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Mann schnäuzt sich in einem Feld © Lichtmeister
Mann schnäuzt sich in einem Feld © Lichtmeister

Pollenallergie: Diagnose

Zur Diagnosestellung einer Pollenallergie gibt es verschiedene Methoden. Bei der Erhebung der Krankengeschichte (Anamnese) lässt sich bereits viel über ein mögliches Allergierisiko herausfinden. Hinweise liefern z.B. typische Symptome wie Schnupfen zu bestimmten Zeiträumen oder Bindehautentzündungen.

Neben der ausführlichen Befragung der Patientin/des Patienten sind es vor allem spezielle Allergietests, die für eine exakte Diagnose notwendig sind. Mittels Hauttests können etwaige Reaktionen an der Haut, die auf eine vorliegende Allergie hinweisen, beobachtet werden. Aber auch andere Möglichkeiten der Allergietestung, wie etwa Bluttests, gehören zu einer Allergiediagnostik. 

Welche Symptome können bei Pollenallergie auftreten?

Bei der Pollenallergie handelt es sich um eine sogenannte Inhalationsallergie, da die Pollen eingeatmet werden. Die Beschwerden einer Pollenallergie können allerdings den ganzen Körper betreffen und sind nicht nur auf die Nase (Niesreiz, Nasenrinnen, Juckreiz der Nase, angeschwollene Nasenschleimhaut etc.) beschränkt. Sind auch die Augenlider geschwollen mit tränenden, juckenden Augen, spricht man von allergischer Rhinokonjunktivitis, einer Form der Bindehautentzündung am Auge. Es können auch noch andere Symptome auftreten, zum Beispiel:

  • Allgemeines Krankheitsgefühl,
  • Kopfschmerzen,
  • Müdigkeit,
  • Husten,
  • Atemnot sowie
  • Schlafstörungen.

Wie stark diese Symptome auftreten, hängt meist mit der Pollenkonzentration in der Luft zusammen. Selten macht sich eine Pollenallergie bereits vor dem fünften Lebensjahr erstmals bemerkbar, meist jedoch vor dem zwanzigsten Lebensjahr. Einmal ausgebrochen, tritt die Allergie dann jedes Jahr wieder auf.   

Komplikationen bei Pollenallergie

Bei einer Pollenallergie können eine Reihe an Komplikationen auftreten, wie z.B. weitere Allergien oder allergisches Asthma:

  • Nahrungsmittelallergien: Ungefähr die Hälfte der Betroffenen Pollenallergikerinnen/Pollenallergiker leidet auch unter einer speziellen Form der Nahrungsmittelallergie – dem oralen Allergiesyndrom. Dieses äußert sich durch Juckreiz an Gaumen, Lippen, Wangen oder im Rachen während des Essens. Oft treten gleichzeitig Schleimhautschwellungen an den genannten Stellen auf. Dabei spielen Allergene von Nüssen oder von frischem, rohem Stein-/Kernobst eine Rolle. Wichtig ist zu beachten, dass allergische Personen grundsätzlich immer – auch außerhalb der Pollensaison – allergisch sind. Das erklärt die ganzjährig auftretenden Kreuzreaktionen auf Nahrungsmittel (z.B. Birke–Apfel).

  • Asthma: Viele Pollenallergikerinnen/Pollenallergiker entwickeln bei einer länger andauernden Pollenblüte eine Überreaktion der Bronchien. Oft zeigen sich die ersten Anzeichen von allergischem Asthma zuerst nur bei Belastung (z.B. körperliche Anstrengung). Es ist wichtig, eine solche asthmatische Erkrankung rechtzeitig zu therapieren, damit sie nicht chronisch wird.

  • Ausweitung des Allergenspektrums: Wird eine Pollenallergie nicht rechtzeitig durch eine spezifische Immuntherapie behandelt, kann sich das Allergiespektrum ausweiten. Das bedeutet, dass Patientinnen/Patienten im Lauf der Zeit auch auf andere Umweltallergene verstärkt reagieren können, etwa auf Hausstaubmilben, Schimmelpilzsporen oder Haustiere

Wie wird die Diagnose einer Pollenallergie gestellt?

