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Untersuchung von Spenderblut im Labor © Gina Sanders

Bluttransfusion: Ablauf und Sicherheit

Vor einer Bluttransfusion werden, um die Verträglichkeit der Blutbestandteile zu gewährleisten, verschiedene Untersuchungen im Labor durchgeführt. Dadurch soll sichergestellt werden, dass eine verabreichte Transfusion mit dem Blut der Empfängerin/des Empfängers verträglich ist und das Risiko für unerwünschte Reaktionen minimiert wird.

Die Untersuchungen umfassen laut aktuellen Standards:

Durch die Antikörperbestimmungen und die Kreuzprobe ist die Kompatibilität (Verträglichkeit) von Spender- und Empfängerblut genau bestimmbar.

Kurz vor der Transfusion wird von der verantwortlichen Ärztin/vom verantwortlichen Arzt am Patientenbett der sogenannte Bedside-Test durchgeführt. Dabei bestimmt die Ärztin/der Arzt nochmals die Blutgruppe und überprüft die Patientenidentität, die Konservendaten und die Gültigkeit der Kreuzprobe. Vor einer Transfusion muss die Patientin/der Patient über mögliche Risiken aufgeklärt werden und eine Einverständniserklärung unterschreiben.

Durchführung der Transfusion

Die Bluttransfusion muss von der Ärztin/vom Arzt selbst eingeleitet werden. Während der Transfusion kontrolliert die Ärztin/der Arzt den Zustand der Patientin/des Patienten. Treten Anzeichen auf, die auf eine unerwünschte Transfusionsreaktion hinweisen, muss die Transfusion sofort abgebrochen werden.

Sicherheit von Blut

Blut und Blutbestandteile kommen nur nach klar definierten Kriterien und nach Vornahme einer entsprechenden ärztlichen Risikoabwägung, d.h. im Rahmen einer strengen Indikationsstellung, beim Menschen zur Anwendung. Nebenwirkungen von Transfusionen lassen sich trotz verschiedener Sicherheitsmaßnahmen nicht immer vermeiden. Die meisten Nebenwirkungen sind jedoch nicht lebensbedrohlich. Sehr selten können aber auch ernste unerwünschten Transfusionsreaktionen auftreten.

  • Immunologisch bedingte Transfusionsreaktionen werden durch Antikörper verursacht, die Blutzellen der Empfängerin/des Empfängers auflösen. Es kommt zu einer Hämolyse. Eine hämolytische Transfusionsreaktion kann entstehen, wenn trotz aller Vorsichtsmaßnahmen der Patientin/dem Patienten nicht passendes Spenderblut verabreicht wurde, z.B. durch die Verwechslung von Blutkonserven und/oder der Empfängerin/des Empfängers. Wie schwer die Reaktion ausfällt, hängt davon ab, wie stark die Antikörper der Empfängerin/des Empfängers gegen das Spenderblut ausgebildet sind. Typische Anzeichen sind z.B. Fieber, Schüttelfrost, Hitzewallungen, Kopfschmerzen, Schmerzen im Herz und Lungenbereich. Diese Symptome können bis zu 24 Stunden nach einer Transfusion auftreten.
  • Nicht immunologische Reaktionen sind chemische oder physikalische Reaktionen auf Stoffe in den Blutprodukten, z.B. Unterkühlung (Hypothermie) oder Eisenüberladung.
  • Infektiöse Komplikationen können durch die Übertragung von Viren (z.B. Hepatitis-B, Hepatits-C, HIV) oder bakterielle Verunreinigung entstehen. Das Risiko der Übertragung von Infektionen durch Bluttransfusionen ist heute durch vorgeschriebene Qualitätsmaßnahmen, Tests und Pathogeninaktivierungsverfahren sehr gering.

Verschiedene Rechtsvorschriften zielen auf eine hohe Qualität und Sicherheit von Blut und Blutprodukten ab. Trotz aller Sicherheitsmaßnahmen besteht bei Blutprodukten, wie bei allen biologischen Produkten, grundsätzlich ein Restrisiko für unerwünschte Reaktionen. Ernste Zwischenfälle und unerwünschte Reaktionen in Zusammenhang mit Transfusionen fallen unter eine gesetzliche Meldepflicht. Das Hämovigilanz-System hat das Ziel, Risiken und Gefahren in Zusammenhang mit Blutspenden bzw. der Transfusion von Blut und Blutbestandteilen zu minimieren.

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