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FAQ
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Was ist die neue Primärversorgung?  Wo liegt der Unterschied bei Primärversorgungszentren und  Primärversorgungsnetzwerken? Was fällt unter einePrimärversorgungseinheit? Wird es weiterhin Hausärztinnen und Hausärzte geben? Und wozu brauchen wir eine Gesundheitsreform? Auf diese und weitere Fragen rund um Primärversorgung & Co. gibt es hier Antworten.

Was ist Primärversorgung?

Ursprünglich bezeichnet Primärversorgung die erste Anlaufstelle für alle Menschen mit gesundheitlichen Problemen. Das neue Konzept der Primärversorgung beinhaltet aber auch Aufgaben, die über die Akut-Betreuung hinausgehen: unterschiedliche Gesundheitsberufe (Ärztinnen/Ärzte, Logopädinnen/Logopäden, Diätologinnen/Diätologen, Gesundheits- und Krankenpflegekräfte, usw.), die sich gemeinsam der Gesundheit der Bevölkerung widmen.

Wie sieht eine Primärversorgungseinheit aus?

Eine Primärversorgungseinheit ist ein Zentrum oder ein Netzwerk, in dem mehrere Allgemeinmedizinerinnen und -mediziner, diplomierte Pflegekräfte und z.B. Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter, Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten und andere Angehörige von Gesundheitsberufen gemeinsam und aufeinander abgestimmt Patientinnen/ und Patienten behandeln. Ein Pilotprojekt befindet sich in Wien Mariahilf.  Unter www.medizinmariahilf.at können Sie sich ein Bild machen, wie ein Primärversorgungszentrum auch in Ihrer Nähe aussehen könnte.

Gibt es bereits Primärversorgungseinheiten?

Ja, derzeit (Stand September 2019) gibt es österreichweit 14 Primärversorgungseinheiten. Acht weitere befinden sich bereits in Planung  Mehr Informationen und eine Auflistung der Einrichtungen erhalten Sie hier.

Gibt es Staaten, die das Primärversorgungs-Modell schon umgesetzt haben?

In vielen Ländern gibt es den Trend, dass sich Allgemeinmedizinerinnen und -medizinervernetzen und im Team – unter Einbindung anderer Gesundheitsberufe – zusammenarbeiten. Auch die OECD empfiehlt einen systematischen Ausbau der Primärversorgung durch Vernetzung. Das österreichische Modell der Einzelordinationen gibt es auch in anderen Ländern (z.B. in Deutschland). In Ländern wie Schweden oder Spanien haben wiederum größere Praxen eine Tradition. Der Trend geht europaweit in Richtung Vernetzung und größere Ordinationen. 

Kann ich weiterhin zu meinem Hausarzt/meiner Hausärztin gehen oder muss ich meinen Hausarzt wechseln, wenn in meine Region Primärversorgungseinheiten kommen?

Sie können sich selbstverständlich Ihre Ärztin/Ihren Arzt weiterhin aussuchen. Auf den Websites der jeweiligen Einrichtung sehen Sie, an welchen Tagen Ihre Hausärztin/Ihr Hausarzt ordiniert und können für diese einen Termin vereinbaren. Siehe zum Beispiel https://www.medizinmariahilf.at/team/.

Verliert mein Hausarzt/meine Hausärztin wegen der Gesundheitsreform den Kassenvertrag?

Nein, in bestehende Verträge wird nicht eingegriffen.

Kann ich alle Leistungen in einem Zentrum mit meiner E-Card in Anspruch nehmen?

Das Ministerium für Arbeit, Sozial, Gesundheit und Konsumentenschutz plant, dass es Primärversorgungseinheiten nur mit Kassenvertrag gibt. Somit werden  Patientinnen und Patienten jedenfalls alle Leistungen mit E-Card in Anspruch nehmen können. 

Ab wann wird es flächendeckend Primärversorgungseinheiten geben?

