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FAQ
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Was ist die neue Primärversorgung?  Wo liegt der Unterschied bei Primärversorgungszentren und  Primärversorgungsnetzwerken? Was umfasst eine Primärversorgungseinheit? Wird es weiterhin Hausärztinnen und Hausärzte geben? Auf diese und weitere Fragen rund um Primärversorgung gibt es hier Antworten.

Was ist Primärversorgung?

Ursprünglich bezeichnet Primärversorgung (PV) die erste Anlaufstelle für alle Menschen mit gesundheitlichen Problemen. Das neue Konzept der Primärversorgung beinhaltet aber auch Aufgaben, die über die Akutbetreuung hinausgehen: unterschiedliche Gesundheitsberufe (Ärztinnen/Ärzte, Logopädinnen/Logopäden, Diätologinnen/Diätologen, Gesundheits- und Krankenpflegekräfte, usw.), die sich gemeinsam der Gesundheit der Bevölkerung widmen. Dabei zählen die Versorgung chronisch Kranker, die psychosoziale Betreuung von Patientinnen und Patienten, gesundheitsfördernde Maßnahmen sowie die Prävention zum Versorgungsauftrag von Primärversorgungseinheiten.

Wie sieht eine Primärversorgungseinheit aus?

Eine Primärversorgungseinheit (PVE) ist ein Zentrum oder ein Netzwerk, in dem mehrere Allgemeinmedizinerinnen und -mediziner, diplomierte Pflegekräfte und z.B. Sozialarbeiterinnen und -arbeiter, Physiotherapeutinnen und -therapeuten und andere Angehörige von Gesundheitsberufen gemeinsam und aufeinander abgestimmt Patientinnen und Patienten behandeln. 

Gibt es bereits Primärversorgungseinheiten?

Ja, es gibt schon zahlreiche PVE in Österreich. Zum aktuellen Stand der Primärversorgungseinheiten in Österreich besuchen Sie bitte die Website www.primaerversorgung.gv.at/standorte. Dort finden Sie eine interaktive Karte mit allen bestehenden Primärversorgungszentren bzw. –netzwerken in Österreich. Außerdem können Sie sich dort ein Bild davon machen, wie diese im Detail aufgebaut sind.

Gibt es weitere Länder, die das Primärversorgungs-Modell schon umgesetzt haben?

In vielen Ländern gibt es den Trend, dass sich Allgemeinmedizinerinnen und -mediziner vernetzen und im Team – unter Einbindung anderer Gesundheitsberufe – zusammenarbeiten. Auch die OECD empfiehlt einen systematischen Ausbau der Primärversorgung durch Vernetzung. Das österreichische Modell der Einzelordinationen gibt es auch in anderen Ländern, wie beispielsweise in Deutschland. In Ländern wie Schweden oder Spanien haben wiederum größere Praxen eine Tradition. Europaweit kann ein Trend hinsichtlich zunehmender Vernetzung und größeren Ordinationen beobachtet werden.

Kann ich weiterhin zu meiner Hausärztin/meinem Hausarzt gehen, oder muss ich meine Hausärztin/meinen Hausarzt wechseln, wenn sie/er Mitbegründer:in einer Primärversorgungseinheit wird?

Sie können sich selbstverständlich Ihre Ärztin/Ihren Arzt weiterhin aussuchen. Auf den Websites der jeweiligen Primärversorgungseinheit sehen Sie, an welchen Tagen Ihre Hausärztin/Ihr Hausarzt ordiniert, und können mit dieser/diesem einen Termin vereinbaren.

Kann ich weiterhin zu meiner Hausärztin/meinem Hausarzt gehen, oder muss ich zwingend in eine Primärversorgungseinheit (PVE) wechseln, wenn in meiner Region PVE errichtet werden?

Sie können sich selbstverständlich Ihre Ärztin/Ihren Arzt weiterhin aussuchen. Ein Wechsel in eine PVE ist quartalsweise möglich. Sollten Sie in einem Quartal bereits bei einer Hausärztin oder einem Hausarzt in einer Einzelpraxis gewesen sein, dann können Sie im Folgequartal gerne wechseln. Das gilt auch umgekehrt: Haben Sie für ein Quartal die PVE gewählt und eine Hausärztin/einen Hausarzt dort besucht, so können Sie grundsätzlich im nächsten Quartal eine Hausärztin/einen Hausarzt außerhalb der PVE aufsuchen. Akutfälle sind von dieser Regelung ausgenommen.

