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Coronavirus: Lockerung der Maßnahmen

Symbolbild mit Streichhölzern © Adrian
Symbolbild mit Streichhölzern © Adrian
02.05.2020

In der Corona-Krise bleiben die Zahlen der Neuerkrankungen an Covid-19 weiter stabil. Am 1.5. begannen daher größere Lockerungen der Maßnahmen gegen die Verbreitung des Coronavirus. Auf dem Weg „in Richtung eines Alltags, wie wir ihn kannten“ sieht Gesundheitsminister Anschober den Mai als entscheidenden Monat und appelliert zu Vorsicht und Eigenverantwortung. Wichtig sei, eine zweite Infektionswelle zu vermeiden.

„Die Bevölkerung hat es sich hart arbeitet und wirklich verdient“, sagte Gesundheitsminister Rudolf Anschober in einer Aussendung am 1.5. Und weiter: „Wir haben die richtigen Maßnahmen zum richtigen Zeitpunkt gesetzt und die in Österreich lebenden Menschen haben sie großartig umsetzt. Daher konnten wir vor über zwei Wochen mit Phase 2 der schrittweisen, gesicherten Rückkehr hin zum Alltag starten".

Mit den größeren Öffnungsschritten hätte noch niemand in Europa Erfahrung und auch einzelne Länder Asiens hätten auf diesem Weg große Schwierigkeiten. Der Mai sei daher entscheidend für die schrittweise Rückkehr in Richtung Alltag: Weitgehende Zurücknahme der Ausgangsbeschränkungen, Öffnung aller Geschäfte und vieler Dienstleistungen, Besuchsmöglichkeit in Altenheimen, Öffnungsschritte in Schulen und in der Gastronomie, Öffnung der Hotels und Pensionen, Öffnung der Bäder und einiges mehr.

„Coronavirus nicht unterschätzen!“

„Falls uns dies ohne starke Zuwächse bei den Erkrankungszahlen gelingt, dann wäre dies der vorentscheidende Fortschritt zurück zum Alltag. Ich appelliere daher eindringlich an die gesamte Bevölkerung, das Virus nicht zu unterschätzen. Wir haben Erfolge, aber wir haben noch nichts gewonnen. Die Krise ist leider lange noch nicht beendet. Es hängt jetzt alles von unserem Verhalten ab: Bleiben Sie daher vorsichtig, halten Sie sich an die Grundregeln des Mindestabstandes und der Hygienebestimmungen und setzen Sie bitte die Sicherungsmaßnahmen, die die einzelnen Öffnungsschritte begleiten, konsequent um. Nur dann werden wir diesen Kurs der schrittweisen Rückkehr zum Alltag wie geplant fortsetzen und umsetzen können. Jeder und jede von uns ist jetzt in ganz besonderem Ausmaß ein Teil der Lösung! Wir alle bestimmen mit unserem Verhalten über die Rückkehr zum Alltag, jede und jeder übernimmt jetzt Eigenverantwortung”, appellierte Anschober. 

Maßnahmen der COVID-19-Lockerungsverordnung

Das mit Ausnahmen geltende Betretungsverbot öffentlicher Orte endete mit 30. April. In der ab 1. Mai gültigen COVID-19-Lockerungsverordnung werden u.a. der Abstand von mindestens einem Meter zu anderen Personen an öffentlichen Orten, das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes in bestimmten Situationen und andere Sicherheitsregelungen für den Alltag und das öffentliche Leben festgelegt. Weiterhin sehr wichtig sind die Hygieneempfehlungen, z.B. regelmäßiges Händewaschen, Gesicht, Mund, Augen und Nase nicht mit den Fingern berühren, Händeschütteln und Umarmungen vermeiden, in Armbeugen oder Taschentuch niesen und regelmäßig Lüften. 

Die Gesundheitsbehörden werden täglich mit großer Aufmerksamkeit die Öffnung begleiten und bei jedem einzelnen Öffnungsschritt die Auswirkungen auf die Entwicklung des Coronavirus professionell evaluieren. Diese Ergebnisse entscheiden über die Umsetzung dieses Öffnungsplans im Kampf gegen die Corona-Pandemie.

