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Tropfflasche und Blatt © Schlierner

Pollenallergie: Therapie

Eine Pollenallergie sollte auf jeden Fall ärztlich behandelt werden. Betroffene werden je nach Schweregrad der Pollenallergie behandelt. Die Therapie besteht aus drei Hauptsäulen: Allergenvermeidung, Therapie der Ursache und Behandlung der Symptome. Verschiedene Medikamente kommen bei der Behandlung einer Pollenallergie zum Einsatz – von den klassischen Antihistamin-Medikamenten bis hin zu Kortison. Bei der Desensibilisierung (spezifischen Immuntherapie) wird der Körper in Toleranz geschult, damit er eigentlich ungefährliche Allergieverursacher nicht mehr übermäßig bekämpft. Liegt nur eine leichte Form der Pollenallergie vor, reicht oft eine lokale Behandlung der Symptome aus, z.B. die Verabreichung von Nasentropfen. Es ist allerdings wichtig, den Verlauf der Erkrankung zu beobachten, um eine Verschlechterung rechtzeitig zu bemerken.

Allergenvermeidung

Allergenvermeidung ist eine Hauptkomponente der Behandlung einer Pollenallergie. Für Pollenallergikerinnen und -allergiker ist es wichtig, allergieauslösende Stoffe zu meiden und möglichst aus dem Wohnbereich zu verbannen. So können Beschwerden zum Teil deutlich verringert werden. Eine große Hilfe ist die Pollenflugprognose. Aktuelle Informationen zur Pollenbelastung finden Sie unter Wetter & Gesundheit.

Die Pollenbelastung kann je nach Tageszeit oft sehr unterschiedlich sein und ist von den herrschenden Witterungsverhältnissen abhängig. Es ist daher hilfreich, die Zeiten des Lüftens nach der Konzentration der Pollen auszurichten. Bei hoher Pollenbelastung sollte ein Aufenthalt im Freien vermieden werden.

Nähere Informationen finden Sie unter Allergenvermeidung bei Pollenallergie.

Symptomatische Therapie

Es gibt unterschiedliche Mittel, um die Symptome einer Pollenallergie zu behandeln. Einige wirken direkt an Ort und Stelle, etwa Augentropfen. Kortison kann direkt lokal angewandt oder gespritzt werden. Antihistaminika bekämpfen das Hormon Histamin.

  • Antihistaminika: Antihistamin-Medikamente wirken dem Entzündungsbotenstoff Histamin entgegen, der bei der Entstehung von Allergieerkrankungen maßgeblich beteiligt ist.
  • Cromone: Diese Gruppe von Medikamenten ist nur schwach wirksam, hat aber so gut wie keine Nebenwirkungen. Die Wirkung setzt verzögert ein. Cromone dienen zur Stabilisierung der Mastzellen (Abwehrzellen, die unter anderem Histamin speichern), die an einer Allergie stark beteiligt sind.
  • Nasen- oder Augentropfen: Oft werden abschwellend wirkende Nasentropfen und/oder Augentropfen verabreicht. Hier ist darauf zu achten, diese nicht zu lange zu verwenden, da es zu einem Gewöhnungseffekt kommen kann.
  • Kortison: Medikamente, die Kortison enthalten, wirken am stärksten gegen Allergien. Es gibt eigene Substanzen, die lokal, also genau an Ort und Stelle der Symptome, Anwendung finden. Diese gelangen kaum bzw. gar nicht in den Organismus. Lokal angewandte Kortisonpräparate können zu Trockenheit der Schleimhäute führen. Kortison kann auch als Injektion gegeben werden und dadurch über Wochen Symptome einer Allergie im Zaum halten. Eine regelmäßige Verabreichung ist aufgrund der Nebenwirkungen einer längerfristigen Kortisongabe nicht empfehlenswert.

Spezifische Immuntherapie

Die spezifische Immuntherapie bekämpft die Ursache der Allergie direkt. Besser bekannt ist sie unter dem Begriff Desensibilisierung bzw. Hyposensibilisierung. Ziel einer spezifischen Immuntherapie ist es, den Körper in Toleranz zu schulen, damit er die eigentlich ungefährlichen Allergieverursacher nicht mehr übermäßig bekämpft. Die Behandlung ist antigenspezifisch (gegen spezielle Allergieverursacher gerichtet) – daher der Name spezifische Immuntherapie. Sie wird auch als Allergieimpfung bezeichnet. Zumindest vier Monate vor Beginn der Pollensaison sollte mit einer Hyposensibilisierung begonnen werden. Diese Therapie dauert allerdings sehr lang, ca. drei Jahre.

Desensibilisierung sublingual oder subkutan

Eine Desensibilisierung kann auf verschiedene Arten erfolgen:

  • Sublingual: Der Ausdruck „sublingual“ bedeutet „unter die Zunge“. Die Allergene werden durch Tropfen oder Schmelztabletten über die Mundschleimhaut aufgenommen. Bislang wurden kaum Nebenwirkungen beobachtet. Die Einnahme erfolgt täglich und kann zu Hause erfolgen.
  • Subkutan: Hier werden die Allergene von der Ärztin/vom Arzt unter die Haut gespritzt. Diese Variante wird am häufigsten eingesetzt. Die Dosis wird kontinuierlich gesteigert. Bei Erreichen einer bestimmten Dosis wird die Therapie regelmäßig fortgeführt.

Hinweis Desensibilisierungstherapien können in sehr seltenen Fällen zu Nebenwirkungen bis hin zum lebensbedrohlichen anaphylaktischen Schock führen. Daher liegen bei den Behandlungen stets entsprechende Notfallmedikamente bereit. Der Therapieerfolg einer spezifischen Immuntherapie lässt sich dadurch beurteilen, dass es zu einer Abnahme der Beschwerden kommt.

Wohin kann ich mich wenden?

Zur Behandlung von Allergien wie der Pollenallergie gibt es spezielle Einrichtungen – z.B. Ambulatorien. Aber auch im niedergelassenen Bereich wird die Pollenallergie behandelt – etwa von der Fachärztin/dem Facharzt für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde oder von der Fachärztin/dem Facharzt für Kinder- und Jugendheilkunde.  

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