Es ist uns wichtig, dass die neue Primärversorgung die bestehende Versorgungslandschaft ergänzt, weshalb wir mit neuen Angeboten das Bestehende ergänzen wollen. In der aktuellen Bund-Länder-Vereinbarung ist vorgesehen, dass es bis 2021 mindestens 75 Primärversorgungseinheiten geben soll.

Stimmt es, dass Primärversorgungseinheiten den Einstieg von Großkonzernen in die Gesundheitsversorgung bringen?

Nein, es ist das erklärte Ziel des Ministeriums für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Konsumentenschutz, dass ausschließlich Allgemeinmedizinerinnen und -mediziner Primärversorgungseinheiten betreiben. Wenn sich allerdings keine finden sollten, dann dürfen auch Vereine und andere Einrichtungen eine Primärversorgungseinheit betreiben. Klar ist, dass immer eine Ärztin oder/und ein Arzt die ärztliche Leitung hat.

Was bedeutet PHC?

PHC kommt aus dem Englischen und bedeutet Primary Health Care – also nichts anderes als Primärversorgung. Wir sprechen in diesem Zusammenhang von Allgemeinmedizinerinnen und -medizinern bzw. von Hausärztinnen und Hausärzten, die sich untereinander und mit anderen Gesundheitsberufen zusammenschließen bzw. vernetzen. 

Können Primärversorgungseinheiten die Spitalsambulanzen entlasten?

Ja, die Entlastung der Spitalsambulanzen durch Primärversorgungseinheiten ist eines der deklarierten Ziele der neuen Primärversorgung. Die Hausärztin bzw. der Hausarzt hat eine ganz wichtige Rolle im Gesundheitssystem. Sie oder er ist jene Person, die einen Gesamtüberblick über den Gesundheitszustand der Patientinnen und Patienten hat. Die Hausärztin/der Hausarzt ist die erste Anlaufstelle, an die man sich mit allen neuen Gesundheitsbeschwerden wenden kann. Neu ist, dass sich die Hausärztin bzw. der Hausarzt in Zukunft mit anderen Hausärztinnen und Hausärzten austauscht und eng mit anderen Gesundheitsberufen zusammenarbeitet.

Werde ich in eine Bezirkshauptstadt fahren müssen, wenn ich eine Primärversorgungseinheitaufsuchen möchte?

Nein, die Primärversorgungseinheiten werden wohnortnah geplant.

Warum braucht es eine Gesundheitsreform?

Unser Gesundheitssystem ist im Wandel. Wir werden immer älter. Die Bedürfnisse der Menschen ändern sich. Bis 2025 werden mehr als 60 Prozent der Hausärztinnen und Hausärzte in Pension gehen. Für die nachfolgende Generation müssen attraktive Rahmenbedingungen geschaffen werden. Wir wollen die Patientinnen und Patienten wohnortnah am "Best Point of Service" versorgen – das ist nicht immer das Spital. Darum werden wir die Spitäler entlasten und die ambulante Versorgung ausbauen. Und dafür schaffen wir wiederum Primärversorgungseinheiten. Sie sind ein wichtiger Teil der Gesundheitsreform. 

Wie viel wird in Österreich für die öffentliche Gesundheitsversorgung ausgegeben?

2017 wurden in die öffentliche Gesundheit ohne Langzeitpflege rund knapp 24,5 Milliarden Euro investiert. Laut OECD gehört Österreich zu jenen Ländern in Europa, die am meisten für die öffentliche Gesundheitsversorgung aufwenden. Umso wichtiger ist es, dass die Mittel zielgerichtet und verantwortungsvoll eingesetzt werden (Statistik Austria).

Wird künftig gespart im Gesundheitssystem?

Nein, wir investieren Jahr für Jahr mehr in die öffentliche Gesundheitsversorgung. Die Ausgaben für die öffentliche Gesundheitsversorgung dürfen stufenweise von 3,6 Prozent im Jahr 2017 bis 3,2 Prozent im Jahr 2021 steigen. Die Ausgaben im Gesundheitssystem können also stärker steigen als die Wirtschaft wächst, d.h.: von Einsparungen kann keine Rede sein – real steht dem Gesundheitssystem jedes Jahr mehr Geld zur Verfügung.


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