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Mehrere Blutkonserven auf Tisch © Gina Sanders

Bluttransfusion: Was ist das?

Bei einer Bluttransfusion werden nur jene Blutbestandteile verabreicht, die von der Patientin/vom Patienten benötigt werden. Bei der Herstellung von Blutkomponenten werden aus einer Vollblutspende die verschiedenen Blutbestandteile (Erythrozyten, Plasma, Leukozyten und Thrombozyten) getrennt und weiter verarbeitet. Diese werden in Kunststoffbeutel (Blutkonserven) abgefüllt und kühl oder gefroren gelagert.

Blutbestandteile und ihre Aufgaben

Durch die Transfusion erforderlicher Blutbestandteile sollen bestimmte Funktionen des Blutes gezielt erhalten werden. Jeder Bestandteil des Blutes erfüllt für den Körper wichtige Aufgaben:

  • Rote Blutkörperchen (Erythrozyten): sind für den Austausch der Atemgase verantwortlich. Das enthaltene Hämoglobin sorgt für den Transport von Sauerstoff.
  • Weiße Blutkörperchen (Leukozyten): schützen den Körper vor Infektionen.
  • Blutplättchen (Thrombozyten): sorgen für die Blutgerinnung z.B. bei Verletzungen.
  • Blutplasma: transportiert Nährstoffe und Stoffwechselprodukte und spielt eine wichtige Rolle bei der Blutgerinnung.

Nähere Informationen über die Aufgaben der Blutbestandteile finden Sie unter: So funktioniert Blut.

Bluttransfusionen: Welche Blutkomponenten gibt es?

Für Bluttransfusionen werden folgende Blutkomponenten eingesetzt:

Erythrozytenkonzentrate

Erythrozytenkonzentrate (EK) werden vor allem bei akutem Blutverlust verabreicht. Durch den Ersatz der fehlenden Erythrozyten soll u.a. die lebensnotwendige Sauerstoffversorgung des Körpers sichergestellt werden.

  • Leukozytenarmes Erythrozytenkonzentrat (Standardpräparation) wird am häufigsten bei einer Bluttransfusion eingesetzt. Die Ausfilterung der Leukozyten (Depletierung) soll u.a. die immunologische Verträglichkeit der Bluttransfusion verbessern.
  • Bei einem gewaschenen Erythrozytenkonzentrat wird der sehr geringe Anteil an Plasmaproteinen durch weitere Präparationschritte entfernt. Es wird selten, z.B. bei Immunglobulin-A-(IgA)-Mangel oder Allergie gegen Plasmaproteine, eingesetzt.
  • Bei einem bestrahlten Erythrozytenkonzentrat werden die Restleukozyten durch Bestrahlung inaktiviert. Es kommt z.B. bei immungeschwächten Patientinnen/Patienten von Stammzelltransplantationen (Knochenmarktransplantationen) zum Einsatz.

Thrombozytenkonzentrate

Bei niedrigen Thrombozytenwerten (Thrombozytopenie) besteht die Gefahr einer Blutung. Vor der Verabreichung eines Thrombozytenkonzentrates wird zunächst die auslösende Ursache behandelt. Zu den krankheitsbedingten Hauptursachen einer Thrombozytopenie zählen u.a. Infektionen, Sepsis, Leberinsuffizienz, Knochenmarkerkrankungen etc. Auch bestimmte Medikamente, wie Antibiotika, Antimykotika (Anti-Pilzmittel), nichtsteroidale Antirheumatika (z.B. Acetylsalicylsäure), Chinin etc. können als Nebenwirkung zu verringerten Thrombozytenwerten bzw. zu einer erhöhten Blutungsneigung führen.

Durch die Transfusion von Thrombozyten soll ein Anstieg der Thrombozytenwerte erzielt werden, um das Blutungsrisiko zu verringern. Thrombozytenkonzentrate werden auch vor bestimmten operativen Eingriffen und im Rahmen von Chemotherapien verabreicht.

Blutplasma

Blutplasma wird durch Zentrifugieren von Vollblut gewonnen und durch Einfrieren haltbar gemacht (Fresh-Frozen-Plasma). Gefrorenes Frischplasma wird vor allem bei komplexen Störungen der Blutgerinnung (Hämostase) verabreicht.

Eigenblutkonserven

Vor geplanten Operationen kann von ärztlicher Seite in speziellen Fällen eine Eigenblutvorsorge vorgeschlagen werden. Eine Transfusion mit Eigenblut hat den Vorteil, das sehr geringe Restrisiko für allergische (immunologische) Reaktionen oder bakterielle bzw. virale Infektionen zu vermeiden, das bei der Gabe von Fremdblut besteht.

Bei der Eigenblutvorsorge wird einer Patientin/einem Patienten bis zu drei Wochen vor einer Operation Vollblut abgenommen und in Erythrozyten sowie Plasma getrennt. Oder es wird mithilfe einer Apheresemaschine ein Doppelerythrozytenkonzentrat (zwei Einheiten von roten Blutkörperchen) entnommen, während Plasma, Leukozyten und Thrombozyten zurückgeführt werden. Die Erythrozyten sind bei +4°C bis zu 42 Tage haltbar. Für eine Operation erforderliches Plasma kann bei –30°C bis zu zwei Jahre gelagert werden.

Bluttransfusion und Blutgruppen

Bei der Blutgruppe handelt es sich um bestimmte Merkmale auf der Zelloberfläche der roten Blutkörperchen. Bei jedem Menschen wird die Blutgruppe durch die Gene der Eltern beeinflusst. Antikörper und biochemische Merkmale (Blutgruppenantigene) der roten Blutkörperchen bestimmen, zu welcher Blutgruppe ein Mensch gehört. Die wichtigsten Blutgruppensysteme sind das ABO-System und das Rhesus(Rh)-System. Im ABO-System werden die vier Blutgruppen O, A, B und AB unterschieden. Zusätzlich wird im Rhesus(Rh)-System zwischen Rh-positiv und Rh-negativ unterschieden, je nachdem ob bei einem Menschen ein bestimmtes Antigen (D-Antigen) vorhanden ist oder nicht.

Für eine Bluttransfusion ist die Bestimmung der Blutgruppe sowohl bei der Spenderin/beim Spender als auch bei der Empfängerin/beim Empfänger von entscheidender Bedeutung. Eine Blutgruppenbestimmung besteht aus einer ABO-Antigenbestimmung, einer Rhesusfaktor-Bestimmung und einem Antikörpersuchtest.

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