Zweite Infektionswelle verhindern

Bereits am 29.4. erklärte Gesundheitsminister Anschober Details zur Phase 2 der kontrollierten Öffnung: „Unsere Strategie baut dabei auf drei Schwerpunkte: Erstens klare und auf Sicherheit aufbauende Begleitbedingungen für die Öffnungsschritte, zweitens eine laufende Überprüfung der Auswirkungen der Öffnungsschritte und drittens Containment 2.0 mit einer neuen Teststrategie”. Das Ziel sei eine zweite Welle zu verhindern und das Virus weiterhin unter Kontrolle zu halten.

Die Rahmenbedingungen für die Öffnungsschritte werden laufend mit den Betroffenen erarbeitet und entweder rechtlich oder als klare Handlungsempfehlungen verankert.

Zur Kontrolle der Virus-Ausbreitung erfolgen parallel zu den Öffnungen Analysen der Reproduktionszahl – die Kennzahl bezeichnet, wie viele andere Personen eine infizierte Person ansteckt – Analysen von Infektionsclustern, Evaluierungen der Kapazitätszahlen in den Spitälern, Erkrankungszahlen, Zielgruppentestungen und Screenings.

Zur Vermeidung neuer Infektionsausbrüche zielt die Umsetzung von Containment 2.0 vor allem auf rasche und zielgerichtete Testungen und ein verstärktes und beschleunigtes Kontaktpersonenmanagement ab – einer Analyse der Kontakte des oder der Erkrankten samt Bescheide für allfällige Quarantäne. Die dafür erstellte weiterentwickelte Teststrategie beinhaltet neben einem schnelleren Testen von „Verdachtspersonen” auch Zielgruppentestungen besonders betroffener Personengruppen, z.B. die Bewohnerinnen und Bewohner von Alten- und Pflegeheimen.

In den nächsten Wochen sollen alle Bewohnerinnen und Bewohner sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Alters- und Pflegeheimen sowie Beschäftigte im Handel verstärkt auf SARS-CoV-2 getestet werden. Valide Antikörpertests werden für Mai erwartet. Diese sollen dann in bestimmten Regionen und Berufsgruppen eingesetzt werden.

Phase drei trete ein, wenn die Öffnung vollzogen sei, erst in Phase vier gebe es eine „Normalität, wie wir sie im Dezember, Jänner und davor hatten“, sagte der Gesundheitsminister. 

Besonderer Schutz von Risikogruppen

Wenn Personen mit einer schweren chronischen Grunderkrankung zusätzlich an COVID-19 erkranken, ist das Risiko eines schweren Krankheitsverlaufs erhöht. Mit Gesetzesänderung wird nun eine Grundlage für weitere Schutzmaßnahmen für unselbstständig Erwerbstätige gelegt.

Aktuelle Zahlen im amtlichen Dashboard

Aktuelle Zahlen zur Entwicklung der Corona-Krise in Österreich finden sich auf dem neu gestalteten Dashboard des Gesundheitsministeriums. Unter info.gesundheitsministerium.gv.at werden aktuelle Zahlen zur Entwicklung der positiv getesteten Personen, Hospitalisierungen, Genesenen und Todesfällen dargestellt. Die Daten stammen aus dem offiziellen Epidemiologischen Melderegister (EMS). 

Mitmenschlichkeit, Hilfsbereitschaft und Zusammenhalt 

Tausende sind in Österreich ehrenamtlich tätig. Sie leisten einen wertvollen Beitrag, leben Hilfsbereitschaft, Mitmenschlichkeit und Solidarität, z.B. bei Caritas, Volkshilfe, Team Österreich und vielen mehr. Viele Menschen sind auch in der Nachbarschaftshilfe aktiv, um besonders schutzbedürftige Personen in der Corona-Krise zu unterstützen. 

Weitere Infos:

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