Gesundheitsportal
Inhaltsbereich

Kinderlebensmittel: Marketing oder Notwendigkeit?

Kleinkind mit Lebensmittelschachtel © Kadmy
19.12.2013

Sie heben sich in den Supermärkten deutlich vom anderen Angebot ab. Bunt, spielerisch aufbereitet, mit Comic- und Märchenfiguren verziert. Goodies wie kleine Spielwaren, Sticker, Ausmalbilder, Stundenpläne usw. machen sie zum Kindertraum. Aber auch Eltern, die ihre Kinder verwöhnen möchten, gehören zur Zielgruppe spezieller Kinderlebensmittel.

Eine Untersuchung im Auftrag der Arbeiterkammer Steiermark beleuchtete das Sortiment derartiger Kinderlebensmittel. Im Einkaufswagen landeten insgesamt 52 Produkte aus den Gruppen feiner Backwaren, Fertigsuppen, Getränke mit Frucht, Käse, Ketchup, Milchprodukte zum Löffeln/Trinken, (Wurst-)Snacks sowie Fruchtgummis. Zusammengefasst wurden die Ergebnisse in der umfangreichen Broschüre „Kinderlebensmittel unter der Lupe“.

Zu süß, zu fettig, zu salzig

Der Großteil der Produkte sollte von den Kindern nur sparsam gegessen werden. Denn bei vielen Kinderlebensmitteln ist der Zucker-, Fett- und Salzgehalt zu hoch. Die Anreicherung mit bestimmten Vitaminen und Mineralstoffen wurde in nur etwas mehr als der Hälfte für sinnvoll eingestuft. In einem Produkt wurde die Anreicherung gar als „nicht sinnvoll“ beurteilt.

Details zur Arbeiterkammer-Untersuchung:

  • Rund 70 Prozent der Produkte (36 von 52) sollten nur sparsam konsumiert werden, rund 30 Prozent nur mäßig (16 von 52). Für den reichlichen Verzehr eignet sich keines der Produkte.
  • Bei 31 Prozent war der Zuckergehalt zu hoch, bei 22 Prozent der Fettgehalt, bei 21 Prozent der Gehalt an gesättigten Fettsäuren und bei 23 Prozent der Salzgehalt.
  • 17 Prozent der Produkte waren mit Vitaminen und Mineralstoffen angereichert (neun von 52). Wobei diese Anreicherung nur bei fünf Produkten als sinnvoll eingestuft wurde.

Kinderlebensmittel unnötig

Der Begriff „Kinderlebensmittel“ ist gesetzlich nicht geregelt, im rechtlichen Sinn existiert diese spezielle Lebensmittelgruppe für Kinder ab drei Jahren nicht. Hier gilt das allgemeine Lebensmittelrecht. Bestimmte Vorschriften gibt es nur bezüglich Lebensmitteln für Säuglinge und Kleinkinder bis zum dritten Lebensjahr, das betrifft insbesondere Anfangs- und Folgenahrung sowie Beikost. Die Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) kommentiert das Marktsegment der Kinderlebensmittel wie folgt: „Mit einem Alter von drei Jahren wird angenommen, dass die Umstellung auf eine normale Ernährung abgeschlossen ist. Eine Unterscheidung zwischen Lebensmitteln für Kinder (über drei Jahre) und Lebensmitteln für Erwachsene besteht also nicht, diese Unterscheidung besteht nur von Marketingseite her.“

Hinweise für die Eltern

  • Spezielle Kinderlebensmittel sind nicht notwendig. Eine ausgewogene und abwechslungsreiche Kost stellt den Kleinen alle notwendigen Nährstoffe, Vitamine und Mineralstoffe für Gesundheit und Wachstum in ausreichendem Maß zur Verfügung.
  • Die meisten Kinderlebensmittel sollten nur sparsam konsumiert werden und sind nicht zum reichlichen Verzehr geeignet.
  • Gehen Sie beim Kauf von Kinderlebensmitteln nicht selbstverständlich davon aus, dass deren Zusammensetzung für das Kind optimal ist. Es lohnt sich, die Nährwerttabelle zu studieren.
  • Wenn Sie oder Ihre Kinder auf derartige Produkte nicht verzichten möchten, können diese abgemildert werden, indem z.B. mit Wasser, Buttermilch, Naturjoghurt verdünnt wird.
  • Beachten Sie, dass bei vielen derartigen Produkten meist viel Abfall durch Mehrfach- und Überverpackungen anfällt.
Weitere Informationen erhalten Sie unter:
Drucken RSS-Feed Teilen Feedback
Zum Seitenanfang springen