Gesundheitsportal
Inhaltsbereich

Maßvoller Zimtgenuss im Advent

Zimtsterne © Doris Heinrichs
10.12.2012

Zimt ist ein Rindengewürz, das zur Pflanzenfamilie der Lorbeergewächse gehört. Gerade in der Weihnachtszeit wird es gerne und vermehrt verwendet, entweder gemahlen oder als Ganzes in gerollter Form. Neben den vielen typischen Geschmacks- und Geruchskomponenten im ätherischen Öl enthält der Zimt mit Cumarin eine Substanz, die im Körper mitunter negative Wirkungen haben kann.

Cumarinaufnahme durch Zimt


Cumarin, ein Riechstoff, der z.B. auch in Waldmeister, Lavendel und Datteln vorkommt, wirkt gefäßerweiternd, krampflösend, beruhigend sowie gegen Bakterien. Bei übermäßiger Aufnahme kann es z.B. zu Kopfschmerz, Übelkeit und Atembeschwerden führen. Mitunter kann es Leber und Nieren schädigen.

Durch den vermehrten Konsum von Lebkuchen, Gewürzkeksen, diversen Getränken, Teemischungen etc. mit Zimt kann es in der Weihnachtszeit zu einer erhöhten Aufnahme an Cumarin kommen. Die Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) hat das mögliche Risiko in einer Bewertung näher betrachtet und relativiert dabei die Gefahr:

Werden Produkte, die Zimt enthalten, in normalem Ausmaß gegessen, besteht keine Gefahr einer Gesundheitsschädigung. Die in der Weihnachtszeit höhere Aufnahme gleicht sich über das Jahr im Allgemeinen aus, sodass keine Überschreitung des TDI-Wertes (Tolerable Daily Intake, tolerierbare tägliche Aufnahme) zu erwarten ist. Es wird geraten, Zimt beim Backen und Würzen in üblichen Mengen zu verwenden.

Tolerierbare tägliche Aufnahme


Der TDI-Wert für Cumarin beträgt 0,1 mg/kg KG. Dies entspricht bei einem Körpergewicht von 70 Kilogramm sieben Milligramm Cumarin. Messungen zeigen, dass ein Gramm Zimt im Schnitt 2,5 bis drei Milligramm Cumarin aufweist, diese Menge ist in 2,3 bis 2,8 Gramm Zimt enthalten (ca. ein halber gehäufter Kaffeelöffel).

Vorsicht bei Speisen für Kleinkinder


Da sich die tolerierbare tägliche Aufnahmemenge auf das Körpergewicht bezieht, kann die Höchstmenge von Kleinkindern bis zum zweiten Lebensjahr allerdings leicht überschritten werden (ein bis 1,5 mg Cumarin).

Es wird empfohlen, Speisen für Kleinkinder nur sparsam mit Zimt zu würzen!

Achtung! Kleinkinder mit einem Körpergewicht von zehn bis 15 Kilogramm sollten pro Tag höchstens ein halbes Gramm Zimt konsumieren. Das ist lediglich eine Prise, die in etwa einem halben Mokkalöffel – nicht Kaffeelöffel – entspricht!

Aromenverordnung regelt Höchstwerte

Seit 2008 gibt es eine EU-Aromenverordnung, die Lebensmittelindustrie und -herstellern für spezielle Produktgruppen Höchstwerte an Cumarin vorgibt, darunter fallen:

  • traditionelle und/oder saisonale Backwaren, bei denen Zimt in der Kennzeichnung angegeben ist,
  • Frühstücksgetreideerzeugnisse einschließlich Müsli,
  • feine Backwaren außer traditionelle und/oder saisonale Backwaren, bei denen Zimt in der Kennzeichnung angegeben ist, sowie
  • Dessertspeisen.

Regelmäßige Untersuchungen der AGES zeigen, dass diese Höchstmengen durch die Hersteller praktisch immer eingehalten und nicht überschritten werden.

Bei Fragen zu Zimt und anderen Ernährungsthemen steht Ihnen die Ernährungshotline montags bis freitags von 9 bis 15 Uhr unter der Telefonnummer 0810 810 227 zur Verfügung (österreichweit zum Ortstarif).

Weitere Informationen erhalten Sie unter:
Drucken RSS-Feed Teilen Feedback
Zum Seitenanfang springen