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Studie: Schüler werden gesundheitsbewusster

Teens © klickerminth
15.06.2015

„Im Vergleich zu früher rauchen Schülerinnen und Schüler weniger, trinken seltener Alkohol und ernähren sich gesünder“, erklärte Gesundheitsministerin Sabine Oberhauser kürzlich bei der Vorstellung der Ergebnisse der HBSC-Studie 2014. In der Langzeitstudie werden 11- bis 17-jährige Schüler/innen alle vier Jahre über ihre Gesundheit und ihr Gesundheitsverhalten befragt. „Die Daten der Studie zeigen positive Entwicklungen, allerdings bleibt noch viel zu tun“, so Oberhauser.

Hohe Lebenszufriedenheit, falsche Gewichtsvorstellungen

Rund 87 Prozent der österreichischen Schülerinnen und Schüler bezeichnen laut Studie ihre Gesundheit als ausgezeichnet oder gut. Die durchschnittliche Lebenszufriedenheit ist hoch und liegt auf einer Skala von 0 bis 10 bei 7,8. Die Schüler/innen geben – im Vergleich zu früheren Befragungen – an, öfter Obst und Gemüse zu essen und weniger süße Limonaden zu trinken.

Gleichzeitig zeigt sich, dass viele das Thema Körpergewicht offenbar überbewerten: Seit 2002 geben immer weniger Kinder und Jugendliche an, das richtige Gewicht zu haben. Rund 39 Prozent fühlen sich zu dick. Ca. 37 Prozent meinen, abnehmen zu müssen bzw. sind deshalb gerade auf Diät. Wenn man jedoch die Angaben zu Körpergröße und -gewicht betrachtet, sind nur rund 15 Prozent übergewichtig oder adipös.

Jede/r Siebente gemobbt

Auf die Frage nach psychischen und körperlichen Beschwerden werden am häufigsten schlechte Laune und Gereiztheit (17,8 Prozent), Einschlafschwierigkeiten (17,6 Prozent) und Kopfschmerzen (12,6 Prozent) genannt. Von wiederholtem Bullying (Mobbing) in der Schule ist etwa jede/r Siebente betroffen.

Unterschiedliche Kompetenzen

In Bezug auf psychische Probleme zeigen die Schüler/innen geringe Gesundheitskompetenz: Rund 24 Prozent sehen es als schwierig herauszufinden, an wen sie sich wenden können, wenn es ihnen psychisch schlecht geht. Eine hohe Kompetenz zeigt sich hingegen beim Thema gesunde Lebensgewohnheiten. So ist es für 90 Prozent der 17-Jährigen einfach, Informationen über ungesunde Lebensweisen, z.B. Rauchen oder zu wenig Bewegung, zu verstehen.

Raucheranteil bei Jugendlichen halbiert

Der Anteil der Raucher/innen der 11- bis 15-Jährigen ist seit 1998 um ca. die Hälfte gesunken. Bei den 17-jährigen Schüler/innen kam es zwischen 2010 und 2014 ebenfalls zu einer Halbierung der Raten an täglichen Rauchern/Raucherinnen. Laut Rosemarie Felder-Puig vom Ludwig Boltzmann Institut Health Promotion Research könne der Rückgang bei den jugendlichen Rauchern/Raucherinnen mit einem Wandel in der Jugendkultur zusammenhängen. Der Aufbau sozialer Kontakte erfolge heute eher über soziale Medien, als über das gemeinsame Ausprobieren von Verhaltensweisen wie Tabak- und Alkoholkonsum.

Auch bei Erwachsenen sei der Tabakkonsum rückläufig und damit gehe die negative Vorbildwirkung verloren. Zusätzlich haben wahrscheinlich die Diskussion des Rauchverbots und die Einschränkung des Rauchens in Lokalen zum Rückgang beigetragen.

Rolle von Familie und Schule

Familie und Schule spielen eine große Rolle für das Wohlbefinden der Schüler/innen. Bei einer guten Gesprächsbasis zu den Eltern weisen Schüler/innen ein deutlich höheres Wohlbefinden auf. Auf das Gesundheitsverhalten hat das familiäre Gesprächsklima nur teilweise Einfluss, am stärksten noch in Bezug auf Tabak- und Alkoholkonsum. Schüler/innen mit schlechten Schulleistungen verbringen mehr Zeit mit Fernsehen, Computerspielen etc.

HBSC-Studie: Gesundheitsverhalten verstehen

Mit der HBSC-Studie (HBSC = Health Behaviour in School-aged Children) soll ein besseres gesteigertes Verständnis für die Gesundheit, das Gesundheitsverhalten sowie den Lebensstil von Kindern und Jugendlichen gewonnen werden. Die HBSC-Studie ist eine Langzeitstudie zur Kinder- und Jugendgesundheit, an der viele europäische Länder teilnehmen. Dafür werden in einem Vier-Jahres-Rhythmus selbstberichtete Daten zu Gesundheit und Gesundheitsverhalten beobachtet.

Befragt werden Schülerinnen und Schüler im Alter von 11, 13, 15 und 17 Jahren. Die erste Erhebung fand im Schuljahr 1983/84 statt. Die österreichische HBSC-Studie wird vom Bundesministerium für Gesundheit und Frauen beauftragt und kofinanziert sowie vom Ludwig Boltzmann Institut Health Promotion Research durchgeführt.

Weitere Informationen:

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