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FAQ Wissenswertes zu ELGA

Was ist ELGA?

Die Elektronische Gesundheitsakte ELGA ist ein Informationssystem, das allen berechtigten Gesundheitsdiensteanbietern (ELGA-GDA) und Patientinnen/Patienten den orts- und zeitunabhängigen Zugang zu den ELGA-Gesundheitsdaten ermöglicht. Die Idee hinter ELGA ist, im Falle einer medizinischen Behandlung oder Betreuung – und nur in diesem Zusammenhang – den behandelnden oder betreuenden ELGA-GDA die notwendigen Informationen bereitzustellen und diesen Zugriff auch den Patientinnen/Patienten selbst zu ermöglichen. Durch ELGA erhält der behandelnde oder betreuende ELGA-GDA Befunde, Entlassungsberichte und die e-Medikationsdaten der Patientinnen/Patienten als Unterstützung für die weitere Behandlung oder Betreuung.

Hinweis Hier erhalten Sie die Informationen zu ELGA in Gebärdensprache.

Wann gibt es ELGA in ganz Österreich?

Bereits seit Anfang 2014 sind das ELGA-Portal, die ELGA-Serviceline und die ELGA-Widerspruchstelle in Betrieb. Die ELGA-Teilnehmerinnen/-Teilnehmer haben am ELGA-Portal sowie bei den dezentralen Standorten der ELGA-Ombudsstelle die Möglichkeit, in ihre ELGA zu verwenden, z.B. Einsicht in ihre ELGA-Gesundheitsdaten zu nehmen.

Die schrittweise Umsetzung hat im Dezember 2015 begonnen. Zunächst wurden in öffentlichen Krankenhäusern in Wien und der Steiermark e-Befunde verfügbar gemacht. Auch einige Pflegeeinrichtungen in diesen Bundesländern verwenden ELGA bereits. Zug um Zug nehmen die öffentlichen Krankenhäuser in den anderen Bundesländern an ELGA teil. Welche Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen ELGA bereits verwenden, finden Sie in der aktuellen Liste.

Im ersten Halbjahr 2016 startete zudem der Probebetrieb der ELGA-Anwendung „e-Medikation“ in der Region Deutschlandsberg. ELGA wird in der Folge schrittweise im niedergelassenen Bereich und in Apotheken ausgerollt. Es folgen Ambulatorien, private Krankenhäuser sowie Zahnärztinnen/Zahnärzte.

Sobald die jeweiligen Krankenhäuser ELGA verwenden, können die Patientinnen/Patienten über das ELGA-Portal ihre eigenen ELGA-Gesundheitsdaten abrufen. Voraussetzung ist, die Patientinnen/Patienten wurden in einem Krankenhaus aufgenommen, das ELGA verwendet.

Wer sind die ELGA-Gesundheitsdiensteanbieter (ELGA-GDA)?

Zu den ELGA-Gesundheitsdiensteanbietern (ELGA-GDA) zählen:

  • Krankenanstalten,
  • Einrichtungen der (mobilen und stationären) Pflege,
  • Ärztinnen/Ärzte
    • ausgenommen: Ärztinnen/Ärzte im Dienst der Sozialversicherung oder anderen Versicherungen, Ärztinnen/Ärzte mit behördlichen Aufgaben wie Amtsärztinnen/Amtsärzte oder bei der Musterung für den Wehrdienst, Arbeitsmedizinerinnen/Arbeitsmediziner, Schulärztinnen/Schulärzte,
  • Zahnärztinnen/Zahnärzte 
    • ausgenommen: Dentistinnen/Dentisten, Zahnärztinnen/Zahnärzte im Dienst der Sozialversicherung oder anderer Versicherungen, Amtszahnärztinnen/Amtszahnärzte,
  • Apotheken.

Was passiert bei einem ELGA-Aufruf?

Aufruf durch die ELGA-Teilnehmerinnen/-Teilnehmer: Nach dem Login und dem Aufruf des ELGA-Portals sieht die ELGA-Teilnehmerin/der ELGA-Teilnehmer sämtliche ELGA-Gesundheitsdaten kann sie sperren und entsperren, unwiderruflich löschen, downloaden, speichern etc., Einsicht in die Protokolldaten nehmen („Wer hat wann und welche meiner ELGA-Gesundheitsdaten eingesehen?“) und sehen, welche ELGA-GDA aktuell Zugriff auf ihre/seine ELGA-Gesundheitsdaten haben. Ferner können die Zugriffsberechtigungen der ELGA-GDA verlängert oder verkürzt werden und der Teilnahme an ELGA gänzlich oder teilweise widersprochen werden.

