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Medikamente Symbolbild © Heidi Baldrian

Insektengiftallergie: Therapie

Grundsätzlich werden die Behandlung akuter Beschwerden sowie eine langfristige Therapie unterschieden. Zudem spielt es eine Rolle, ob es sich um eine rein örtliche oder eine systemische Reaktion handelt. Patientinnen/Patienten mit allergischen Stichreaktionen benötigen gezielte Behandlungsmaßnahmen. Diese bestehen aus Allergenvermeidung, Selbsthilfemaßnahmen bei erneutem Stich sowie der Spezifischen Immuntherapie (Desensibilisierung) bei Patientinnen/Patienten mit systemischer Soforttypreaktion.

Akute Behandlung

Bei der akuten Behandlung kommen unterschiedliche Medikamente zum Einsatz, in schwersten Fällen wird eine Adrenalinspritze benötigt. 

  • Örtliche Reaktion: Eine akute Behandlung kann mit einem stark wirksamen lokalen Kortisonpräparat (als Creme oder Gel) erfolgen sowie gegebenenfalls zusätzlich mit einem kühlenden feuchten Umschlag, der für etwa 20 Minuten belassen wird und im Abstand von mehreren Stunden ein- oder zweimal wiederholt werden kann. Zusätzlich können auch Kühlgels, Salben und in der Apotheke erhältliche rezeptfreie Gels mit z.B. Kampfer oder Mentol als lindernd empfunden werden. Sie aktivieren die Kälterezeptoren und vermitteln damit ein Kältegefühl. Weiters werden Antihistaminikum-Tabletten gegeben, bei gesteigerter örtlicher Reaktion kurzfristig auch Kortison-Tabletten.

  • Systemische Reaktion: Bei schweren Stichreaktionen werden meistens Kortison-Tabletten bzw. Infusionen zusätzlich zum Antihistaminikum verabreicht und die lokalen Beschwerden gelindert. Im Extremfall ist die Anwendung einer Adrenalinspritze erforderlich. Vergiftungserscheinungen sind erst ab mehr als 50 Stichen zu erwarten und werden je nach Beschwerdebild behandelt.

Langfristige Therapie

Patientinnen/Patienten mit allergischen Stichreaktionen benötigen eine langfristige Versorgung. Diese besteht aus der Allergenvermeidung, Selbsthilfemaßnahmen bei erneutem Stich sowie der Allergen Spezifischen Immuntherapie (AIT, Desensibilisierung bzw. Hyposensibilisierung, Allergenimpfung) bei Patientinnen/Patienten mit systemischer Soforttypreaktion. Die AIT dauert mindestens drei bis fünf Jahre und kann nahezu alle Betroffenen (75 bis 85 Prozent der bienengiftallergischen und etwa 90 bis 95 Prozent der wespengiftallergischen) vor erneuten systemischen Stichreaktionen schützen. Sie macht jedoch die Allergenvermeidung sowie Selbsthilfemaßnahmen nicht entbehrlich.

Bei Personen mit wiederholten gesteigerten örtlichen Stichreaktionen kann in besonderen Fällen – vor allem bei starker beruflicher Insektenexposition, z.B. Imker, Landwirte, Gärtner, Landarbeiter, Lkw-Fahrer etc. – ebenfalls eine AIT durchgeführt werden.

Es gibt zwei Möglichkeiten, die Allergenextrakte zu verabreichen:

  • Sublinguale Immuntherapie: Die Milbenallergene werden in Form von Tropfen ganzjährig einmal täglich unter die Zunge gegeben. Diese Behandlung kann man nach ärztlicher Verordnung zu hause durchführen. In seltenen Fällen treten Nebenwirkungen wie Zungen- und Gaumenjucken sowie leichte Schleimhautschwellungen auf. Oft bessern sich die Beschwerden bereits nach einem Jahr Behandlung.

  • Subkutane Immuntherapie: Die Allergene werden von der Ärztin/dem Arzt in den Oberarm injiziert. In der Aufdosierungsphase werden wöchentlich Spritzen mit steigender Allergenkonzentration verabreicht. Wenn nach wenigen Wochen die Erhaltungsdosis erreicht ist, erhält die Patientin/der Patient monatlich eine Injektion dieser Dosis. Danach muss sie/er mindestens noch 30 Minuten in der Arztpraxis bleiben, da es bei dieser Therapieform zu einer verstärkten Reaktion bis hin zu anaphylaktischen Schock kommen kann. Außerdem sollten an den Behandlungstagen Alkoholkonsum und stärkere körperliche Anstrengungen vermieden werden.

Wohin kann ich mich wenden?

Kommt es nach einem Insektenstich zu Beschwerden, die über eine lokale Hautreaktion hinausgehen, sollte dies unbedingt mit einer Ärztin/einem Arzt besprochen werden. Nach der bestätigten fachärztlichen Diagnose wird die/der Betroffene mit einem Notfallset zur Selbstbehandlung bei einem neuerlichen Stich ausgestattet. Familie, Freundinnen/Freunde und Bekannte sollten über die Allergie und Notfallmaßnahmen informiert werden.

Wie erfolgt die Abdeckung der Kosten?

Alle notwendigen und zweckmäßigen Untersuchungen und Therapien werden von den Krankenversicherungsträgern übernommen. Grundsätzlich rechnet Ihre Ärztin/Ihr Arzt bzw. das Ambulatorium direkt mit Ihrem Krankenversicherungsträger ab. Bei bestimmten Krankenversicherungsträgern kann jedoch ein Selbstbehalt für Sie anfallen (BVA, SVA, SVB, VAEB). Sie können allerdings auch eine Wahlärztin/einen Wahlarzt (d.h. Ärztin/Arzt ohne Kassenvertrag) oder ein Privatambulatorium in Anspruch nehmen. Nähere Informationen finden Sie unter Kosten und Selbstbehalte.

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