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Entfernen von Schimmel an einer Wand © cegli

Schimmelpilzallergie: Therapie

Die wichtigste Maßnahme besteht darin, den Kontakt mit dem Allergen so weit wie möglich zu meiden. Dies wird auch Allergenkarenz genannt. Zur Linderung akuter Beschwerden stehen antiallergische und antientzündliche Medikamente zur Verfügung. Eine ursächliche Behandlung durch eine spezifische Immuntherapie ist im Falle der Schimmelpilzallergie nur in Einzelfällen möglich.

Vermeidung von Allergenkontakt

Für Allergikerinnen/Allergiker ist es wichtig, die Allergenbelastung durch geeignete Maßnahmen zu reduzieren. Das ist allerdings nur bei den selteneren Allergien gegen Innenraumschimmel möglich:

  • Reinigen: Im Handel wird eine Reihe von Chemikalien zur Abtötung von Schimmelpilzen angeboten. Meist enthalten sie jedoch Chlor, Stickstoff, Schwefel oder Zinnverbindungen, die allesamt die Raumluft belasten und gesundheitsschädigend sind. Besser geeignet sind: Wasserstoffperoxid, Sodalauge oder hochprozentiger Ethylalkohol – damit den Schimmel vorsichtig abwischen. Atemschutzmaske mit Allergenfilter, Schutzbrille und Handschuhe verwenden! Nicht wegsaugen, denn dadurch werden die Sporen ausgeblasen und in der Atemluft verteilt (außer man verwendet einen Staubsauger mit HEPA-Filter). Anschließend den Raum gut durchlüften.
  • Trocknen feuchter Stellen: Trocknungs- bzw. Entfeuchtungsgeräte können im Baustoffhandel angemietet werden. Sie sind bei aufsteigender Mauerfeuchte nicht geeignet, denn durch die starke Trocknung der Innenraumluft wird noch mehr Feuchtigkeit in die Wand gezogen.
  • Stoppen: Für den Menschen unbedenkliche Sprühlösungen bedecken die behandelte Oberfläche und unterbinden weiteres Schimmelwachstum. Sie sind im medizinischen Fachhandel erhältlich.
  • Nachhaltige Ursachenbekämpfung von Mauerwerk: Schimmelbekämpfung muss immer eine Ursachenbekämpfung sein, sonst kehrt der Schimmel wieder. Ist die befallene Mauerstelle größer als 50 Quadratzentimeter, sollte ein Profi aus der Baubranche zurate gezogen werden. Kleinere Schäden kann man selbst entfernen. Dabei ist es meist sinnvoll, die befallene Mauerstelle bis auf die Ziegel abzuschlagen, auszutrocknen, zu behandeln und neu aufzuputzen. Wärmedämmung macht dann Sinn, wenn die Außenwände schlecht isoliert oder massive Kältebrücken vorhanden sind.

Medikamentöse Therapie

Mit antiallergischen und antientzündlichen Medikamenten lassen sich akute allergische Beschwerden (symptomatische Therapie) lindern. Eine ursächliche Therapie gegen die Allergie – eine Art Impfung, die mit den Fachbegriffen „Allergen spezifische Immuntherapie (AIT)” oder „Hyposensibilisierung” („unempfindlich machen”) bezeichnet wird – ist im Falle einer Schimmelpilzallergie nur bei ausgewählten Schimmelpilzen (z.B. Alternaria) möglich.

Symptomatische Therapie

In Fällen, in denen eine Allergenvermeidung nicht oder nicht ausreichend möglich ist, verhelfen antiallergische und antientzündliche Medikamente zu einer Linderung der Beschwerden. Antihistaminika blockieren die allergischen Vorgänge im Körper und verhindern dadurch vor allem den Juck- und Niesreiz sowie das Laufen der Nase. Diese werden in Form von Nasensprays, (Augen-)Tropfen, Saft und Tabletten angeboten. Bei stärkeren Symptomen werden Kortikoide(Kortison) für die lokale Anwendung an der Nase eingesetzt. Bei allergischem Asthma werden Kortikoide in Kombination mit Betamimetika inhaliert. Mit diesen Medikamenten ist es meistens möglich, die Symptome der Allergie zu lindern, die zugrunde liegende Erkrankung bessert sich allerdings nicht.

Hyposensibilisierungstherapie

Mit der sogenannten Allergen Spezifischen Immuntherapie (AIT) wird das Immunsystem so lange trainiert, bis es gelernt hat, dass die Allergene nicht gefährlich sind. Dazu wird der Allergikerin/dem Allergiker „ihr/sein“ Auslöser in steigender Dosis zugeführt. Die AIT verfolgt das Ziel, das Immunsystem wieder in sein natürliches Gleichgewicht zu bringen. Da es sehr viele verschiedene Sorten von Schimmelpilzen gibt und es technisch fast unmöglich ist, standardisierte Impfstoffe aus Schimmelpilzsporen zu entwickeln, ist eine AIT gegen diese Allergieform nur bei wenigen ausgewählten Allergenen (z.B. Alternaria) möglich.

Wohin kann ich mich wenden?

Die Diagnose und Therapie einer Schimmelpilzsporenallergie werden von einer allergologisch geschulten Fachärztin/einem allergologisch geschulten Facharzt (für Kinder-, HNO-, Haut- oder Lungenkrankheiten) sowie in speziellen Einrichtungen wie z.B. einem Allergieambulatorium durchgeführt.

Wie erfolgt die Abdeckung der Kosten?

Alle notwendigen und zweckmäßigen Untersuchungen und Therapien werden von den Krankenversicherungsträgern übernommen. Grundsätzlich rechnet Ihre Ärztin/Ihr Arzt bzw. das Ambulatorium direkt mit Ihrem Krankenversicherungsträger ab. Bei bestimmten Krankenversicherungsträgern kann jedoch ein Selbstbehalt für Sie anfallen (BVA, SVA, SVB, VAEB). Sie können allerdings auch eine Wahlärztin/einen Wahlarzt (d.h. Ärztin/Arzt ohne Kassenvertrag) oder ein Privatambulatorium in Anspruch nehmen. Nähere Informationen finden Sie unter Kosten und Selbstbehalte.

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