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Mann schnäuzt sich in einem Feld © Lichtmeister

Pollenallergie: Diagnose

Zur Diagnosestellung einer Pollenallergie gibt es verschiedene Methoden. Im Anamnesegespräch lässt sich bereits viel über ein mögliches Allergierisiko herausfinden. Hinweise liefern z.B. typische Symptome wie Schnupfen zu bestimmten Zeiträumen oder Bindehautentzündung. Neben der ausführlichen Befragung der Patientin/des Patienten sind es vor allem spezielle Allergietests, die für eine exakte Diagnose notwendig sind. Häufig werden sogenannte Hauttests durchgeführt, mit deren Hilfe Reaktionen an der Haut beobachtet werden können, die auf eine vorliegende Allergie hinweisen. Aber auch andere Möglichkeiten der Allergietestung, wie etwa Bluttests, finden Anwendung.

Symptome einer Pollenallergie

Bei der Pollenallergie handelt es sich um eine sogenannte Inhalationsallergie, da die Pollen eingeatmet werden. Die Beschwerden einer Pollenallergie können allerdings den ganzen Körper betreffen und sind nicht nur auf die Nase beschränkt. Außer dem typischen „Heuschnupfen“ – der häufigsten Form der allergischen Rhinitis – können auch noch andere Symptome auftreten:

  • Bindehautentzündung
  • Müdigkeit
  • Husten
  • Magen-Darm-Störungen
  • Migräne
  • Atemnot
  • Schlafstörungen

Wie stark diese Symptome auftreten, hängt meist mit der Pollenkonzentration in der Luft zusammen. Selten macht sich eine Pollenallergie bereits vor dem fünften Lebensjahr bemerkbar.

Komplikationen bei Pollenallergie

Bei einer Pollenallergie können eine Reihe an Komplikationen auftreten wie z.B. weitere Allergien oder allergisches Asthma:

  • Nahrungsmittelallergien: Ungefähr die Hälfte der Betroffenen Pollenallergikerinnen/ Pollenallergiker leidet auch unter einer speziellen Form der Nahrungsmittelallergie – dem oralen Allergiesyndrom. Dieses äußert sich durch Juckreiz an Gaumen, Lippen, Wangen oder im Rachen während des Essens. Oft treten gleichzeitig Schleimhautschwellungen an den genannten Stellen auf. Dabei spielen Allergene von Nüssen oder von frischem, rohem Stein-/Kernobst eine Rolle.

  • Asthma: Viele Pollenallergikerinnen/Pollenallergiker entwickeln bei einer länger andauernden Pollenblüte eine Überreaktion der Bronchien. Oft zeigen sich die ersten Anzeichen von allergischem Asthma zuerst nur bei Belastung (z.B. körperliche Anstrengung). Es ist wichtig, eine solche asthmatische Erkrankung rechtzeitig zu therapieren, damit sie nicht chronisch wird.

  • Ausweitung des Allergenspektrums: Wird eine Pollenallergie nicht rechtzeitig durch eine spezifische Immuntherapie behandelt, kann sich das Allergiespektrum ausweiten. Das bedeutet, dass Patientinnen/Patienten im Lauf der Zeit auch auf andere Umweltallergene verstärkt reagieren können, etwa auf Hausstaubmilben oder Haustiere.

Wie wird eine Pollenallergie diagnostiziert?

Sind die ersten Anzeichen einer Pollenallergie entdeckt, gilt es herauszufinden, ob auch tatsächlich eine vorliegt. Dazu ist es notwendig, eine Allergietestung vorzunehmen. Warten Sie nicht zu lange, um eine eventuelle Allergie abklären zu lassen. Oft wird z.B. Heuschnupfen mit einer simplen Verkühlung verwechselt. Bereits während der Erhebung der Krankengeschichte lässt sich das familiäre Risiko für eine Allergieerkrankung erfassen. Ein Allergietagebuch kann helfen, den Verlauf der Symptome festzuhalten und sie zuzuordnen.

Hauttests

Zu einer gründlichen Allergiediagnostik gehören die klassischen Hauttests:

  • Pricktest: Dieser Test ist der Standardtest, um Soforttyp-Allergien festzustellen. Dabei wird auf den Unterarm ein Gitter gezeichnet. In jedes Feld wird nun eine Lösung, die ein Allergen enthält, in Tropfenform aufgetragen. Anschließend wird mit einem kleinen Stechinstrument, einer Lanzette, nur einen Millimeter tief in die Haut unterhalb des Lösungstropfens gestochen. Spätestens nach zwanzig Minuten können Reaktionen der Haut beobachtet werden: Rötungen und Quaddeln.
  • Intrakutantest: Eine Allergenlösung wird in die Haut gespritzt, um eventuelle Hautreaktionen sichtbar zu machen.
  • Reibetest: Bei besonders empfindlichen Patientinnen/Patienten wird die Allergenlösung nur in die Haut eingerieben, um eine Hautreaktion zu sehen.
  • Epikutantest (Pflastertest): Mithilfe des Epikutantests diagnostiziert man Spättyp-Allergien. Es werden Pflaster, die Allergene enthalten, auf den Rücken geklebt, und nach 24 bis 48 und 72 Stunden wird eine Reaktion überprüft.

Provokationstest & Labortests

Hier wird ein Allergen auf die betroffene Stelle (z.B. Augen, Nasenschleimhaut) gebracht oder eingeatmet. Dieser Test erfolgt aufgrund des erhöhten Komplikationsrisikos nur in spezialisierten Einrichtungen und wird nur selten angewandt.

Bei Bluttests erfolgt die Bestimmung der allergiespezifischen Antikörper. Die am häufigsten verwendeten Tests sind:

  • Bestimmung des Gesamt-IgE-Wertes als eher allgemeine Information über die Allergieneigung des Organismus
  • Bestimmung spezifischer IgE-Antikörper zur genauen Diagnose einer Allergie

Betreffen die Beschwerden auch die tieferen Atemwege, werden außerdem Laborwerte bestimmt, die in Zusammenhang mit der Schwere der allergischen Entzündung stehen. Nach ungefähr einer Woche sind die Laborergebnisse ausgewertet. Ausführliche Informationen finden Sie unter „Allergie“ Laborwerte-Tabelle.

Wohin kann ich mich wenden?

Für die Diagnose von Allergien wie der Pollenallergie gibt es spezielle Einrichtungen – z.B. Allergieambulatorien. Die dafür erforderliche Überweisung erhalten Sie von Ihrer Hausärztin/Ihrem Hausarzt. Erkundigen Sie sich im Vorfeld bei Ambulatorien, ob eine vorherige Terminvergabe notwendig ist, und nehmen Sie Ihre e-card mit.

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