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Symbolfoto zu alternativen/ergänzenden Heilmethoden © Pixelot

Allergie: Ergänzende Therapiemethoden

Begleitend zur Allergenvermeidung und medikamentösen Allergiebehandlung können auch verschiedene andere Verfahren eingesetzt werden. Manche Methoden bringen Betroffenen Linderung, ihre Anwendung kann daher im Einzelfall sinnvoll sein. Andere Methoden sind nach derzeitigem Wissensstand nicht zu empfehlen, da kein Nachweis ihrer Wirksamkeit vorliegt.

Sinnvolle Methoden zur Ergänzung der Therapie

Es gibt eine Reihe von Methoden, die zur ergänzenden Behandlung einer Allergieerkrankung sinnvoll sein können. Die Palette reicht hier von der Homöopathie über Psychotherapie bis zur Phytotherapie.

Homöopathie

Bei dieser Methode kommen stark verdünnte („potenzierte“) natürliche Arzneimittel wie z.B. Pflanzenextrakte nach dem „Simile-Prinzip“ zum Einsatz. Dieses besagt, dass ein wirksames Arzneimittel beim Gesunden ähnliche Symptome wie die Krankheit selbst bewirkt. Dementsprechend werden beispielsweise Patientinnen/Patienten mit Heuschnupfen hochverdünnte Gräserpollenmischungen verabreicht. Manche Patientinnen/Patienten sprechen gut auf eine homöopathische Behandlung an. Eine ausschließlich homöopathische Therapie ist nur bei sehr milden Allergiebeschwerden sinnvoll. Die Behandlung mit homöopathischen Präparaten ist keine Leistung der Sozialversicherung und muss selbst bezahlt werden.

Akupunktur

Zur Reizung der Akupunkturpunkte werden feine Nadeln mehrere Zentimeter in die Haut gestochen. Wegen der geringeren Schmerzbelastung werden zunehmend Softlaser eingesetzt (Laserakupunktur). Im Prinzip soll die Akupunktur den Energiezustand eines Menschen in Balance bringen. Die Wirkung der Akupunktur ist in Studien bewiesen. Ihre eher schwache Wirksamkeit ist allerdings gegen die oft hohen Kosten abzuwägen. Eine Rückerstattung eines Teils der Kosten durch die Krankenkassen ist in Einzelfällen möglich. Erkundigen Sie sich am besten direkt bei Ihrem jeweiligen Krankenversicherungsträger.

Psychotherapie

Allergikerinnen/Allergiker können von einer Psychotherapie profitieren, wenn psychische Faktoren bei ihrer Allergie eine relevante Rolle spielen. Nähere Informationen – auch zu den Kosten – finden Sie unter Psychotherapeutin/Psychotherapeut und unter Psychotherapie.

Atemtherapie und Physiotherapie

Richtig durchgeführt, handelt es sich um wirkungsvolle Techniken zur ergänzenden Behandlung von Asthma und anderen Atemwegserkrankungen. Bestimmte Atemtechniken können bei Atemnot helfen. Nähere Informationen zu Physiotherapie (inklusive Kosten) finden Sie unter Physiotherapeutin/Physiotherapeut.

Entspannungsmethoden

Körperliche und psychische Anspannung sind als Auslöser oder Förderer von Asthmaanfällen und Juckreiz bekannt. Auf dieser Beobachtung basiert die Idee, Muskelentspannung, Autogenes Training oder Yoga bei der Behandlung von Neurodermitis und Atemwegsallergien einzusetzen. Eine Erweiterung der Bronchien und damit eine Verbesserung der Atemfunktion bei Asthma ist auch durch klinische Studien belegt. Bestimmte Entspannungshaltungen helfen bei Atemnot, ruhig zu bleiben und die vorhandenen Kapazitäten maximal auszunützen. Entspannungsmethoden sind keine Leistung der Krankenversicherung und müssen selbst bezahlt werden.

Kneipp’sche Verfahren, Balneologie, Balneotherapie

Die Wassertherapie von Pfarrer Sebastian Kneipp stammt aus dem 19. Jahrhundert und besteht aus Waschungen, Güssen, Bädern, Wickel, Taulaufen, Wasser- und Schneetreten. Diese Badeverfahren können Infektionen der Atemwege verhindern und sind bei Allergien der Atemwege sinnvoll. Ein Teil der Kosten kann von Ihrer Krankenkasse im Rahmen einer physikalischen Therapie refundiert werden. Erkundigen Sie sich bitte bei Ihrem jeweiligen Krankenversicherungsträger.

Phytotherapie

Pflanzliche Arzneimittel unterliegen strengen Qualitätskriterien und können bei richtiger Anwendung prinzipiell als unbedenklich eingestuft werden. Aufgrund botanischer Verwandtschaften können Kräuterextrakte (oder gar Pollenmischungen) allerdings bei Allergikerinnen/Allergikern starke Reaktionen (Kreuzallergie) auslösen. Nähere allgemeine Informationen zu Arzneimitteln und deren Kostenübernahme finden Sie unter Medikamente.

Diätmaßnahmen

Eine exakte allergologische Diagnostik ist Voraussetzung für eine Diätempfehlung als Allergietherapie. Selbst auferlegte Diäten ohne vorherige Diagnose können schädlich sein und sollten nicht durchgeführt. Nach einer medizinischen Diagnose ist das Meiden von Allergieauslösern ist für Nahrungsmittelallergiker natürlich wichtig.

Einschneidende Diäten (z.B. Vermeidung von Grundnahrungsmitteln wie Milchprodukte oder Ei) müssen professionell begleitet werden, um Mangelzustände zu vermeiden. Die vor einigen Jahren eingeführte Allergenverordnung vereinfachte eine konsequente Vermeidung bei Risikoallergenen wie Fisch, Meeresfrüchten und Erdnuss deutlich. Zu warnen ist in diesem Zusammenhang vor unsinnigen oder sogar fahrlässigen Diätempfehlungen, die häufig auf unkonventionellen Diagnosemethoden und kaum nachvollziehbaren Ergebnissen beruhen. Diätologinnen/Diätologen verfügen über eine profunde Ausbildung, um hilfreich zur Seite zu stehen. Unter Diätologin/Diätologe finden Sie nähere Informationen – auch zu den Kosten.

Nicht zu empfehlende Methoden

Manche komplementären Methoden werden zwar zur Linderung allergischer Beschwerden propagiert und von manchen Betroffenen in Anspruch genommen. Sie konnten bisher jedoch keinen Wirknachweis erbringen und sind daher nach derzeitigem Wissensstand nicht zu empfehlen. Dazu zählen insbesondere Kinesiologie, Bioresonanz, Elektroakupunktur nach Voll, Eigenblutbehandlung, Autohomologe Immuntherapie, Bachblütentherapie, Aromatherapie sowie Kräutertherapie nach traditioneller chinesischer Medizin (TCM). Manche dieser Verfahren können unerwünschte Nebenwirkungen verursachen und sind auch vor diesem Hintergrund abzulehnen.Ein neues Phänomen sind im Direktversand über das Internet oder im Handel vertriebene Selbsttests, deren Wertigkeit noch unklarer als die der oben erwähnten Verfahren ist. Um diesen Betrug an gutgläubigen Konsumentinnen/Konsumenten etwas entgegenzustellen, veröffentlichte die Interessensgemeinschaft Allergenvermeidung dazu im April 2017 im Namen vieler medizinischer Organisationen eine frei erhältliche Patientenbroschüre

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