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Studie: Gesunder Lebensstil erhöht Lebenserwartung deutlich

Fröhliches älteres Paar © Sergey Nivens
04.09.2017

Menschen, die nicht rauchen, nicht übergewichtig sind und nur mäßig viel Alkohol konsumieren, haben eine sieben Jahre höhere Lebenserwartung, als der Durchschnitt der Bevölkerung. Außerdem können sie damit rechnen, dass sie die meisten dieser gewonnenen Jahre in guter Gesundheit verbringen. Dies ist das Ergebnis einer neuen Studie des deutschen Max-Planck-Instituts für demografische Forschung und der Universität Michigan.

Für die Studie wurden die Daten von mehr als 14.000 US-Bürgern ausgewertet. Aus den Daten geht hervor, dass Menschen, die nie geraucht haben und nie übergewichtig gewesen sind, vier bis fünf Jahre länger als der Durchschnitt der Bevölkerung leben und dass diese Menschen die zusätzlichen Jahre ohne körperliche Beeinträchtigungen erleben. Die Analysen zeigten auch, dass Personen mit einem moderaten Alkoholkonsum im Schnitt sieben Jahre älter als der Durchschnitt der Bevölkerung werden.

Gesunder Lebensstil ist realistisches Ziel

„Verbesserungen in der Medizin werden oft als der Schlüssel für gesünderes und längeres Leben gesehen. Wir haben gezeigt, dass ein gesunder Lebensstil, der nichts kostet, ausreicht, um sich eines sehr langen und gesunden Lebens erfreuen zu können“, sagte Mikko Myrskylä, einer der beiden Autoren der Studie und Direktor des Max-Planck-Instituts für demografische Forschung. Er ergänzte: „Ein mäßig gesunder Lebensstil reicht aus, um in diesen Genuss zu kommen. Zu vermeiden zu dick zu werden, nicht zu rauchen und Alkohol nur mäßig zu konsumieren, ist kein unrealistisches Ziel.“

Diese Studie ist laut Presseinformation des Max-Planck-Instituts für Demografische Forschung die erste, in der die Summe der Auswirkungen von mehreren für die Gesundheit wichtigen Verhaltensweisen auf die Lebenserwartung und die Lebenserwartung ohne körperliche Einschränkungen analysiert wurde. Die Forscher stellten fest, dass jede der drei untersuchten ungesunden Verhaltensweisen - Übergewicht, Rauchen und nicht-moderater Konsum von Alkohol - mit einer Verringerung der Lebenserwartung und einem früheren Auftreten von körperlichen Beeinträchtigungen verbunden war.

Unterschiede bei den Auswirkungen

Aber es gab auch Unterschiede: Bezüglich des Rauchens stellten die Forscher fest, dass damit zwar ein früherer Tod einhergeht, damit jedoch nicht die Zahl der Jahre, in denen die Betroffenen körperlich beeinträchtig waren, anstieg. Dies ist beim Übergewicht anders: Wer übergewichtig ist, muss auch damit rechnen, längere Zeit seines Lebens mit körperlichen Einschränkungen leben zu müssen. Ein nicht-moderater Alkoholkonsum ist mit einer verringerten Lebensdauer und einer reduzierten Anzahl an gesunden Jahren verbunden.

Am auffälligsten war aber der Unterschied in der durchschnittlichen Lebenserwartung zwischen der risikoreichsten und der risikoärmsten Gruppe. Männer, die nicht übergewichtig waren, noch nie geraucht haben und mäßig trinken, leben durchschnittlich 11 Jahre länger, als Männer, die mit diesem ungesunden Verhalten leben. Für Frauen war die Unterschied zwischen den beiden Gruppen mit 12 Jahren noch größer.

„Unsere Ergebnisse zeigen, wie wichtig es ist, sich auf Prävention zu konzentrieren“, betont der Forscher. „Diejenigen, die diese gesundheitsgefährdenden Verhaltensweisen meiden, können ein sehr langes und gesundes Leben haben. Effektive gesundheitspolitische Maßnahmen könnten größeren Teilen der Bevölkerung dabei helfen, in den Genuss dieser gesundheitlichen Vorteile zu kommen.”

Wie die Studienautoren vorgingen

Die Forscher verwendeten Daten aus einer Langzeitstudie in den USA, der so genannten Health and Retirement Studie, an der mehr als 14.000 Personen im Alter von 50 bis 89 in dem Zeitraum  von 1998 bis 2012 teilnahmen. Die Teilnehmerinnen/Teilnehmer wurden alle zwei Jahre zu ihrer Gesundheit und ihrem Verhalten befragt.

  • Diejenigen, die berichteten, dass sie keinerlei Einschränkungen bei Aktivitäten des täglichen Lebens hatten (laufen, anziehen, baden, aus dem Bett aussteigen oder essen) wurden als frei von körperlichen Einschränkungen eingestuft.
  • Die Teilnehmerinnen/Teilnehmer, die einen Body Mass Index von weniger als 30 hatten, wurden als nicht übergewichtig eingestuft.
  • Diejenigen, die in ihrem Leben weniger als 100 Zigaretten geraucht hatten, wurden als Nicht-Raucherinnen/Nicht-Raucher eingestuft.
  • Männer, die weniger als 14 alkoholische Getränke pro Woche zu sich nahmen, und Frauen, die weniger als sieben alkoholische Getränke im gleichen Zeitraum konsumierten, wurden als moderate Trinkerinnen/Trinker eingestuft.

Originalpublikation: Neil Mehta and Mikko Myrskylä: The Population Health Benefits Of
A Healthy Lifestyle: Life Expectancy Increased And Onset Of Disability Delayed, Demography, DOI: 10.1377/hlthaff.2016.1569 , HEALTH AFFAIRS 36, NO. 8 (2017)

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