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Akupunktur © llhedgehogll

Akupunktur

Der Begriff „Akupunktur“ setzt sich aus dem lateinischen Wort acus (= Nadel) und punctura (= Stich) zusammen und bedeutet „Therapie mit Nadeln“. Die Akupunktur ist Bestandteil der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM). Grabfunde lassen darauf schließen, dass diese Methode bereits vor 5.000 bis 6.000 Jahren angewendet worden sein könnte. Damals wurden Steinnadeln, Bambussplitter und Fischgräten verwendet. In Europa wird Akupunktur erstmals im 17. Jahrhundert erwähnt . . .

Hintergrund

Ende des 19. Jahrhundert und im kommunistischen China gab es im Rahmen von Modernisierungsbestrebungen Versuche, die Akupunktur zu verbieten, was jedoch nicht gelungen ist. Sie hat sich bis heute neben der wissenschaftlich betriebenen Medizin erhalten und ist inzwischen ebenfalls Objekt klinischer Studien.

Wie funktioniert die Methode?

Nach einer ausführlichen Befragung wird eine Diagnose nach der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) gestellt. Anhand dieser werden Akupunkturpunkte gewählt, die großteils auf Meridianen liegen, einem Netzwerk, das den ganzen Körper durchzieht. In diese Punkte werden sterile Einmalnadeln aus Stahl gestochen und für 20 bis 30 Minuten belassen. Alternativ können die Akupunkturpunkte auch mittels Laser oder Druckmassage behandelt werden. Zusätzlich kommt manchmal auch eine spezielle Wärmetherapie, die Moxibustion, zur Anwendung. Ziel einer Akupunkturbehandlung ist das Herstellen eines harmonischen Gleichgewichtes der Körperfunktionen.

Einsatzbereiche

Die Haupteinsatzgebiete der Akupunktur sind Schmerzen und funktionelle Störungen, v.a.:

Bei schweren Erkrankungen wie Tumoren oder schweren Infektions- oder anderen Erkrankungen kann Akupunktur begleitend eingesetzt werden, teilweise auch zur Linderung der Nebenwirkungen von Medikamenten.

Evidenz

Es gibt zahlreiche klinische Studien über die Wirksamkeit der Akupunktur.

Die Frage, inwieweit die Akupunktur als wissenschaftlich anerkannte Heilmethode angesehen werden kann, beantwortete der Oberste Sanitätsrat prinzipiell positiv. Laut Österreichischer Ärztekammer (ÖÄK) gilt die Wirksamkeit der Akupunktur insbesondere auf dem Gebiet der Schmerzlinderung als objektiv dokumentiert. Weiters kann diese Heilmethode auch beschränkt auf eine besonders angeführte Gruppe von Erkrankungen der Knochen, Gelenke und Weichteile – dem rheumatischen Formenkreis im weitesten Sinn entsprechend – als wissenschaftlich anerkannt bezeichnet werden. Das individuelle Ansprechen auf die Behandlung lässt sich schwer vorhersagen.

Laut Medizin-Transparent (www.medizin-transparent.at), einem Service des Departments für evidenzbasierte Medizin und klinische Epidemiologie (www.donau-uni.ac.at/ebm) an der Donau-Universität Krems sowie von Cochrane Österreich, erscheint Akupunktur als interessante Alternative oder Zusatztherapie für Patientinnen/Patienten mit chronischen Schmerzen. Darüber hinaus dürfte Akupunktur Migräneanfällen und Spannungskopfschmerz ähnlich gut vorbeugen wie Medikamente. Der Unterschied zu einer Scheinakupunktur – dem Setzen von Nadeln abseits der definierten Akupunkturpunkte – ist jedoch gering.

Wohin kann ich mich wenden?

In Österreich ist die Ausübung der Akupunktur ausschließlich Ärztinnen/Ärzten vorbehalten, nur im Bereich der Geburtshilfe dürfen auch speziell ausgebildete Hebammen akupunktieren. Vonseiten der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK) sind drei Akupunkturausbildungsgesellschaften anerkannt: Ärzte für Akupunktur, Österreichische Gesellschaft für Akupunktur, Österreichische Gesellschaft für kontrollierte Akupunktur und TCM. Jede dieser Gesellschaften verfügt über eine Liste von Therapeutinnen/Therapeuten, welche die Ausbildung mit dem ÖÄK-Diplom für Akupunktur absolviert haben.

Manche Schmerzambulanzen bieten Akupunktur an, in Wien besteht seit 1972 eine Akupunkturambulanz. Diese befindet sich im Krankenhaus Hietzing mit Neurologischem Zentrum Rosenhügel.

Wie erfolgt die Abdeckung der Kosten?

Die Kosten für komplementärmedizinische Behandlungen werden von den Krankenversicherungsträgern im Regelfall nicht und in wenigen Fällen nach chefärztlicher Bewilligung übernommen. Im Kur- und Rehabilitationsbereich ist für einzelne Leistungen eine zumindest teilweise Kostenübernahme vorgesehen. Es lohnt sich auf jeden Fall, beim zuständigen Krankenversicherungs- bzw. Kostenträger nachzufragen.


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