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VKI-Test 24-Stunden-Betreuung

Älterer Frau mit Pflegerin © didesign
03.12.2018

Der VKI hat in einem aktuellen Test 26 Vermittlungsagenturen in der 24-Stunden-Betreuung unter die Lupe genommen. Die Untersuchung hebt verschiedene Problemfelder hervor. So sei es für Interessentinnen und Interessenten schwierig, seriöse Unternehmen und die Qualifikation der vermittelten Personenbetreuungskräfte zu erkennen oder eine transparente Kosten- und Leistungsaufstellung zu erhalten. Um die Situation zu verbessern, lässt das Sozialministerium derzeit ein bundeseinheitliches Qualitätszertifikat für Vermittlungsagenturen in der 24-Stunden-Betreuung erarbeiten.

Vermittlungsagenturen: Mehr Transparenz für Leistungen und Kosten

Der VKI-Test der 24-Stunden-Betreuung zeigt, dass viele Vermittlungsagenturen nur ungern Auskunft über Leistungen und Kosten geben. Nur elf von 26 Agenturen füllten einen Fragebogen zu Leistungen und Kosten aus. Zusätzlich zum Fragebogen führte das VKI zwei Testszenarien durch, in denen anonym eine Suche nach einer 24-Stunden-Betreuung durchgespielt wurde. Bei der Untersuchung zeigte sich, dass die Kosten für die Vermittlung erheblich variieren. Auch die erbrachten Leistungen sind unterschiedlich. Zudem enthielten manche Vermittlungsverträge laut VKI fragwürdige Klauseln.

Die genauen Ergebnisse des VKI-Test sind im Bericht zugefasst, der auch einen Vergleich der Agenturen ermöglicht. Die Testtabelle informiert über Detailergebnisse, z.B. Wartezeit bis zur Vermittlung, betreute Bundesländer, berufliche Qualifikation der Betreuerinnen/Betreuer, Kosten etc.

Qualitätszertifikat für Vermittlungsagenturen für 2019 geplant

„Die Schaffung eines bundeseinheitlichen Qualitätszertifikates für Vermittlungsagenturen in der 24-Stunden-Betreuung betrachte ich als einen ganz wesentlichen Schritt in Richtung nachhaltiger Sicherstellung hochwertiger Betreuung“, erklärt Sozialministerin Beate Hartinger-Klein in einer Aussendung. Dies soll die Situation der pflegebedürftigen Menschen und deren Familien stärken.

Mit Beginn 2019 ist die schrittweise Ausrollung des Zertifizierungsprozesses geplant. Dazu sind z.B. im Bundesland Oberösterreich Anfang 2019 entsprechende Informationsveranstaltungen vorgesehen, in denen Vermittlungsagenturen eingeladen werden, sich am Zertifizierungsverfahren zu beteiligen.

Für das Zertifizierungsverfahren ist der Verein zur Förderung der Qualität in der Betreuung älterer Menschen vorgesehen, der langjährige Expertise und Erfahrung in Zusammenhang mit der Qualitätsentwicklung und -sicherung in Alten- und Pflegeheimen aufweist.

Neben den gültigen Standes- und Ausübungsregeln für die Organisation von Personenbetreuung ist ein Qualitätszertifikat für Vermittlungsagenturen in der 24-Stunden-Betreuung ein sichtbares Zeichen für einen hohen Qualitätsanspruch.

Welche Punkte sieht das Qualitätszertifikat vor?

Folgende Kriterien sollen im Qualitätszertifikat für Agenturen beispielsweise enthalten sein:

  • Schriftliche Verankerung bestimmter Vertragsinhalte, sowohl im Verhältnis zwischen Personenbetreuungskraft und Vermittlungsagentur, als auch im Verhältnis mit den Kundinnen und Kunden vor
  • Umfassende Aufzeichnungs- und Offenlegungsverpflichtungen. Im Sinne einer transparenten Abrechnung sind einzelnen Rechnungsposten übersichtlich und verständlich aufzuschlüsseln.
  • Ausschließlich Vermittlung von Personenbetreuungskräften, die über eine entsprechende Qualifikation verfügen.
  • Beim Ausfall einer Personenbetreuungskraft besteht eine Verpflichtung der Vermittlungsagentur, innerhalb kurzer Zeit für Ersatz zu sorgen.

Weitere Informationen:

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