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Sterblichkeit bei Brustkrebs deutlich gesunken

Frau mit rosa Schleife am Leibchen © Arto
13.03.2017

Die Sterblichkeit infolge einer Brustkrebserkrankung ist in den vergangenen 30 Jahren um rund ein Drittel zurückgegangen. Dieser Erfolg sei auf die verbesserte Früherkennung und auf die Weiter- und Neuentwicklung von Therapien zurückzuführen, erklärt die Medizinische Universität Wien (MedUni Wien) in einer Presseaussendung anlässlich eines internationalen Brustkrebskongresses in Wien Mitte März.  

Laut Statistik Austria sank die Sterblichkeit infolge von Brustkrebs bei Frauen von  rund 44 Frauen pro 100.000 Einwohnerinnen im Jahr 1984 auf rund 32 Frauen pro 100.000 Einwohnerinnen im Jahr 2014 (altersstandardisierte Raten). Auch das Sterberisiko durch Brustkrebs bis zum 75. Lebensjahr sank in den letzten 30 Jahren deutlich. Auch bei Männern kann Brustkrebs auftreten, jedoch sehr viel seltener als bei Frauen.

Überlebenschancen steigen weiter 

In Österreich erkranken ca. 5.200 Menschen pro Jahr neu an Brustkrebs. Die medizinischen Entwicklungen auf dem Gebiet der Brustkrebstherapie führen dazu, dass immer mehr Betroffene ihre Erkrankung überleben. Interdisziplinäre Therapien und molekularbiologische Ansätze haben daran einen großen Anteil.

Trotz fachübergreifender Therapien hat sich nicht geändert, dass die Chirurgie in der Behandlung von Brustkrebs nach wie vor eine zentrale Rolle spielt: In 96 Prozent der Fälle ist eine Operation Teil des interdisziplinären Gesamttherapieplanes.

Lebensqualität steigern, Übertherapie vermeiden 

Heute sei die Verbesserung der Lebensqualität der Betroffenen ein wichtiges Anliegen. Daher setzen sich die Spezialistinnen und Spezialisten des Comprehensive Cancer Center (CCC) der MedUni Wien und des AKH Wien auch mit der Frage der Übertherapie wissenschaftlich auseinander. Der Begriff „Übertherapie“ bezeichnet eine Behandlung, von der die Patientin/der Patient nicht profitiert, die aber wegen der Nebenwirkungen die Lebensqualität beeinträchtigt.

Bei 30 Prozent aller Brustkrebspatientinnen und -patienten wird laut MedUni Wien ein sogenanntes „Duktales Karzinom in situ“ (DCIS) diagnostiziert. Der Tumor ist noch auf die Milchgänge beschränkt und lässt sich operativ gut entfernen. Die Wahrscheinlichkeit, dass der Tumor wiederkehrt, liegt bei zehn bis 30 Prozent. Dennoch erhalten alle Betroffenen nach der Operation weitere Therapien (Strahlentherapie und/oder Antihormontherapie), die möglicherweise nicht für alle einen Vorteil bringen. Am Kongress wird daher von den Expertinnen/Experten hinterfragt, wie die optimale Therapie von DCIS gestaltet sein muss. Ziel sei, DCIS-Fälle genauer in biologische Subtypen zu unterteilen, um diejenigen besser herausfiltern zu können, die nach der Operation keine weitere Therapie mehr benötigen. 

Weitere Informationen:

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