Gesundheitsportal
Inhaltsbereich
Hustender Mann © Kzenon

Akute Bronchitis

Bei der akuten Bronchitis handelt es sich um eine Entzündung der Schleimhaut der Bronchien (Luftwege) bzw. der Luftröhre. Sie zählt zu den häufigsten Erkrankungen des Menschen. Je nach betroffenem Abschnitt der Atemwege ist die korrekte medizinische Bezeichnung Tracheitis (Luftröhrenentzündung), Tracheobronchitis (Entzündung der Luftröhre und der Bronchien), Bronchitis (Entzündung der Bronchien) oder Bronchiolitis (Entzündung der kleinen Bronchien, den Bronchiolen). Sie tritt meist als Folge eines viralen Infekts auf und dauert im Durchschnitt weniger als zwei bis drei Wochen. In der Regel sind bei einer akuten Bronchitis hauptsächlich die größeren Bronchien betroffen.

Symptome

Husten und Hustenreiz sind die hervorstechendsten Merkmale einer akuten Bronchitis. Zu den weiteren Symptomen zählen:

  • Schmerzen hinter dem Brustbein während des Hustens,
  • zäher Auswurf,
  • vermehrte Schleimbildung,
  • Fieber,
  • Kopf- bzw. Gelenksschmerzen,
  • ggf. ungewöhnliche Atemgeräusche (Pfeifen oder „Giemen“).

Betroffene leiden meist gleichzeitig unter Schnupfen, Heiserkeit oder Halsschmerzen, da die oberen Atemwege auch entzündet sind.

Ursachen

Die Auslöser einer akuten Bronchitis sind vielfältig: Von Erregern bis hin zu Reizstoffen aus der Umwelt oder dem Arbeitsumfeld. Nicht selten tritt eine akute Bronchitis während einer Grippeerkrankung mit dem Influenza-A-Virus auf. Eine Impfung gegen Grippe stellt demnach eine wichtige vorbeugende Maßnahme dar.

Eine akute Bronchitis kann folgende Ursachen haben:

  • Viren: Vor allem Parainfluenzaviren, Respiratory-syncytial-Viren, Adenoviren, Coronaviren, Rhinoviren, Influenzaviren.
  • Bakterien: z.B. Mykoplasmen und Chlamydien.
  • Reizstoffe: z.B. Staub oder Gase am Arbeitsplatz bzw. Feinstaubbelastung.
  • Pilze: z.B. Soorbronchitis durch Candida albicans.

Zudem tritt eine akute Bronchitis auch im Rahmen von anderen Erkrankungen auf, z.B. bei Masern oder Keuchhusten. Sind Erreger die Verursacher, werden diese meist durch Tröpfchen- oder Schmierinfektion übertragen.

Es gibt verschiedene Risikofaktoren, die die Entstehung einer Bronchitis begünstigen können, z.B. Rauchen, geschwächtes Immunsystem sowie die angeborene Stoffwechselerkrankung Mukoviszidose (Zystische Fibrose).

Arbeitsinspektion, AUVA sowie Arbeitsmedizinerinnen/Arbeitsmediziner bzw. Betriebsärztinnen/Betriebsärzte informieren über Gefahren am Arbeitsplatz.
Informationen zur Umweltbelastung finden Sie auf der Website des Umweltbundesamtes bzw. unter Services die aktuelle Ozonbelastung.

Diagnostik

Eine Anamnese (Erhebung der Krankengeschichte) gibt Aufschluss über Dauer und Ausmaß der Beschwerden. Durch Abhorchen (Auskultation) und Abklopfen (Perkussion) des Brustraumes kann die Ärztin/der Arzt die Verdachtsdiagnose bestätigen bzw. eine weiterführende Diagnostik einleiten. Auch Rachen und Mund werden untersucht. Vor allem bei schwereren Formen der akuten Bronchitis sind weiterführende Untersuchungen erforderlich (z.B. Lungenröntgen oder Probenentnahme des Auswurfs).

Therapie

Da die akute Bronchitis in der Regel eine von selbst abheilende Erkrankung ist, orientiert sich die Behandlung an einer Linderung der Symptome. Körperliche Schonung und ausreichende Flüssigkeitszufuhr sind die wichtigsten Maßnahmen.

Medikamente im Überblick

Fiebersenkende Medikamente (z.B. Paracetamol) können im Einzelfall angewendet werden. Da diese Medikamente jedoch Nebenwirkungen haben und den Krankheitsverlauf auch verlängern können, sollten sie nicht unkritisch verwendet werden. Hustenmittel sollten ebenfalls nur eingenommen werden, wenn das Alltagsleben und/oder der Schlaf durch die Bronchitis stark eingeschränkt ist. Der Hustenreflex dient letztlich auch dazu, Erreger und festsitzenden Schleim aus der Lunge zu entfernen. Inhalierte, die Bronchien erweiternde Medikamente (z.B. Sympathomimetika) sind lediglich bei der spastischen Bronchitis erforderlich, bei der die Atemwege verengt sind. Antibiotika kommen nur bei bakteriellen Superinfektionen bzw. individuell bei chronischen Begleiterkrankungen, Schwächung des Immunsystems oder älteren, hoch fiebernden Patientinnen/Patienten zum Einsatz. Eine Therapie mit virenhemmenden Mitteln (Virostatika) ist nur in Ausnahmefällen notwendig und sinnvoll – z.B. bei Schwäche des Immunsystems. Liegt die Ursache der Bronchitis in einer Pilzinfektion, werden Antimykotika (Pilzmittel) verschrieben.

