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Arzt-Patienten-Gespräch © Kzenon

Patienteninformation und -aufklärung

Viele Menschen haben eine gute Vertrauensbasis mit ihrer Ärztin/ihrem Arzt. Sie wollen aber auch über die Vor- und Nachteile einer Behandlung Bescheid wissen und als mündige Patientin/mündiger Patient mitentscheiden, was mit ihrem Körper passiert.

In der Patientencharta ist das Recht der Patientinnen und Patienten auf Selbstbestimmung und Information (Abschnitt 4 der Patientencharta) ausdrücklich festgehalten. Dazu zählt, dass jemand nur mit ihrer/seiner Zustimmung behandelt werden darf. Das Einverständnis für eine Behandlung ist allerdings nur dann wirksam, wenn im Vorhinein eine ausführliche Aufklärung erfolgt ist. Ausnahmen sind Notfälle oder wenn eine Person nicht mehr bei Bewusstsein ist.

Umfang der Aufklärung

Die Patientenaufklärung umfasst Informationen über

  • Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten sowie deren
  • Risiken und Folgen.

Die Diagnoseaufklärung sollte Angaben über den Befund enthalten. Bei den Informationen über die Behandlung muss die Patientin/der Patient auch über Behandlungsalternativen und das Unterlassen der vorgeschlagenen Behandlung aufgeklärt werden, samt möglicher Nebenwirkungen oder gesundheitlicher Beeinträchtigungen. Die Patientinnen und Patienten haben ebenso ein Recht zu erfahren, wie sie selbst die Behandlung unterstützen können, z.B. durch eine gesunde Lebensweise. Und sie sind im Vorhinein über Kosten zu informieren, die sie voraussichtlich treffen werden.

Wenn eine Behandlung abgelehnt wird, muss die Patientin/der Patient auf die damit verbundenen Konsequenzen hingewiesen werden.

Hinweis Die Ablehnung einer Behandlung durch die Patientin/den Patienten kann auch Folgen haben, z.B. die Einstellung der Krankengeldzahlung.

Der Umfang der Aufklärung ist vom Einzelfall abhängig: Wie leicht oder schwer ist die Krankheit, und wie dringend ist eine Behandlung erforderlich? Je akuter eine Erkrankung ist, desto weniger umfangreich kann die Aufklärung ausfallen.

Verständliche Inhalte

Die Informationen haben in angemessener Weise zu erfolgen, sodass sie von der betroffenen Person – auch ohne medizinische Vorbildung – verstanden werden können. Die Aufklärung, und zwar der Umstand selbst, der Inhalt und die besonderen Umstände des Aufklärungsgespräches (wie etwa bestimmte Rückfragen oder Anmerkungen der Patienten etc.), muss nachvollziehbar von der Ärztin/vom Arzt dokumentiert werden.

Formen der Patienteninformation

Die Aufklärung über eine Behandlung muss persönlich in Einzelgesprächen erfolgen. Die Informationen haben jedenfalls rechtzeitig zu erfolgen und müssen der Patientin/dem Patienten ausreichend Zeit zur Entscheidungsfindung geben. In vielen Spitälern werden zur Unterstützung des ärztlichen Gesprächs gedruckte Informationsblätter oder -broschüren übergeben. Bei bestimmten Eingriffen werden auch Informationsveranstaltungen für Gruppen angeboten. Diese Patienteninformationen ersetzen jedoch nicht das notwendige persönliche Gespräch mit einer Ärztin/einem Arzt. Es besteht jedenfalls ein Recht der Patientin/des Patienten auf medizinische Informationen durch eine befugte Ärztin/einen befugten Arzt.

Weitere Informationsrechte

Ärztinnen/Ärzte sind verpflichtet, ihren Patientinnen/Patienten oder deren gesetzlicher Vertretung Auskünfte über die laufende Behandlung zu erteilen. Das Recht auf Selbstbestimmung und Information enthält die Möglichkeit, Einsicht in die Dokumentation zu nehmen sowie Abschriften zu machen und gegen Kostenersatz Kopien zu erhalten.

Downloads & Broschüren

Ratgeber Patientenverfügung (Patientenanwaltschaften)

Broschüre Sachwalterschaft (Justizministerium)

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