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Corona-Ampel: Aktuelles und Empfehlungen

Symbolfoto für Corona-Ampel © Of The Village
Symbolfoto für Corona-Ampel © Of The Village
16.09.2020

Die Corona-Ampel ist ein Werkzeug zur regionalen Einschätzung der epidemischen Lage zu COVID-19. Damit können die verantwortlichen politischen Entscheidungsträger und Behörden entsprechende Maßnahmen in den Regionen einleiten. Alle Informationen werden auf der Webseite corona-ampel.gv.at veröffentlicht.
Die Corona-Ampel informiert die österreichische Bevölkerung über das Risiko in einer bestimmten Region und über Maßnahmen und Empfehlungen. Ziel ist, neuen Infektionen mit dem Coronavirus vorzubeugen. Das Corona-Ampel-System startete den Betrieb am 4.9.

Die Ampelschaltungen und Informationen dazu werden unter corona-ampel.gv.at regelmäßig aktualisiert und auf einer Landkarte angezeigt.

Aktuelle Empfehlungen der Corona-Kommission

Die epidemiologische Entwicklung der vergangenen Tage verweist auf eine deutliche Erhöhung des Infektionsrisikos in einigen Regionen Österreichs. Die Corona-Kommission hat laut einer Aussendung das Infektionsrisiko in etlichen Regionen als erhöht eingeschätzt. Grundlagen sind die 7-Tages-Inzidenz, der Anteil der abgeklärten Infektionsquellen bei den neu aufgetretenen Fällen und die damit verbundene Aussicht auf Cluster-Ausbreitungskontrolle. 

Die Corona-Kommission gibt regelmäßige Empfehlungen für die Ampelschaltungen. Mit 18.09. sind folgende Städte und Bezirke auf Orange: Wien, Mödling, Neunkirchen, Zwettl, Kufstein, Innsbruck, Dornbirn und Bludenz. Darüber hinaus wurden zahlreiche weitere Städte bzw. Bezirke gelb eingefärbt. Kein Bundesland ist nur mehr ausschließlich grün.

Maßnahmen zur Prävention der Ausbreitung

Dr. Daniela Schmid, Sprecherin der Corona-Kommission: „Wir empfehlen den lokalen Behörden weiterhin ausführliches Contact Tracing und Testungen zur Quellenidentifikation und Cluster-Auffindung durchzuführen sowie der Politik, auf Basis dieses regionalen Cluster-Geschehens, gezielte Detailschritte und entsprechende Maßnahmen zur Prävention der Ausbreitung dieser Übertragungsketten in den einzelnen Regionen festzulegen.“

Empfehlungen für Regionen mit hohem Risiko

Insbesondere für Regionen mit hohem Risiko (Orange) empfiehlt die Corona-Kommission, folgende Aspekte mit besonderer Aufmerksamkeit zu verfolgen:

  • Intensivierung des Schutzes der Pflegeeinrichtungen
  • Intensivierung des Schutzes der Krankenanstalten
  • Erhöhung der Screeninguntersuchungen in den einschlägigen Bereichen (Pflege- und Gesundheitseinrichtungen, Risikobetriebe, Bildungsbereich etc.)
  • Schützen der älteren Personen in generationsübergreifenden Familienverbänden – Zielgruppenspezifische Kommunikation 
  • Etablierung von präventiven Maßnahmen an bestimmten Orten wie zum Beispiel Märkten 
  • Einschränken der Veranstaltungen in geschlossenen Gesellschaften ohne Sicherheitskonzept  

So funktioniert die Corona-Ampel

Grüne Ampelfarbe bedeutet geringes Risiko, Infektionsfälle treten vereinzelt auf, vor allem in isolierten Clustern. Gelb zeigt ein mittleres Risiko an, mit einer moderaten Zunahme von Fällen primär in Clustern. Orange wird mit hohem Risiko beschrieben, Fälle mit ungeklärten Quellen und Cluster treten gehäuft auf. Rot bedeutet sehr hohes Risiko, es gibt unkontrollierte Ausbrüche und großflächige Verbreitung. Die genauen Bedeutungen der Farben werden auf corona-ampel.gv.at/ampelfarben beschrieben.

