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Hände und Desinfektionsmittel © JPC-PROD

Hygiene im Krankenhaus

Spitalsaufenthalte sind manchmal unumgänglich. Sie sind jedoch auch mit einem gewissen Infektionsrisiko verbunden. Einerseits haben viele Patientinnen/Patienten ein geschwächtes Immunsystem, andererseits sind sie im Krankenhaus mit einem teilweise deutlich anderen Keimspektrum konfrontiert als in ihrem Alltagsleben bzw. in einer Arztpraxis. Daraus ergibt sich eine insgesamt erhöhte Anfälligkeit gegenüber nosokomiale Infektionen. Eine der wichtigsten Vorbeugemaßnahmen ist konsequente Händehygiene – sowohl durch das Krankenhauspersonal als auch durch Patientinnen/Patienten und Besucherinnen/Besucher . . .

Krankenhaus-Infektionen

Unter nosokomialen Infektionen versteht man eine Infektion mit lokalen oder systemischen Infektionszeichen, die nach einer stationären oder ambulanten medizinischen Maßnahme auftritt und nicht bereits vorher bestanden hat. Zirka 80 Prozent aller nosokomialen Infektionen werden durch Bakterien (v.a. Staphylococcus aureus, Escherichia coli, Pseudomonas aeruginosa, Enterokokken) verursacht, die übrigen durch Viren und Pilze. Viele dieser Erreger gehören zur normalen Keimflora gesunder Menschen und sind für diese völlig harmlos. Sie können jedoch bei Kranken oder Immungeschwächten mitunter lebensbedrohliche Erkrankungen wie z.B. Sepsis, Harn- oder Atemwegsinfekte verursachen.

Problematisch sind nosokomiale Erreger, die gegen bestimmte Antibiotika resistent sind. Das bedeutet, dass diese Antibiotika gegen diese Erreger unwirksam sind und Infektionen durch resistente Erreger schwer behandelbar sind. Methicillin-Resistenz führt beispielsweise dazu, dass sonst gut wirksame und nebenwirkungsarme Antibiotika wie alle Betalaktame (Penicilline, Cephalosporine, Carbapeneme) nicht wirken. Daher kann der Methicillin-resistente Staphylococcus aureus (MRSA) schwere Infektionen wie Sepsis und Pneumonie verursachen. Multiresistente Keime sind sogar gegen mehrere Antibiotikagruppen resistent und daher besonders schwer zu behandeln.

Hinweis Nosokomiale Infektionen können die Aufenthaltsdauer im Krankenhaus verlängern und mitunter Todesfälle verursachen.

Übertragungswege

Nosokomiale Infektionen können über verschiedene Wege übertragen werden:

  • Erreger werden über die Hände (Personal, Patientinnen/Patienten, Besucherinnen/Besucher) übertragen (z.B. durch Behandlungen, Händeschütteln). Daher ist sorgfältige Händehygiene die wichtigste Maßnahme zur Vermeidung von Infektionen.
  • Wiederverwendbare Medizinprodukte: z.B. Stethoskop, Fieberthermometer, Katheter, Beatmungs- oder Dialysegeräte,
  • Oberflächen: z.B. Türklinken, Flaschen, Waschbecken, Eiswürfel, Blumen etc.

Tipps zur Händehygiene im Krankenhaus

Um das Risiko nosokomialer Infektionen zu minimieren, ist das Krankenhauspersonal zur strengen Einhaltung von Hygienemaßnahmen verpflichtet.

Die Weltgesundheitsbehörde (WHO) propagiert „fünf Indikationen der Händehygiene“:

  • Vor Patientenkontakt,
  • vor aseptischen (keimfreien) Tätigkeiten an der Patientin/dem Patienten (z.B. Einführen eines Katheters),
  • nach Kontakt mit potenziell infektiösem Material wie Körperflüssigkeiten (z.B. Speichel, Blut) oder -ausscheidungen (Harn, Stuhl),
  • nach Patientenkontakt,
  • nach Kontakt mit der unmittelbaren Patientenumgebung.

Zum einen können Patientinnen/Patienten darauf achten, dass diese Empfehlungen vom Krankenhauspersonal eingehalten werden. Darüber hinaus können sie selbst und ihre Besucherinnen/Besucher insbesondere durch Händehygiene zur Verhinderung von Infektionen maßgeblich beitragen.

Wann Patientinnen/Patienten ihre Hände reinigen sollten:

Patientinnen/Patienten sollten ihre Hände reinigen:

  • Nach dem Toilettenbesuch,
  • vor dem Essen,
  • nach Schnäuzen, Husten oder Niesen.

Besucherinnen/Besucher sollten ihre Hände reinigen:

  • Beim Eintreffen im Krankenhaus,
  • vor und nach dem Besuch einer Patientin/eines Patienten.

Wie Patientinnen/Patienten ihre Hände reinigen sollten:

  • Generell mit Desinfektionsmittel auf Alkoholbasis
    • Folgen Sie den Anwendungshinweisen auf dem Behälter.
    • Reiben Sie die Hände gegeneinander und verteilen Sie die Lösung über die gesamte Oberfläche der Hände, zwischen den Fingern und unter den Fingernägeln.
    • Verreiben Sie die Lösung, bis die Hände trocken sind.
Detaillierte Empfehlung der WHO mit schematischer Darstellung zur sorgfältigen Händedesinfektion:

   


Bei sichtbarer Verschmutzung oder bei bekannter Clostridium-difficile-Infektion mit Seife und Wasser reinigen:

  • Reiben Sie Ihre Hände mit einer Portion Seife ein, bis sich Schaum gebildet hat und verteilen Sie diesen über die gesamte Oberfläche der Hände, zwischen den Fingern und unter den Fingernägeln.
  • Verreiben Sie den Schaum mindestens 15 Sekunden lang.
  • Spülen Sie Ihre Hände sorgfältig unter fließendem Wasser.
  • Trocknen Sie Ihre Hände mit einem Papierhandtuch oder einem sauberen (Roll-)Stoff-Handtuch.

Detaillierte Empfehlung der WHO mit schematischer Darstellung zum sorgfältigen Händewaschen:


Hinweis Erkrankte Menschen sollen Krankenhausbesuche vermeiden, damit Sie Patientinnen/Patienten keiner unnötigen Ansteckungsgefahr aussetzen!

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