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Frau und Mann vor Wand mit Schimmelbefall © Karin & Uwe Annas

Schimmelpilzallergie: Auslöser

Schimmelpilze bestehen aus Zellgeflechten und haben eine wichtige Funktion im Naturkreislauf: Sie „räumen auf“, indem sie organische Baustoffe von Abgestorbenem und Verdorbenem zersetzen, sie in anorganisches Material umwandeln und wieder dem natürlichen Kreislauf zuführen (zum Beispiel im Komposthaufen). Zur Vermehrung bilden Schimmelpilze, die mit freiem Auge nicht sichtbaren Sporen. Diese können in hoher Konzentration in der Luft vorkommen, eingeatmet werden und allergische Reaktionen auslösen. In Mitteleuropa sind verschiedene Schimmelpilzarten als Allergieauslöser von Bedeutung, z.B. Alternaria, Aspergillus, Cladosporium, Mucor und Penicillium. Schimmelpilze wachsen überall, wo es feucht und warm ist.

Schimmelpilze im Wohnbereich

Schimmelpilzarten wie Penicillium und Aspergillus vermehren sich vor allem bei hoher Luftfeuchtigkeit, bevorzugt in schlecht belüfteten Feuchträumen (Bad, WC) oder an feuchten Mauern, Tapeten, Holzverschalungen, Matratzen, in Klimaanlagen und Luftbefeuchtern, Müll und Blumentöpfen.

Hinweis Eine Sensibilisierung gegen den Schimmelpilz Penicillium hat nichts mit einer Allergie gegen das Antibiotikum Penicillin zu tun.

Schimmelpilze im Freien

Die beiden wichtigsten Schimmelpilze, Alternaria alternata und Cladosporium herbarum, wachsen auf Blattoberflächen (z.B. Gräser, Getreide), Pflanzenabfall und in der Erde. Die höchste Sporenkonzentration tritt im Juli und August auf, geringere Belastungen bestehen das ganze Jahr über. Bei Schimmelpilzallergikern treten Beschwerden oft nach Kontakt mit Heu, Silofutter, Rindenmulch, trockener Erde, Torf, Kompost, Blattabfällen und beim Korndreschen auf.

Schimmelpilze in Nahrungsmitteln

Generell haben Schimmelpilze als Nahrungsmittelallergene einen nur sehr untergeordneten Stellenwert. Sie spielen aber für alle Menschen eine wichtige Rolle beim Verderben von Lebensmitteln. Sie zersetzen die Nahrungsmittel und machen sie ungenießbar. Es reicht nicht, den sichtbaren Schimmelbelag zu entfernen, denn die unsichtbaren Pilzfäden ziehen sich durch das ganze Nahrungsmittel. Besonders leicht verderben Brot, Obst, Marmelade, Käse, Fleisch, Wurst und Nüsse. Diese Vergiftungen durch Schimmelpilze betreffen alle Menschen und nicht nur Schimmelpilzallergiker.

Bestimmte Schimmelpilze und ihre Produkte werden gezielt bei der Produktion und Veredelung bzw. Reifung von Nahrungsmitteln eingesetzt, z.B. bei Backwaren (Hefe), Bier, Wein und anderen Spirituosen, Essig und Essigprodukten, bestimmten Käsesorten wie Camembert oder Roquefort, Soja- und Steaksoßen, Schokolade. Enzyme als Stoffwechselprodukte von Schimmelpilzen zerkleinern auch Kartoffeln bei der Herstellung von Kartoffelpüree oder Obst bei der Fruchtsaftproduktion. Es besteht keine Deklarationspflicht seitens der Hersteller.

Allergische Reaktionen bei Verzehr schimmelpilzhaltiger Nahrungsmittel sind sehr selten. Hochgradig allergische Menschen brauchen nur selten mit Beschwerden rechnen.

Achtung! Schimmelbefall ist nicht immer mit freiem Auge zu erkennen.

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