Gesundheitsportal
Inhaltsbereich
Fisch, Eier und weitere Nahrungsmittel © PhotoSG

Allergie auf Eier, Fisch, Krebs & Co.

In unserer Nahrung finden sich ca. 170 verschiedene Allergenquellen. Häufige Nahrungsmittelallergien betreffen auch Hühnereier, Fische, Sellerie und Sojabohnen. Eine präzise Diagnostik bei einer Allergiespezialistin/einem Allergiespezialisten ist besonders wichtig, um möglicherweise lebensgefährliche allergische Reaktionen zu verhindern bzw. um ungerechtfertigte selbstauferlegte Fehlernährung zu vermeiden. Besonders wichtig ist für Betroffene auch die Kennzeichnung bestimmter Zutaten und Inhaltsstoffe auf Lebensmitteln.

Eier

Eier sind eiweißreiche Produkte, gegen die Allergien auftreten können. Meistens wird auf Hühnereier reagiert, wobei auch Eier anderer Tierarten Beschwerden auslösen können. Da in Eiern Eiklar und im Dotter verschiedene Eiweiße enthalten sind, gibt es Allergien gegen hitzestabile oder gegen hitzeempfindliche Allergene. Bei Letzterer werden hart gekochte bzw. gebratene Eier relativ gut vertragen. Kleine Mengen, wie z.B. in Nudeln, sind für manche Allergikerinnen/Allergiker gut verträglich. Ist die Allergie stark ausgeprägt, kann es jedoch zu Auswirkungen bis hin zum anaphylaktischen Schock nach dem Verzehr von Eiern kommen. In solchen Fällen müssen Eier sowie eihaltige Produkte strikt gemieden werden. 

Fisch

Fischallergene sind besonders hitzestabil und können daher durch Kochen, Braten bzw. Garen etc. nicht unschädlich gemacht werden. Die allergieauslösende Wirkung (allergenes Potenzial) von manchen Fischen ist besonders hoch. Auch eine gesunde Magenverdauung spielt eine Rolle, da die wichtigsten Fischallergene leicht verdaut werden. Bei Therapien von Magenübersäuerung, Gastritis und Magengeschwüren wird diese schützende Wirkung der Magenverdauung aufgehoben. In dieser Zeit sollte allgemein auf den Verzehr von Fisch und anderen potenten Allergenen verzichtet, sondern Schonkost gegessen werden.

Bereits geringe Mengen Fisch können bei schwerer Fischallergie zu starken Beschwerden bis hin zum anaphylaktischen Schock führen. Süßwasserfische verursachen seltener Allergien als Salzwasserfische. Manche Allergikerinnen/Allergiker müssen alle Fische sowie Schalen-, Krebs-(Krusten-) und Weichtiere meiden. Wurde in der Hühnermast Fischmehl verwendet, können auch das Fleisch und die Eier von Hühnern bei einer Fischallergie zu Beschwerden führen. Weiters können auch beim Kochen entstehende Fischdämpfe allergische Beschwerden an den Atemwegen auslösen.

Krebs- und Weichtiere

Bei einer Allergie auf Krebstiere (auch Krustentiere) sollte auf Meeresfrüchte wie Krebse, Garnelen, Langusten, Hummer sowie Krabben verzichtet werden. Die allergischen Beschwerden treten meist unmittelbar nach dem Verzehr auf. Vorsicht ist bei diversen asiatischen Gewürzmischungen bzw. Pasten geboten: Hier sind oft Krebstiere enthalten. Allergische Reaktionen auf Krebstiere sowie Weichtiere wie z.B. Muscheln, Austern, Tintenfische oder Schnecken treten häufig als Kreuzreaktion bei Bestehen einer Hausstaubmilbenallergie oder einer Insektenallergie auf. Hier sind besonders Personen betroffen, die beispielsweise beruflich oder hobbymäßig (Angeln, Aquarien, Teiche etc.) mit Fischfuttermischungen zu tun haben. Seit Insekten auf dem europäischen Binnenmarkt zum Verzehr als Proteinquellen zugelassen sind werden Insekten auch als Quelle für Nahrungsallergene thematisiert.

Sellerie

Allergische Reaktionen auf Sellerie treten oft als Kreuzreaktion bei Bestehen einer Pollenallergie auf. Bekannt ist hier das Sellerie-Karotten-Beifuß-Birkenpollen-Gewürz-Syndrom. Zu häufigen Kreuzreaktionen gegen Sellerie kommt es bei Baum- bzw. Unkräuterpollen. Außerdem ist ein Zusammenhang mit der Latexallergie bekannt. Vorsicht ist bei diversen Fertiggerichten, Suppenwürzen und Gewürzmischungen geboten, denn Sellerie wird häufig als Aromakomponente hinzugefügt.

Gemäß EU-Kennzeichnungsvorschrift für Lebensmittel müssen Zutaten auf Lebensmittelverpackungen deklariert werden, die Sellerie und Samen (Sesam, Senf) sowie daraus hergestellte Erzeugnisse enthalten.

Soja

Soja ist eine beliebte Proteinquelle besonders bei vegetarischer und veganer Ernährung. In Sojabohnen sind jedoch unterschiedliche Allergene enthalten. Bei Allergie auf hitzeempfindliche Allergene werden verarbeitete oder gegarte Sojaprodukte vertragen, nicht jedoch bei einer Allergie auf die hitzestabilen Eiweiße in Sojabohnen. Die Beschwerden können teils sehr heftig ausfallen. Besonders im Säuglings- und Kindesalter treten Allergien gegen Soja auf. Viele Kuhmilchallergikerinnen/Kuhmilchallergiker (ca. 25 Prozent) reagieren auch auf Soja. Milch aus Soja ist daher in diesem Fall keine Alternative.

Kreuzreaktionen bei Bestehen einer Erdnussallergie sind bekannt. Bei stark ausgeprägter Allergie muss besonders auf Verpackungsetiketten geachtet werden, da Soja sehr häufig in verarbeiteten Produkten enthalten ist. Vorsicht ist daher bei diversen Süß- und Dessertwaren, Brot- und Backwaren, Fleisch- und Wurstwaren, Suppen, Saucen, Mayonnaisen, Ketchup, Milchersatzprodukten, Brotaufstrichen, Gewürz- und Suppenmischungen, Soja- und Worcestersauce u.v.m. geboten.

Drucken RSS-Feed Teilen Feedback
Zum Seitenanfang springen