Die Ärztin/der Arzt erhebt zuerst die Krankengeschichte (Anamnese) und Beschwerden (inklusive körperlicher Untersuchung wie z.B. Abhorchen oder Naseninspektion). Sind die ersten Anzeichen einer Pollenallergie entdeckt, gilt es herauszufinden, ob auch tatsächlich eine vorliegt. Dazu ist es notwendig, eine Allergietestung vorzunehmen. Warten Sie nicht zu lange, um eine eventuelle Allergie abklären zu lassen. Oft wird z.B. Heuschnupfen mit einer simplen Verkühlung verwechselt. Bereits während der Erhebung der Krankengeschichte lässt sich das familiäre Risiko für eine Allergieerkrankung erfassen. Ein Allergietagebuch kann helfen, den Verlauf der Symptome festzuhalten und sie zuzuordnen.

Pricktest

Dieser Test ist der Standardtest, um Soforttypallergien festzustellen. Dabei wird auf den Unterarm ein Gitter gezeichnet. In jedes Feld wird nun eine Lösung, die ein Allergen enthält, in Tropfenform aufgetragen. Anschließend wird mit einem kleinen Stechinstrument, einer Lanzette, nur einen Millimeter tief in die Haut unterhalb des Lösungstropfens eingeritzt. Spätestens nach zwanzig Minuten können Reaktionen der Haut beobachtet werden: Rötungen und Quaddeln.

Provokationstest

Beim Provokationstest wird ein Allergen auf die betroffene Stelle (z.B. Augen, Nasenschleimhaut) gebracht oder eingeatmet. Dieser Test erfolgt aufgrund des erhöhten Komplikationsrisikos nur in spezialisierten Einrichtungen und wird für die Abklärung einer Pollenallergien fast nie notwendig und deshalb selten angewandt.

Labortests

Bei Bluttests erfolgt die Bestimmung der allergiespezifischen Antikörper – vor allem vor einer möglichen spezifischen Immuntherapie (Hypo- oder Desensibilisierung). Die klassischen serologischen Allergietests  sind:

  • Bestimmung des Gesamt-IgE-Wertes als eher allgemeine Information über die Allergieneigung des Organismus.
  • Bestimmung Allergen-spezifischer IgE-Antikörper zur genauen Diagnose einer Allergie.

Betreffen die Beschwerden auch die tieferen Atemwege, werden außerdem Laborwerte bestimmt, die in Zusammenhang mit der Schwere der allergischen Entzündung stehen. Nach ungefähr einer Woche sind die Laborergebnisse ausgewertet. Ausführliche Informationen finden Sie unter „Allergie“ Laborwerte-Tabelle.

Wohin kann ich mich wenden?

Für die Diagnose von Allergien wie der Pollenallergie gibt es spezielle Einrichtungen – z.B. Allergieambulatorien. Die dafür erforderliche Überweisung erhalten Sie von Ihrer Hausärztin/Ihrem Hausarzt. Erkundigen Sie sich im Vorfeld bei Ambulatorien, ob eine vorherige Terminvergabe notwendig ist, und nehmen Sie Ihre e-card mit.

Weiter Ansprechstellen sind Fachärztinnen/Fachärzte für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde (HNO), Dermatologie, Pulmologie und Kinderheilkunde. 

Wie erfolgt die Abdeckung der Kosten?

Die e-card ist Ihr persönlicher Schlüssel zu den Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung. Alle notwendigen und zweckmäßigen Diagnose- und Therapiemaßnahmen werden von Ihrem zuständigen Sozialversicherungsträger übernommen. Bei bestimmten Leistungen kann ein Selbstbehalt oder Kostenbeitrag anfallen. Detaillierte Informationen erhalten Sie bei Ihrem Sozialversicherungsträger. Weitere Informationen finden Sie außerdem etwa unter:

sowie über den Online-Ratgeber Kostenerstattung der Sozialversicherung.

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