Achtung! Medikamente – auch rezeptfreie – sollten nur nach Rücksprache mit einer Ärztin/einem Arzt beziehungsweise nach Beratung durch eine Apothekerin/einen Apotheker angewandt werden.

Hausmittel bedacht anwenden

Hausmittel wie Hustentees (beispielsweise aus Spitzwegerichkraut, Eibischblättern und -wurzeln oder Huflattich) finden häufig Verwendung. Wenn Sie selbst Inhalationen durchführen möchten (z.B. mit ätherischen Ölen oder Salz), besprechen Sie sich mit Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt bzw. Ihrer Apothekerin/Ihrem Apotheker. Manche ätherischen Öle dürfen beispielsweise bei Kindern, bestimmten Ausprägungen der Bronchitis oder Grunderkrankungen nicht angewandt werden. Salzinhalationen können in manchen Fällen zu bronchialen Krämpfen führen. Es ist generell empfehlenswert, fachlichen Rat einzuholen, bevor „Hausmittel“ angewendet werden. So können z.B. auch pflanzliche Mittel Nebenwirkungen bzw. Wechselwirkungen mit Medikamenten aufweisen. Außerdem kann Ihnen Ihre Ärztin/Ihr Arzt bzw. Ihre Apothekerin/Ihr Apotheker zusätzliche Tipps für die baldige Genesung geben.

Wann Bettruhe notwendig ist

Vor allem ältere Menschen sollten sich bei einer akuten Bronchitis zwar schonen, aber sich dennoch – dem Allgemeinzustand entsprechend – immer wieder bewegen und nicht nur liegen. Es kann sonst zu Komplikationen wie z.B. einer Lungenentzündung oder einer Thrombose kommen.

Bettruhe empfiehlt sich bei hohem Fieber. Sport sollte in der akuten Phase einer akuten Bronchitis in jedem Fall unterbleiben. Patientinnen/Patienten mit Bronchitis sollten zudem das Rauchen bzw. Passivrauchen strikt vermeiden.

Was sonst zu beachten ist

Aus einem viralen Atemwegsinfekt kann sich eine sogenannte bronchiale Hyperreagibilität (Überempfindlichkeit der Luftwege) entwickeln. Dabei bleibt der Husten über Wochen bestehen, und es kann auch zu Asthma-artigen Anfällen kommen. Antiasthmatische Medikamente können hier Abhilfe schaffen.

Sind eingeatmete Reizgase die Ursache der akuten Bronchitis, werden die Betroffenen 24 Stunden im Krankenhaus beobachtet, da es zu einem Lungenödem kommen kann. Bei arbeitsbedingter Exposition sollte eine Arbeitsmedizinerin/ein Arbeitsmediziner in die Therapie mit eingebunden sein, um die schädliche Wirkung für den Arbeitnehmer so gering wie möglich zu halten.

Hinweis Eine akute Bronchitis sollte immer ärztlich abgeklärt werden, da es sich von der Symptomatik her etwa auch um eine Lungenentzündung (Pneumonie) handeln könnte beziehungsweise Komplikationen auftreten können. Bei Ersterer sind die Symptome allerdings meist ausgeprägter. Vor allem, wenn hohes Fieber, beschleunigte Atmung, stark gelblicher Auswurf beziehungsweise Atemnot auftreten, muss rasch ärztliche Hilfe hinzugezogen werden. Bei einer akuten Atemnot muss sofort die Rettung verständigt werden. Weitere Informationen zu Erste-Hilfe-Maßnahmen finden Sie unter Atemnot bei Erwachsenen und Atemnot bei Kindern. Besonders bei Patientinnen/Patienten mit Vorerkrankungen, Immunschwäche, älteren Menschen und Kindern ist Vorsicht geboten.

Wohin kann ich mich wenden?

Wenn Sie den Verdacht haben, an einer Bronchitis zu leiden, können Sie sich bezüglich Diagnose und Behandlung an folgende Stellen wenden:

  • Ärztin/Arzt für Allgemeinmedizin
  • Fachärztin/Facharzt für Innere Medizin
  • Fachärztin/Facharzt für Lungenkrankheiten

Auch Arbeitsmedizinerinnen/Arbeitsmediziner bzw. Betriebsärztinnen/Betriebsärzte können Ihnen weiterhelfen. Kinderärztinnen und -ärzte sind auf die medizinische Versorgung von Kindern und Jugendlichen spezialisiert.

Wie erfolgt die Abdeckung der Kosten?

Alle notwendigen und zweckmäßigen Therapien werden von den Krankenversicherungsträgern übernommen. Grundsätzlich rechnet Ihre Ärztin/Ihr Arzt bzw. das Ambulatorium direkt mit Ihrem Krankenversicherungsträger ab. Bei bestimmten Krankenversicherungsträgern kann jedoch ein Selbstbehalt für Sie anfallen (BVA, SVA, SVB, VAEB).

Nur bei Inanspruchnahme einer Wahlärztin/eines Wahlarztes (d.h. Ärztin/Arzt ohne Kassenvertrag) oder eines Privatambulatoriums werden die Kosten nicht direkt verrechnet. In diesem Fall bezahlen Sie den anfallenden Betrag direkt an die Ärztin/den Arzt und reichen die Rechnung bei Ihrer zuständigen Krankenkasse ein. Es werden Ihnen maximal 80 Prozent des Tarifs, den eine Vertragsärztin/ein Vertragsarzt bzw. ein Vertragsambulatorium mit der Krankenkasse verrechnet, rückvergütet.

Beratung & Hilfe

Drucken RSS-Feed Teilen Feedback
Zum Seitenanfang springen Transparente Grafik zwecks Webanalyse