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Hebamme untersucht Schwangere © WavebreakMediaMicro

Hebamme

Hebammen betreuen, beraten und pflegen Frauen in der Schwangerschaft, während der Geburt, im Wochenbett und im ersten Lebensjahr mit dem Baby. Der Tätigkeitsbereich einer Hebamme ist breit gefächert und umfasst u.a. allgemeine Beratung zu Familienplanung, Betreuung der Gebärenden während der Geburt, Überwachung des Fötus in der Gebärmutter mithilfe geeigneter klinischer und technischer Hilfsmittel bis zur Abnabelung des Neugeborenen und Überwachung in der Nachgeburtsphase . . .

Offizielle Berufsbezeichnung

Hebamme. Die Berufsbezeichnung gilt sowohl für weibliche als auch männliche Hebammen.

Aufgaben und Arbeitsbereiche

In den Tätigkeitsbereich der Hebammen fallen Feststellung und Beobachtung einer Schwangerschaft, Vorbereitung auf Geburt und Elternschaft. Die Hebamme klärt die werdende Mutter zudem über das Stillen und die richtige Ernährung des Säuglings auf. Laut Gesetz hat in Österreich jede Schwangere zur Geburt und zur Versorgung des Kindes eine Hebamme beizuziehen.

Nach der Geburt eines Kindes stellt die Hebamme Geschlecht, Größe und Gewicht fest und beurteilt die Vitalfunktionen wie z.B. Atmung und Puls. Die Hebamme entnimmt dem Neugeborenen über einen Fersenstich Blut für erste wichtige Untersuchungen im Rahmen des Neugeborenen-Screenings. Eine Hebamme betreut die Mutter im Wochenbett über die Geburt hinaus, u.a. im Rahmen von Hausbesuchen. Hebammen müssen bei jeder Abweichung vom normalen Geburtsverlauf sowie bei Risikoschwangerschaften oder -geburten wie z.B. Mehrlingsschwangerschaft, regelwidriger Lage des Kindes oder Frühgeburt eine Ärztin/einen Arzt beiziehen. Bei Abwesenheit einer Ärztin/eines Arztes ist die Hebamme ermächtigt, notwendige Maßnahmen wie z.B. das Ablösen des Mutterkuchens (Plazenta) zu ergreifen.

Weitere Informationen finden Sie unter Betreuung im Wochenbett und
Neugeborenen-Test schützt Babys seit 45 Jahren

Wo arbeiten Hebammen?

Hebammen arbeiten im Krankenhaus (Kreißzimmer, Wochenbettstation, geburtshilfliche Ambulanz), freiberuflich in Hebammenordinationen, betreuen Hausgeburten, arbeiten als Familienhebammen, bieten Kurse zur Geburtsvorbereitung, machen Hausbesuche in der Schwangerschaft und im Wochenbett. Ihre Expertise bringen Hebammen auch bei Workshops in Schulen oder als Lehrende und in der Forschung an Fachhochschulen ein.

Fundierte Ausbildung

Die Ausbildung dauert drei Jahre und erfolgt an Fachhochschulen (Studiengang Hebammen). Sie schließt mit dem akademischen Grad eines Bachelor of Science in Health Studies ab. Darüber hinaus gibt es an einigen Fachhochschulen Masterlehrgänge für Hebammen. Um ständig auf dem aktuellen Stand zu sein, müssen sich Hebammen regelmäßig fortbilden.

Wie erfolgt die Abdeckung der Kosten?

Betreuung in der Schwangerschaft 

Mutter-Kind-Pass: Im Zeitraum von der 18. bis zur  22. Schwangerschaftswoche kann im Rahmen des Mutter-Kind-Passes eine einstündige Hebammenberatung in Anspruch genommen werden.

Bei geplanter ambulanter Geburt (Entlassung aus dem Krankenhaus innerhalb von 24 Stunden nach der Geburt) übernehmen die Sozialversicherungsträger die Kosten für zwei Hausbesuche der Hebamme (oder Sprechstunden in der Hebammenordination) in der Schwangerschaft.

Bei geplanter Hausgeburt übernehmen die Sozialversicherungsträger die Kosten für vier Hausbesuche der Hebamme (oder Sprechstunden in der Hebammenordination) bis zum Ende der 40. Schwangerschaftswoche und drei weitere Hausbesuche oder Sprechstunden in der 41. und 42. Schwangerschaftswoche.

Geburtsvorbereitung

Die Kosten für Geburtsvorbereitungskurse durch Hebammen werden von den Krankenversicherungsträgern nicht übernommen.

Geburtshilfe und -betreuung

Krankenhausgeburt: Wenn bei einer Geburt im Krankenhaus eine Hebamme des Spitals die Gebärende unterstützt, sind die Kosten durch die Krankenversicherungsträger abgedeckt. Die Geburtsbegleitung durch eine Wahlhebamme im Krankenhaus ist hingegen eine Privatleistung und muss selbst bezahlt werden. Eine Erstattung durch den Krankenversicherungsträger ist hier nicht möglich. Weitere Informationen finden Sie unter Spitalsgeburt.

Hausgeburt: Hat sich eine werdende Mutter für eine Hausgeburt entschieden, werden bei Inanspruchnahme einer Hebamme mit Kassenvertrag die Kosten durch den Krankenversicherungsträger übernommen. Bei einer Wahlhebamme ohne Kassenvertrag wird ein Teil der Kosten rückerstattet. Erfolgt die Geburt trotz einer geplanten Hausgeburt in einem Krankenhaus, müssen medizinische Gründe vorliegen, damit die Krankenversicherungsträger die Kosten der Hebammenbetreuung während der Schwangerschaft bezahlen. Weitere Informationen finden Sie unter Hausgeburt.

Wochenbett: Nach einer Hausgeburt, einer Entlassung aus der Krankenanstalt vor dem vierten Tag nach der Entbindung oder einer ambulanten Entbindung sind die Leistungen einer Hebamme mit Kassenvertrag in den ersten fünf Tagen nach der Geburt durch den Krankenversicherungsträger abgedeckt. Treten nach diesen fünf Tagen bis zur achten Woche nach der Geburt besondere Probleme auf, sind die Kosten für die Hebamme für weitere maximal sieben Hausbesuche durch den Krankenversicherungsträger abgedeckt. 

Für die Leistungen einer Wahlhebamme ohne Kassenvertrag wird von den Krankenversicherungsträgern ein Teil der Kosten rückerstattet. Weitere Informationen finden Sie unter Geburt – Nachsorge und Pflege.


Informative Links

Rechtliche Grundlagen

Relevante Gesetze finden Sie im Rechtsinformationssystem (RIS):

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