allgemeinmedizin
  • Fachärztin/Facharzt für Innere Medizin
  • Fachärztin/Facharzt für Lungenkrankheiten

Auch Arbeitsmedizinerinnen/Arbeitsmediziner bzw. Betriebsärztinnen/Betriebsärzte können Ihnen weiterhelfen. Kinderärztinnen und -ärzte sind auf die medizinische Versorgung von Kindern und Jugendlichen spezialisiert.

Wie erfolgt die Abdeckung der Kosten?

Alle notwendigen und zweckmäßigen Therapien werden von den Krankenversicherungsträgern übernommen. Grundsätzlich rechnet Ihre Ärztin/Ihr Arzt bzw. das Ambulatorium direkt mit Ihrem Krankenversicherungsträger ab. Bei bestimmten Krankenversicherungsträgern kann jedoch ein Selbstbehalt für Sie anfallen (BVA, SVA, SVB, VAEB).

Nur bei Inanspruchnahme einer Wahlärztin/eines Wahlarztes (d.h. Ärztin/Arzt ohne Kassenvertrag) oder eines Privatambulatoriums werden die Kosten nicht direkt verrechnet. In diesem Fall bezahlen Sie den anfallenden Betrag direkt an die Ärztin/den Arzt und reichen die Rechnung bei Ihrer zuständigen Krankenkasse ein. Es werden Ihnen maximal 80 Prozent des Tarifs, den eine Vertragsärztin/ein Vertragsarzt bzw. ein Vertragsambulatorium mit der Krankenkasse verrechnet, rückvergütet.

Nähere Informationen zur Abdeckung der Kosten bei COPD finden Sie unter Chronisch obstruktive Lungenerkrankung.

Beratung & Hilfe

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