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Symbolfoto für Krankenhaus © sudok1

Das System „Krankenhaus“

In Österreich gibt es 275 Krankenanstalten für stationäre oder tagesklinische Behandlungen. Mehr als die Hälfte davon gehört Gebietskörperschaften wie z.B. dem Bund, den Bundesländern, Gemeinden, Krankenkassen. Die Übrigen werden von privaten Betreibern geführt. Alle Arten von Krankenanstalten können sowohl von Gebietskörperschaften als auch von konfessionellen Einrichtungen oder privaten Betreibern geführt werden. „Konfessionelle“ Spitäler müssen nicht zwangsläufig gemeinnützig sein . . .

Unterteilung der Spitäler

  • „Öffentliche Krankenanstalten“ besitzen das Öffentlichkeitsrecht (§ 14 KAKuG). Sie müssen gemäß § 16 KAKuG gemeinnützig sein.
  • „Private Krankenanstalten“ besitzen kein Öffentlichkeitsrecht (§ 39 KAKuG).
    Sie sind unterteilt in
    • private gemeinnützige (§ 16 KAKuG) Krankenanstalten sowie
    • private (gewinnorientierte) sonstige Krankenanstalten (§ 39 KAKuG).

Finanzierung der bettenführenden Krankenanstalten

Die Krankenanstaltenfinanzierung ist seit 1.1. 1997 für öffentliche und gemeinnützige Krankenanstalten über die je Bundesland eingerichteten Landesgesundheitsfonds und seit 1.1. 2002 auch für die meisten privaten gewinnorientierten Krankenanstalten über den Privatkrankenanstaltenfinanzierungsfonds (PRIKRAF) geregelt. Vor diesen Stichtagen erfolgte die Basisfinanzierung durch direkte Verträge der (Rechtsträger der) Krankenanstalten mit den Sozialversicherungsträgern.

Standard-, Schwerpunkt- und Zentralkrankenanstalten

Betrachtet man die Struktur der Spitäler nach deren Anstaltszweck (im § 2 Abs. 1 KAKuG definiert), ergibt sich eine Unterteilung in Allgemeine Krankenanstalten, Sonderkrankenanstalten, Pflegeanstalten für chronisch Kranke, Sanatorien und selbstständige Ambulatorien (letztere nur für ambulante Behandlungen). Die Allgemeinen Krankenanstalten wiederum sind je nach Versorgungsgrad Standard-, Schwerpunk- oder Zentralkrankenanstalten: 

  • Ein Standardkrankenhaus ist für die Grundversorgung zuständig und verfügt neben der Abteilung für Innere Medizin zumindest über eine weitere bettenführende Abteilung sowie zusätzlich über weitere Einrichtungen zur Grundversorgung, wie z.B. für Röntgendiagnostik. 
  • Ein Schwerpunktkrankenhaus verfügt zumindest über bettenführende Abteilungen in den Fächern Augenheilkunde, Chirurgie, Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Hals-, Nasen- und Ohrenkrankheiten, Innere Medizin, Kinderheilkunde einschließlich Neonatologie, Neurologie und Psychiatrie bzw. Orthopädie, Unfallchirurgie und Urologie. Weitere Einrichtungen: unter anderem für Strahlendiagnostik und -therapie, für physikalische Medizin, Intensivpflege oder Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie. 
  • Ein Zentralkrankenhaus deckt die ganze Palette der medizinischen Versorgung nach dem jeweiligen Stand der medizinischen Wissenschaft ab. Das AKH Wien oder das LKH Graz sind zum Beispiel Zentralkrankenhäuser. 
Nicht jede Patientin/jeder Patient muss in einem Spital stationär aufgenommen werden: In einem Großteil der Krankenhäuser gibt es Ambulanzen, in denen Patientinnen und Patienten untersucht und behandelt werden. Sie bleiben nicht über Nacht – es sei denn, es ist medizinisch notwendig. In Ambulanzen werden auch stationäre Spitalspatientinnen und -patienten untersucht und behandelt.

Hinweis Spitalsambulanzen werden immer öfter bei harmlosen Erkrankungen aufgesucht. Dadurch steht für die Versorgung von Notfallpatientinnen und -patienten viel weniger Zeit zur Verfügung. Um die Versorgung akut und schwer erkrankter Menschen nicht zu gefährden, suchen Sie bitte eine Ambulanz nur dann auf, wenn Sie Ihre Hausärztin/Ihren Hausarzt oder Ihre Fachärztin/Ihren Facharzt nicht erreichen oder sie/er Ihnen rät, die Ambulanz direkt aufzusuchen. Ist Ihre Hausärztin/Ihr Hausarzt auf Urlaub, muss eine Vertretung angeboten werden – es gibt daher keinen Grund für einen Ambulanzbesuch.

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