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Frau mit Katze ©stokkete

Tierhaarallergie: Auslöser

Die Bezeichnung „Tierhaarallergie“ ist eigentlich nicht korrekt, da der menschliche Organismus nicht auf die Haare selbst allergisch reagiert, sondern auf Eiweißkörper, die sich in Hautschuppen und Sekreten im Fell befinden. Allergieauslösende Substanzen sind beispielsweise im Talg, Speichel, Schweiß, Kot oder Urin von Tieren enthalten. Diese Allergene sind für nicht allergische Personen völlig harmlos. Bei sensibilisierten Menschen können sie jedoch zu Bindehautentzündung, allergischem Schnupfen oder Asthma führen. Manche sensibilisierte Personen entwickeln auch juckende Ausschläge (Quaddeln) bei direktem Tierkontakt.

Den Tierhaaren auf der Spur

Aufgrund der Zunahme der Haustierhaltung und des engeren Kontaktes zu den Tieren steigt auch die Häufigkeit von Tierhaarallergien. Etwa jede dritte Tierhalterin/jeder dritte Tierhalter entwickelt eine Tierhaarallergie, es sind jedoch auch viele Menschen betroffen, die keine Haustiere besitzen. Daher wird bei Beschwerden wie Bindehautentzündung, Schnupfen oder Husten – speziell in der kalten Jahreszeit mit erhöhtem Erkältungsrisiko – häufig nicht an eine Tierallergie gedacht. Menschen mit einer Allergie gegen Tierhaare müssen nicht zwangsläufig Tiere besitzen. Sie können auch beim Kontakt mit Tieren oder nur mit deren Besitzerinnen/Besitzern allergische Reaktionen zeigen. Katzenhaare sind besonders gefährlich, weil sie überall haften bleiben und nur schwer zu entfernen sind. Katzenbesitzerinnen/-besitzer verbreiten sie mit ihrer Kleidung überall, z.B. in der Schule, am Arbeitsplatz, in öffentlichen Verkehrsmitteln, in Hotels oder Kinos.

Zu gesundheitlichen Beschwerden kann es bei entsprechend hochsensibilisierten Tierhaarallergikerinnen/-allergikern auch kommen, wenn sie einen Raum betreten, in dem vorher ein Tier war, auf das sie allergisch reagieren, oder sogar an Orten, wo sich niemals ein Tier direkt aufgehalten hat. So sollte z.B. ein Kind mit einer Katzenallergie in der Schule nicht neben einem anderen Kind sitzen, das zu Hause eine Katze hat. Gerade bei solchen Patientinnen/Patienten ist das Erkennen der Allergiequelle erschwert, und es wird häufig nicht an eine Tierhaarallergie gedacht. Allergische Reaktionen können auch durch Kleidung oder Einrichtungsgegenstände tierischer Herkunft verursacht werden, beispielsweise durch Fellmäntel, Jagdtrophäen, Teppiche aus Tierhaaren, Rosshaarmatratzen, Schaffelle etc.

Am häufigsten sind Allergien gegen Katzen und Hunde, gefolgt von Nagetieren (v.a. Ratten, Mäuse, Kaninchen, Meerschweinchen, Hamster) sowie Pferden und Kühen. Seltener lösen auch Heimvögel Allergien aus.

Allergie gegen Katzenhaare

Das Katzenallergen wird hauptsächlich mit dem Speichel und der Tränenflüssigkeit abgegeben und benetzt auf diese Weise den Feinstaub in der Wohnung, der allergische Reaktionen auslöst. Durch die außerordentlich guten Schwebeeigenschaften dieses Feinstaubes verbleibt das Katzenallergen selbst nach Entfernen der Katze aus der Wohnung noch über Monate in der Luft. Manche Allergikerinnen/Allergiker reagieren zwar besonders auf spezielle Katzenarten wie Angorakatzen und weniger auf andere Rassen, meistens jedoch reagieren sie auf alle Katzenhaare. Somit ist bei Katzenallergie generell von der Haltung einer Katze abzuraten.

Allergie gegen Hundehaare

Die Allergene von Hundehaaren weisen im Vergleich zum Katzenallergen ein geringeres Sensibilisierungspotenzial auf, das Allergen verbleibt auch nicht so lange in der Raumluft. Die Allergieauslöser des Hundes sind artspezifisch, d.h. eine Hundeallergie betrifft jeden Hund. Es gibt allerdings durchaus Rassenunterschiede, noch stärker sind aber die individuellen Unterschiede zwischen einzelnen Hunden. Da manche Hunderassen besonders viel, andere wieder weniger von diesen Allergenen ausscheiden, entsteht für Allergiker der Eindruck, sie wären nur auf bestimmte Rassen allergisch. Trotzdem ist bei festgestellter Hundeallergie generell von der Haltung eines Hundes abzuraten.

Allergie gegen Vogelfedern und -kot

Allergieauslöser hier sind sowohl die Federn als auch der Vogelkot. Auch können Vogelmilben die Ursache sein. In diesem Fall besteht oft zusätzlich eine Sensibilisierung gegen Hausstaubmilben. Immer wieder werden auch Allergien gegen Futtermittel beobachtet (z.B. gegen Hirse oder Sonnenblumenkerne). Einige Vogelallergiker weisen auch eine Eiallergie (Egg-Bird-Syndrom) bzw. eine Allergie gegen Hühner- und Putenfleisch auf.

Hinweis Allergikerinnen/Allergikern (insbesondere Asthmatikerinnen/Asthmatikern) ist von der Neuanschaffung eines Haustiers eher abzuraten. Tiere verursachen generell mehr biologischen Staub in der Wohnung, fördern das Wachstum von Hausstaubmilben und können selbst Allergien auslösen.

Es gibt keine gesicherten Maßnahmen, um der Entstehung einer Tierhaarallergie vorzubeugen.
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