Gesundheitsportal
Inhaltsbereich
Tastatur mit Schrift Login © Markus Mainke

ELGA: Datenschutz und Teilnahmerechte

Gesundheitsdaten sind nach dem DSG 2000 sensible Daten, ihrem Schutz wird daher durch technische Maßnahmen und gesetzliche Vorschriften höchste Priorität eingeräumt. Die technische Umsetzung von ELGA orientiert sich gemäß den Empfehlungen der (ehemaligen) Bundesgesundheitskommission an international anerkannten Standards. Durch in diesen Standards festgelegten Sicherheitsmaßnahmen wird die höchstmögliche technische Sicherheit gewährleistet. Außer den ELGA-Teilnehmerinnen/-Teilnehmern selbst dürfen ausschließlich behandelnde bzw. betreuende ELGA-GDA ELGA verwenden. Per Gesetz sowie technisch ausgeschlossen sind jedenfalls Versicherungen, Arbeitgeber, Behörden – auch Gesundheitsbehörden – sowie als Gutachter tätige Personen oder Einrichtungen (z.B. Arbeitsmedizinerinnen/Arbeitsmediziner, Schulärztinnen/Schulärzte).

Rechte der ELGA-Teilnehmerinnen/-Teilnehmer

  • Entscheidung über die Teilnahme: Alle Bürgerinnen und Bürger nehmen an ELGA teil, wenn sie einer Teilnahme nicht widersprechen. Sie werden vom Gesetz als ELGA-Teilnehmerinnen/-Teilnehmer bezeichnet. Ein Widerspruch  („Opt-Out“) ist jederzeit möglich und kann sich auf alle oder bestimmte ELGA-Gesundheitsdaten (z.B. Medikationsdaten) beziehen. Im Falle eines Widerspruchs zu einem Zeitpunkt, zu dem bereits Gesundheitsdaten über ELGA zugänglich gemacht wurden, sind auch alle Verweise darauf (Einträge im Verweisregister) unzugänglich zu machen.
  • Widerruf des Widerspruchs: Ein Widerspruch kann jederzeit widerrufen werden, was einer erneuten Teilnahme entspricht. In diesem Fall erfolgt jedoch keine Rückerfassung zwischenzeitlich entstandener ELGA-Gesundheitsdaten.
  • Widerspruch gegen die Aufnahme von ELGA-Gesundheitsdaten in ELGA im Anlassfall („situatives Opt-Out“): Ein solcher Widerspruch verhindert die Aufnahme von Medikationsdaten oder von e-Befunden in ELGA und kann nur vor Ort bei einem ELGA-GDA abgegeben werden, die im Rahmen eines Behandlungs- oder Betreuungsfalls entstehen. Insbesondere gilt dies bei der Behandlung von HIV-Infektionen, psychischen Erkrankungen und bei Schwangerschaftsabbrüchen sowie bezüglich bestimmter genetischer Daten.
  • Recht auf Aufnahme von Gesundheitsdaten in ELGA: ELGA-Teilnehmerinnen/-Teilnehmer haben das Recht, vom behandelnden oder betreuenden ELGA-GDA die Aufnahme von Medikationsdaten und von ELGA-Gesundheitsdaten zu verlangen.
  • Festlegung von individuellen Zugriffsberechtigungen: Damit können die allgemeinen gesetzlichen Zugriffsrechte der ELGA-GDA auf ELGA-Gesundheitsdaten von den ELGA-Teilnehmerinnen/-Teilnehmern selbst verändert werden. Die Änderungen können alle oder bestimmte Arten von ELGA-Gesundheitsdaten umfassen. ELGA-Teilnehmerinnen/-Teilnehmer können darüber hinaus auch – vor allem für ELGA-GDA ihres Vertrauens – die standardmäßige Frist von 28 Tagen ab einem Behandlungs- bzw. Betreuungskontakt für die Einsichtnahme in ihre ELGA-Gesundheitsdaten auf bis zu ein Jahr verlängern. Sie können die Frist aber auch verkürzen. Von ELGA-Teilnehmerinnen/-Teilnehmern individuell festgelegte Zugriffsrechte gehen somit immer die allgemeinen gesetzlichen Zugriffsrechte vor.
  • Einsichtnahme in Dokumente: ELGA-Teilnehmerinnen/-Teilnehmer haben das Recht, in alle ihre über ELGA zugänglich gemachten Dokumente und Daten uneingeschränkt Einsicht nehmen zu können. Sie haben auch u.a. das Recht, diese Dokumente und Daten zu drucken oder auf ihrem eigenen Computer zu speichern. Mit anderen Worten: Sie können die ELGA-Gesundheitsdaten uneingeschränkt verwenden. Die bereits bestehenden Rechte auf Einsichtnahme in die eigene Krankengeschichte direkt beim betreffenden ELGA-GDA und die Herstellung von Abschriften daraus bleiben von ELGA unberührt.
  • Einsichtnahme in die Protokolldaten: Jede Verwendung in ELGA wird von einem Protokollierungssystem aufgezeichnet. Erstmals in Österreich gibt es eine lückenlose Nachvollziehbarkeit der Zugriffe auf ELGA-Gesundheitsdaten: Sie geben in übersichtlicher und einfacher Darstellung an, wer und wann die jeweiligen ELGA-Gesundheitsdaten aufgerufen hat. ELGA-Teilnehmerinnen/-Teilnehmer haben das Recht, jederzeit in die Protokolldaten Einsicht zu nehmen und das Protokoll abzuspeichern und auszudrucken. 
  • Diskriminierungsverbot: Durch die Ausübung dieser Rechte dürfen Personen weder bei der Inanspruchnahme medizinischer Leistungen noch bei der Kostentragung für diese Leistungen schlechter gestellt werden als Personen, die diese Rechte nicht ausüben. 

Beratung & Hilfe

ELGA: Beratung & Hilfe (Informationen zur ELGA-Serviceline, zur ELGA-Widerspruchstelle und zur ELGA-Ombudsstelle im jeweiligen Bundesland sowie verschiedene Formulare zum Herunterladen und Ausfüllen.)

Drucken RSS-Feed Teilen Feedback
Zum Seitenanfang springen Transparente Grafik zwecks Webanalyse