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Quaddel auf der Haut © Rob Byron

Pseudoallergien

Die bei einer Pseudoallergie auftretenden Beschwerden unterscheiden sich nicht wesentlich von einer echten Allergie. Überwiegend treten Atembeschwerden, Nessel- und Hautausschläge und plötzliche Hautrötungen sowie Beschwerden im Magen-Darm-Bereich auf. Im Gegensatz zur „echten“ Allergie ist das Immunsystem bei einer Pseudoallergie nicht involviert, d.h. es findet keine Antigen-Antikörper-Reaktion statt. Es handelt sich also um eine „scheinbare“ Allergie, deren Beschwerden dennoch ausgeprägten Charakter annehmen können . . .

In der Regel sind größere Mengen notwendig, um Symptome hervorzurufen, geringe Mengen werden häufig vertragen. Da bei einer Pseudoallergie keine allergiespezifischen Immunglobuline gebildet werden, ist die Diagnose schwieriger als bei einer Allergie. Pseudoallergien auf Nahrungsmittel sind häufiger als echte Allergien auf Lebensmittel.

Auslöser einer Pseudoallergie

Einerseits können Pseudoallergien durch in Lebensmitteln natürlich vorkommende Stoffe wie biogene Amine ausgelöst werden. Aber auch Lebensmittelzusatzstoffe, meist Konservierungs-, Farb- und Aromastoffe, können eine Pseudoallergie hervorrufen. Unter die natürlich enthaltenen Stoffe fallen z.B. biogene Amine wie Tyramin oder Histamin, Salizylsäure (Salizylate) und Benzoesäureester.

Hohe Mengen an Salizylsäure sind in Beerenfrüchten, Orangen, Marillen, Ananas, Gurken, Oliven, Weintrauben und Wein enthalten. Biogene Amine sind Substanzen, die beim Abbau von Eiweiß anfallen. Besonders hoch ist der Gehalt in Hering, Kaviar, bestimmten Käsesorten, Trauben, Sauerkraut, Fischkonserven, Rotwein und Tomaten. Der wohl bekannteste Vertreter einer Pseudoallergie ist die Reaktion auf das biogene Amin Histamin, die Histaminintoleranz.

Weitere Informationen finden Sie unter Histaminintoleranz.

Überreaktion auf Zusatzstoffe

Viele Pseudoallergien werden durch Stoffe ausgelöst, die bei der Lebensmittelverarbeitung verwendet werden. Dabei handelt es sich um Konservierungsmittel, Geschmacksverstärker, Aroma- und Farbstoffe. Nach geltendem EU-Recht müssen Zusatzstoffe auf den Lebensmitteletiketten angeführt werden – entweder namentlich oder als E-Nummer. Allein Aromen, die aus unterschiedlichen chemischen und Eiweiß-Komponenten bestehen können, müssen nicht genauer deklariert werden, der Überbegriff „Aroma“ ist zulässig. Ausnahme: Befindet sich im Aroma ein allergieauslösender Stoff, muss dieser genau erläutert werden (z.B. Selleriearoma).

Bekannt ist das sogenannte „China-Restaurant-Syndrom“. Bei dieser Pseudoallergie reagieren empfindliche Personen auf den Geschmacksverstärker (Mononatrium-)Glutamat. Dieser Zusatzstoff wird insbesondere in asiatischen Gerichten in hohen Mengen verwendet. Betroffene reagieren Minuten bis Stunden nach dem Verzehr mit Kopfschmerz, Gesichtsrötung („Flush“), Nackensteifigkeit, Schwitzen, Atembeschwerden, Schwindel bis hin zu Herzrasen.

Auch auf Schwefelverbindungen reagieren manche Personen empfindlich: Um in Lebensmitteln Verfärbungen zu vermeiden, werden Sulfite und andere schwefelhaltige Verbindungen als Antioxidationsmittel zugesetzt. So bleiben z.B. getrocknete, geschwefelte Marillen orange und werden nicht braun. Hohe Mengen sind insbesondere in Wein und Trockenfrüchten enthalten. Bei einer Überempfindlichkeit kommt es zu asthmatischen Symptomen, Gesichtsrötung und -schwellung bzw. Juckreiz. Schwefelige Substanzen unterliegen der Deklarationspflicht und müssen auf Lebensmittelverpackungen bzw. Etiketten angeführt werden.

Pseudoallergische Symptome

Sind bei einer pseudoallergischen Reaktion die Symptome zwar ähnlich bis gleich einer echten Allergie, handelt es sich dennoch um keine Allergie im immunologischen Sinne. Besonders häufig wird pseudoallergisch auf bestimmte Zusatzstoffe sowie biogene Amine wie z.B. Histamin in Lebensmitteln reagiert.

Pseudoallergie auf Zusatzstoffe

Auslöser beispielsweise enthalten inmögliche Symptome
Benzoesäure, Benzoate (Konservierungsmittel
E 210–219)
div. Getränken (z.B. Limonaden) und Spirituosen (< 15 Vol.-Prozent Alkohol), Garnelen- und Krabbenerzeugnissen, Hering (Matjes, Russen), flüssigem Vollei oder Eigelb, mariniertem Gemüse, Feinkostsalaten, Senf. Außen an Wurst- und Schinkenerzeugnissen zur Farberhaltung. Natürlicherweise auch in Früchten, Gemüse, Tee und Kakao Nesselsucht, Hautausschlag, Asthma
Sulfite, Schwefeldioxid
(Konservierungsmittel
E 220-228)
Wein, Obstsaft, Trockenfrüchten, mariniertem Gemüse (v.a. Zwiebel und Knoblauch), Sauerkraut akutes Asthma, Gesichtsrötung („Flush“), Nesselsucht, Juckreiz, Schwellungen im Gesicht (Angioödem)
(Mononatrium-) Glutamat (Geschmacksverstärker
E 620–625)
salzigen Fertiggerichten, insbesondere in asiatischen Speisen Kopfschmerz, Spannungsgefühl im Gesicht, Schweißausbruch, Schmerzen in der Brust, Schwindel, Kribbeln in Finger-, Schulter- und Nackenbereich (sog. China-Restaurant-Syndrom)

Pseudoallergie auf biogene Amine

Auslöser beispielsweise enthalten in mögliche Beschwerden
Histamin fermentierten Lebensmitteln wie Sauerkraut, gereiften Rohwürsten (z.B. Salami), Anchovis, Sardinen, Thunfischkonserven, Sauermilchkäse anfallsartige Hautrötung (v.a. Dekolleté), Ausschlag oder Jucken, Kopfschmerz, Blutdruckabfall
histaminfreisetzende Stoffe
(Histaminliberatoren)
Schokolade, Schellfisch, Erdbeeren, Tomaten, Erdnüsse, Wein, Ananas, Schweinefleisch wie bei Histamin
Tyramin div. Käsen wie Cheddar-Käse, Camembert; Bierhefe, Chianti-Wein, Fischkonserven Kopfschmerz (migräneartig), Hautrötungen und -ausschlag
Phenylethylamin Schokolade, lange gereiftem Käse, Rotwein Kopfschmerz (migräneartig)
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