Gesundheitsminister Rudolf Anschober betonte, dass auch bei grüner Ampelfarbe Achtsamkeit wichtig sei und grundlegende Vorsichtsmaßnahmen weiter beachtet werden müssten. Wichtige Grundprinzipien zum Schutz gegen eine Ansteckung mit COVID-19 sind v.a. Abstands- und Hygieneregeln (gründliches Händewaschen, Husten-Nies-Etikette etc.) und das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes.

Die Corona-Ampel wird wöchentlich auf der Grundlage aktueller Daten in einem 4-stufigen Prozess aktualisiert.

  • Wichtige Kennzahlen – die Schlüsselindikatoren – werden von Expertinnen und Experten der AGES und der GÖG laufend beobachtet und ausgewertet.
  • Die Corona-Kommission ­- als „zentrales Beratungsgremium“ für die Politik – tritt mindestens einmal pro Woche zusammen. Sie spricht Empfehlungen auf Basis der Schlüsselindikatoren an die Politik aus.
  • Nach den Empfehlungen der Kommission schaltet der Gesundheitsminister in Abstimmung mit den Landeshauptleuten die Ampel. Die Ampelschaltung geschieht in der Regel jeden Freitag. Die wöchentlichen Empfehlungen der Kommission werden auf corona-ampel.gv.at/corona-kommission veröffentlicht.
  • Mit Hilfe der Ampel können Minister, Landes- und Bezirkshauptleute Empfehlungen aussprechen oder gesetzliche Regelungen für Maßnahmen verabschieden.

Welche Aufgaben hat die Corona-Kommission?

Die Corona-Kommission beurteilt die epidemiologische Entwicklung von Infektionen mit dem Coronavirus (SARS-CoV-2) in der österreichischen Bevölkerung auf Basis einer Reihe von Indikatoren, zusätzlich zur 7-Tages Fallzahl:

  • Wo befindet sich die Infektionsquelle – im Ausland oder im Inland.
  • Wird der neu aufgetretene Infektionsfall in der Quarantäne im Rahmen der Kontaktpersonen-Testung entdeckt.
  • Wird die Verbreitung des Virus ausgehend von Clustern unter Kontrolle gehalten.
  • Wird mittels ausreichender Testung garantiert, dass ein neuer Infektionsfall entdeckt wird.
  • Wie ist die aktuelle Auslastung des Versorgungssystems (und der Blick in die nähere Zukunft).

Die Corona-Kommission erarbeitet auch Leitlinien, welche Maßnahmen bei welcher Ampelschaltung gelten sollen. Diese Maßnahmen können für das gesamte Bundesgebiet, Bundesländer oder Bezirke, abhängig von der epidemischen Lage, gelten. Damit kann auf regionale Cluster reagiert werden. 

„Vorrangiges Ziel ist, die Ausbreitung von SARS-CoV-2 unter Kontrolle zu bringen und mit österreichweiten Maßnahmen die Bevölkerung zu schützen“, so Daniela Schmid, Leiterin der Abteilung Infektionsepidemiologie der AGES und Sprecherin der Corona-Kommission.

Rechtliche Verankerung der Corona-Ampel 

Derzeit wird auf corona-ampel.gv.at darauf hingewiesen, dass die veröffentlichten Informationen zu den Ampelfarben und Maßnahmen vorrangig zur Information von Bürgerinnen und Bürgern dienen und nicht rechtsverbindlich sind. Es gilt die aktuelle COVID-19-Lockerungsverordnung.

Bei der Präsentation der Corona-Ampel erklärte Gesundheitsminister Rudolf Anschober, dass die rechtliche Verankerung der Corona-Ampel samt deren Maßnahmen im Zuge der Novellierung des Epidemiegesetzes und des COVID-19-Maßnahmengesetzes erfolgen soll.

Weitere Informationen: 

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