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Frau öffnet Fenster © britta60

Schimmelpilzallergie: Vorbeugung

Schimmelpilze und ihre Sporen sind allgegenwärtig – der Kontakt und die Entwicklung einer Allergie lassen sich nicht völlig vermeiden. Der Mensch hat eine gute Anpassungsfähigkeit an Schimmelpilze und reagiert daher nur selten mit Krankheitssymptomen. Im Normalfall werden Pilzsporen sofort von Fresszellen unschädlich gemacht und von weißen Blutkörperchen abgetötet. Ob eine Gesundheitsgefährdung besteht, hängt von der Intensität, der Art des Schimmelbefalls und von der Empfindlichkeit des Menschen ab.

Sporenbelastung minimieren

Die Sporenbelastung lässt sich jedoch durch eine Reihe von Maßnahmen reduzieren. Diese sollten insbesondere von Personen mit bekannter Schimmelpilzsporenallergie beachtet werden. Zu diesen Maßnahmen zählen:

  • Lüften: Wohnräume, insbesondere Nassräume, sollten häufig gelüftet werden. Am besten drei- bis viermal täglich für fünf bis zehn Minuten stoßlüften. Dazu Fenster ganz öffnen, möglichst zwei gegenüber liegende – dauerhaft gekippte Fenster ermöglichen hingegen keinen Luftaustausch.
  • Die optimale Luftfeuchte liegt zwischen 40 und 60 Prozent (mittels Hygrometer kann die Luftfeuchte überwacht werden).
  • Feuchtigkeitsbildung (Kondenswasser) an Wänden und Fenstern ist zu vermeiden.
  • Erkennbare Schimmelpilznester sollten entfernt werden, auf Fleckenbildung hinter Möbelstücken und Verkleidungen ist zu achten: Möbel sollten mindestens fünf Zentimeter von der Wand entfernt aufgestellt sein. So kann die Luft zirkulieren. Falls nötig, ist eine professionelle Sanierung (Trockenlegung) durchzuführen.
  • Ventilator: Im Badezimmer hilft die Installation eines Ventilators, feuchte Luft abzuleiten. Nach dem Duschen und Baden sollte Restfeuchte weggewischt und gelüftet werden.
  • Farbzusätze: Beim Streichen der Wände Farbzusätze verwenden, die Schimmelbesiedelung verhindern.
  • Topfpflanzen (besonders Hydrokultur) sollten insgesamt reduziert und zumindest aus dem Schlafzimmer völlig entfernt werden. Erde sollte mit Quarzsand bedeckt werden. Die Tür zum Wintergarten sollte geschlossen bleiben.
  • Auquarien: Auch ein Aquarium erhöht die Luftfeuchtigkeit und ist daher für Personen mit Schimmelpilzallergie nicht zu empfehlen.
  • Luftbefeuchter und Klimaanlagen können Schimmelpilzsporen in großen Mengen verbreiten und sollten daher nicht benutzt werden. Jedenfalls müssen Filter in Klimaanlagen regelmäßig erneuert werden.
  • Keine Wäsche in den Wohnräumen trocknen.
  • Gartenarbeiten wie z.B. Laubrechen sollten gemieden bzw. anderen überlassen werden.
  • Bestimmte Berufsgruppen wie Landwirte, Lebensmittelhändler, Bäcker sollten bei manchen Tätigkeiten Schutzmasken tragen.
  • Besondere Hygiene ist in der Küche einzuhalten. Nahrungsmittel müssen sorgfältig und trocken gelagert werden. Nähere Informationen zur Lagerung von Lebensmitteln finden Sie unter Die Lagerung von Lebensmitteln. Bei Obst – speziell bei Lager- oder Fallobst – kann der Schimmelpilzbefall durch gründliches Waschen deutlich reduziert werden. Faulige Stellen sollten herausgeschnitten, Nahrungsmittelreste rasch entsorgt werden. Biomüll außerhalb des Wohnbereichs lagern.
  • Beim Genuss von Nahrungsmitteln, die von Schimmel befallen oder aus schimmelpilzhaltigen Ausgangsprodukten hergestellt sind (z.B. Schimmelkäse, Bier), kann es ebenfalls zu allergischen Reaktionen kommen. Speziell hochgradig allergische Menschen sollten hier Vorsicht walten lassen.

Hinweis Allergien gegen Schimmelpilzsporen sind von Infektionserkrankungen durch den Befall von Pilzen (Mykosen) zu unterscheiden. Wenn Schimmelpilzinfektionen entstehen, entwickeln sie sich meist über die Atemorgane. Von hier aus können die Schimmelpilze andere Organe befallen. Eine Besiedelung des Körpers durch Schimmelpilze kommt nur sehr selten vor, ist dann aber lebensbedrohlich. Gefährdet sind zumeist Menschen mit geschwächter Immunabwehr (zum Beispiel nach einer Chemotherapie, Transplantations- oder HIV-Patientinnen/-Patienten), alte Menschen mit schwerer chronischer Erkrankung oder auch Säuglinge und Kleinkinder.

Schimmelpilzgifte

Einige Pilze produzieren auch Gifte (Mykotoxine, wie z.B. Aflatoxin). Inwieweit sich Schimmelpilzgifte in Innenräumen negativ auf die Gesundheit auswirken, ist noch nicht ausreichend geklärt. Dennoch sollte man bei sichtbaren Schimmelschäden und gleichzeitigem Auftreten von Fieber, Erschöpfung, Haut- und Schleimhautreizungen oder Kopfschmerzen die Ärztin/den Arzt aufsuchen und vorsorglich Maßnahmen zur Verminderung der Belastung ergreifen.

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