Aufruf durch einen ELGA-GDA: Nach der Authentifizierung (z.B. über e-card in der Praxis der Ärztin/des Arztes) sowie dem Nachweis des Behandlungs- oder Betreuungszusammenhanges prüft das System, ob die Patientinnen/Patienten an ELGA teilnehmen. Ist dies der Fall, kann der ELGA-GDA auf die ELGA seiner Patientinnen/Patienten zugreifen und die ELGA-Gesundheitsdaten verwenden. Jeder Zugriff – sei es von ELGA-Teilnehmerinnen/-Teilnehmern selbst oder von einem ELGA-GDA – wird dabei mitprotokolliert.

Wer hat Zugriff auf meine ELGA-Gesundheitsdaten?

ELGA-Gesundheitsdaten einer Patientin/eines Patienten sind für ELGA-GDA nur dann zugänglich, wenn die Patientin/der Patient aktuell bei diesem ELGA-GDA in Behandlung/Betreuung ist und wenn die Patientin/der Patient ihre/seine Gesundheitsdaten über ELGA bereitstellen will. Dies muss auch technisch bestätigt werden, z.B. mit dem Stecken der e-card im niedergelassenen Bereich.

Wer darf nicht auf ELGA-Gesundheitsdaten zugreifen?

  • Chefärztinnen/Chefärzte der staatlichen Sozialversicherungen,
  • Ärztinnen/Ärzte, die für private Versicherungen Untersuchungen durchführen,
  • Behörden sowie Amtsärztinnen/Amtsärzte,
  • Schulärztinnen/Schulärzte,
  • Betriebsärztinnen/Betriebsärzte,
  • Stellungsärztinnen/Stellungsärzte des Bundesheeres,
  • jene Ärztinnen/Ärzte, die durch die Patientin/den Patienten vom Zugriff auf ihre ELGA ausgeschlossen wurden.

Im GTelG 2012 ist klar geregelt, wer auf ELGA-Gesundheitsdaten zugreifen darf: Es sind dies neben der Patientin/dem Patienten selbst ausschließlich nur jene ELGA-GDA, die die betreffende Patientin bzw. den betreffenden Patienten tatsächlich behandeln oder betreuen.

Wie nutzt der ELGA-GDA ELGA?

ELGA ermöglicht dem ELGA-GDA den Zugriff auf die ELGA-Gesundheitsdaten seiner Patientinnen/Patienten. Zudem kann er bestimmte ELGA-Gesundheitsdaten verfügbar machen. Voraussetzung hierfür ist die eindeutige Identifikation des ELGA-GDA und seiner Patientinnen/Patienten. Dies funktioniert im niedergelassenen Bereich (z.B. Hausärztin/Hausarzt) und der Apotheke in der Regel über die e-card-Infrastruktur. Im Krankenhaus erfolgt die eindeutige Identifikation durch die elektronische Aufnahme. Ohne eindeutige Identifikation und ein aufrechtes Behandlungs- oder Betreuungsverhältnis ist die Verwendung (gesetzlich und technisch) nicht möglich.

Welche ELGA-Gesundheitsdaten kann der ELGA-GDA einsehen?

Die ersten über ELGA verfügbar gemachten Daten sind ärztliche und pflegerische Entlassungsbriefe des Krankenhauses, Labor- und Radiologiebefunde sowie Medikationsdaten. Darüber hinaus ist im GTelG 2012 vorgesehen, zu einem späteren Zeitpunkt Patientenverfügungen, Vorsorgevollmachten und medizinische Register über ELGA verfügbar zu machen. Derzeit werden Labor- und Radiologiebefunde im AKH Wien über ELGA noch nicht verfügbar gemacht.

Muss ein ELGA-GDA auf die ELGA-Gesundheitsdaten zugreifen?

Die Entscheidung, ob ein ELGA-GDA im Behandlungs- oder Betreuungsfall die ELGA-Gesundheitsdaten seiner Patientinnen/Patienten aufruft bzw. in die ELGA-Gesundheitsdaten der Patientinnen/Patienten Einsicht nimmt oder nicht, obliegt seiner fachlichen Entscheidung. An der bestehenden Rechtslage (erhöhte Sorgfaltspflicht der ELGA-GDA) ändert sich durch ELGA nichts.

Werden meine älteren Befunde über ELGA verfügbar gemacht?

Nein. Ihre ELGA-Gesundheitsdaten werden erst ab dem Zeitpunkt, ab dem ein ELGA-GDA mit ELGA arbeitet und Sie dort in Behandlung bzw. Betreuung waren, erfasst. Auch für den Zeitraum einer ELGA-Abmeldung besteht kein Rechtsanspruch auf eine nachträgliche Aufnahme. Ältere Gesundheitsdaten, die vor dem ELGA-Start entstanden sind, werden nicht nachgetragen und sind somit nicht in Ihrer ELGA verfügbar. Alle neuen e-Befunde werden für den Abruf über ELGA in einem neuen Format („Clinical Document Architecture“, CDA) bereitgestellt.

Ist das ELGA-Portal barrierefrei?

Das ELGA-Portal ist im Einklang mit internationalen Standards barrierefrei gestaltet.

Was sind e-Befunde?

