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„Schwarze Smoothies“ zum Fasten ungeeignet

Auswahl an Smoothies © Markus Mainka
06.03.2017

Mit Aktivkohle versetzte Smoothies („Schwarze Smoothies“) sollen Körper und Darm bei der „Entgiftung“ unterstützen. Expertinnen und Experten warnen vor der Einnahme von Aktivkohle ohne Vorliegen medizinischer Gründe . . .

Anlässlich der Fastenzeit und des Detoxbooms warnt die Österreichische Agentur für Ernährungssicherheit (AGES) vor schwarzen Smoothies – ein beobachteter Trend auch beim Abnehmen. Die Beigabe von Aktivkohle zu Frucht- und Gemüsedrinks (Smoothies) soll den Körper beim „Entgiften“ unterstützen.

Die AGES betont in ihrer Aussendung, dass Aktivkohle nicht als Smoothiezutat eingesetzt werden sollte. Durch die Einnahme von Aktivkohle können andere Arzneimittel im Darm gebunden und deren Wirksamkeit beeinträchtigt werden, u.a. auch bei der Anti-Baby-Pille. Aktivkohle sollte nur in Absprache mit einer Ärztin/einem Arzt bei Durchfallerkrankungen oder Vergiftungsnotfällen eingesetzt werden.

Was ist Aktivkohle?

Bei Aktivkohle (medizinische Kohle, Carbo medicinalis) handelt es sich um Kohle pflanzlicher Herkunft. Durch ihre besonders hohe Oberfläche besitzt sie die Eigenschaft, gelöste Teilchen aufzunehmen. Dies macht man sich in der Medizin z.B. bei akuten Vergiftungen oder auch Durchfallerkrankungen zunutze. Die schädlichen Substanzen werden an die Aktivkohle gebunden und dann über den Stuhl ausgeschieden. Zudem kann Aktivkohle auch als Wundauflage verwendet werden, z.B. um Partikel oder Bakterien zu binden.

Vorsicht bei Fastenhilfsmitteln

Vorsicht angebracht ist ebenso bei Fastenhilfsmitteln wie Einläufen, Abführ- oder Entwässerungsmitteln, Bittersalzen etc. Diese können zu Störungen des Mineralstoffhaushalts (Elektrolyte) führen, wodurch die Nieren- und Darmfunktion beeinträchtigt werden kann. Auch die Darmflora kann gestört werden.

Die Begriffe „Schlacken“ bzw. „Entschlacken“ sind wissenschaftlich nicht begründbar. Im Körper und Stoffwechsel des Menschen treten weder Schlacken auf, noch sammeln sich diese im Organismus. Permanent aktive Entgiftungsmechanismen im Körper – u.a. Nieren, Leber, Darm, Blut, Atmung und Haut – sorgen für eine laufende Entsorgung von im Stoffwechsel anfallenden oder von außen aufgenommenen Substanzen wie z.B. Medikamenten und anderen Schadstoffen.

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