Verliert meine Hausärztin/mein Hausarzt wegen der Gesundheitsreform den Kassenvertrag?

Nein, in bestehende Verträge wird nicht eingegriffen. Ärztinnen und Ärzte können sich frei entscheiden, ob sie in einer Primärversorgungseinheit ordinieren wollen oder nicht.

Kann ich alle Leistungen in einem Zentrum mit meiner e-card in Anspruch nehmen?

Leistungen in Primärversorgungseinheiten können nur mit Kassenvertrag in Anspruch genommen werden. Somit werden die jeweiligen  Leistungen mithilfe der e-card der Patientinnen und Patienten verrechnet. 

Ab wann wird es flächendeckend Primärversorgungseinheiten geben?

Derzeit gibt es schon zahlreiche PVE in Österreich, und viele weitere sind bereits in Entwicklung. Im Rahmen der Aufbau- und Resilienzfazilität der Europäischen Union hat das BMSGPK als wichtiges Projekt die Stärkung der Primärversorgung mit Mitteln in der Höhe von insgesamt 100 Millionen Euro erfolgreich eingereicht. Ziel ist es unter anderem, bis 2026 Neugründungen von Primärversorgungseinheiten zu fördern. Aus diesem Grund werden in den nächsten Jahren viele weitere Primärversorgungseinheiten das bestehende Angebot in Österreich ergänzen.

Was bedeutet PHC?

PHC kommt aus dem Englischen und bedeutet Primary Health Care – also nichts anderes als Primärversorgung. Wir sprechen in diesem Zusammenhang von Allgemeinmedizinerinnen und -medizinern bzw. von Hausärztinnen und -ärzten, die sich untereinander und mit anderen Gesundheitsberufen zusammenschließen bzw. vernetzen. 

Können Primärversorgungseinheiten die Spitalsambulanzen entlasten?

Ja, die Entlastung der Spitalsambulanzen durch Primärversorgungseinheiten ist eines der deklarierten Ziele der neuen Primärversorgung. Die Hausärztin bzw. der Hausarzt hat eine ganz wichtige Rolle im Gesundheitssystem. Sie oder er ist jene Person, die einen Gesamtüberblick über den Gesundheitszustand der Patientinnen und Patienten hat. Die Hausärztin/der Hausarzt ist die erste Anlaufstelle, an die man sich mit allen Gesundheitsbeschwerden wenden kann. Neu ist, dass sich die Hausärztin bzw. der Hausarzt in Zukunft mit anderen Hausärztinnen und -ärzten austauscht und eng mit anderen Gesundheitsberufen zusammenarbeitet.

Wo werden Primärversorgungseinheiten entstehen?

Primärversorgungseinheiten werden wohnortnah geplant und sollen auch den ländlichen Bereich abdecken.

Warum braucht es eine Gesundheitsreform?

Unser Gesundheitssystem ist im Wandel. Wir werden immer älter. Die Bedürfnisse der Menschen ändern sich. Bis 2025 werden mehr als 60 Prozent der Hausärztinnen und -ärzte in Pension gehen. Für die nachfolgende Generation müssen attraktive Rahmenbedingungen geschaffen werden, um die Allgemeinmedizin zu attraktivieren. Die  Patientinnen und Patienten sollen wohnortnah am "Best Point of Service" versorgt werden, und das ist nicht immer das Spital. Darum sollen Spitäler entlastet und die ambulante Versorgung ausgebaut werden. Hierfür sind Primärversorgungseinheiten vorgesehen, die einen wichtigen Teil der Gesundheitsreform darstellen. 

Ich habe Interesse, eine Primärversorgungseinheit einzurichten. Wohin wende ich mich?

Für weitere Informationen besuchen Sie bitte die Website www.primaerversorgung.gv.at und kontaktieren Sie die Servicestelle Primärversorgung unter den angegebenen Verbindungsdaten. Zusätzlich stellen wir auf der Website www.pve.gv.at alle notwendigen Informationen sowie Musterdokumente und Informationsmaterialien (z.B. Handbuch)  zur Gründung von Primärversorgungseinheiten zur Verfügung.


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