Im Rahmen der ELGA-Anwendung e-Befunde können ELGA-Teilnehmerinnen/-Teilnehmer über das ELGA-Portal auch die eigenen e-Befunde (zunächst Entlassungsbriefe, Laborbefunde und Radiologiebefunde) verwenden. 

Was ist e-Medikation?

E-Medikation ist eine Datenbank, in der von Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt verordnete bzw. von Apotheken abgegebene Medikamente und wechselwirkungsrelevante, nicht-rezeptpflichtige Arzneimittel gespeichert werden. In Ihrer e-Medikationsliste am ELGA-Portal sehen Sie sowohl Ihre verschriebenen, als auch in der Apotheke bereits abgeholten Medikamente und noch offenen Rezepte. Das Ziel von e-Medikation ist, das Risiko von unerwünschten Wechselwirkungen oder Überdosierungen hintanzuhalten und die Sicherheit bei der Einnahme von Medikamenten für die Patientinnen/Patienten zu erhöhen.

Niedergelassene Ärztinnen/Ärzte mit Kassenvertrag sind verpflichtet, alle Medikamente, die sie verordnen, in Ihre e-Medikationsliste einzutragen. Über die auf dem Rezept aufgedruckte eMED-ID (ein von Scannern lesbarer 2-D-Matrixcode) können in der Apotheke die Verordnungen auf dem Rezept abgerufen werden. Das bis dahin noch „offene Rezept“ wird als „abgeholtes Arzneimittel“ in Ihrer e-Medikationsliste gekennzeichnet. Auch nicht rezeptpflichtige Medikamente, die eventuell Wechselwirkungen hervorrufen („wechselwirkungsrelevant“ sind), können durch die Apotheke in Ihre e-Medikationsliste eingetragen werden. Dazu ist allerdings eine eindeutige Identifikation durch das Stecken Ihrer e-card in der Apotheke nötig.

Es ist auch möglich, dass einzelne Medikamente nicht in die e-Medikationsliste aufgenommen werden. Dafür müssen Sie bei Ihrer behandelnden Ärztin bzw. Ihrem behandelnden Arzt bei der Verordnung angeben, dass dieses Arzneimittel nicht in Ihre e-Medikation eingetragen werden soll. In diesem Fall spricht man von einem „situativen Opt-Out“ oder einem „Widerspruch im Anlassfall“, das auch im Gesundheitstelematikgesetz 2012 eindeutig geregelt ist. Dieses Medikament scheint dann zwar auf Ihrem Papierrezept und in der Dokumentation Ihrer Ärztin/Ihres Arztes auf, nicht aber in Ihrer e-Medikationsliste in ELGA.

Was ist die ELGA-Ombudsstelle?

Die ELGA-Ombudsstelle berät und unterstützt ELGA-Teilnehmerinnen/-Teilnehmer bei der Wahrnehmung und Durchsetzung ihrer Rechte in Zusammenhang mit ELGA und in Angelegenheiten des Datenschutzes. Die Bundesministerin für Gesundheit und Frauen betreibt die ELGA-Ombudsstelle. Um den ELGA-Teilnehmerinnen/-Teilnehmern einen niederschwelligen Zugang zu gewährleisten, werden dezentrale Standorte der ELGA-Ombudsstelle in allen Bundesländern eingerichtet.

Wer setzt ELGA um?

ELGA ist ein gemeinsames, nationales Vorhaben von Bund, den neun Bundesländern und dem Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger als so genannte „ELGA-Systempartner“. 

Wie und von wem wird ELGA finanziert?

Bund, Länder und Sozialversicherung als „ELGA-Systempartner“ finanzieren gemeinsam die Errichtung der zentralen Infrastruktur der ELGA. Für den Zeitraum 2010 bis 2016 wurden von den genannten öffentlichen Körperschaften insgesamt 60 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Darüber hinaus finanzieren diese Einrichtungen jene Maßnahmen, die sie in ihrem jeweiligen Aufgabenbereich für die Errichtung der ELGA umsetzen, und tragen den Betriebsaufwand. Die zielgerichtete und sparsame Verwendung der öffentlichen Mittel wird durch die Gesellschaftsorgane der ELGA GmbH und die Bundesgesundheitskommission überwacht.

Wo kann ich weitere Informationen zu ELGA erhalten?

Weitere Informationen zum Thema ELGA finden Sie auf folgenden Web-Seiten:


Hinweis Für allgemeine Fragen zu ELGA steht Ihnen die ELGA-Serviceline unter der Telefonnummer 050 124 4411 werktags von Montag bis Freitag von 7.00 bis 19.00 Uhr oder per Mail unter info [at] elga-serviceline [dot] at zur Verfügung.


Beratung & Hilfe

ELGA: Beratung & Hilfe (Informationen zur ELGA-Serviceline, zur ELGA-Widerspruchstelle und zur ELGA-Ombudsstelle im jeweiligen Bundesland sowie verschiedene Formulare zum Herunterladen und Ausfüllen.)

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