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Sicher im Spital: Trauen Sie sich, Fragen zu stellen!

Patientin im Bett im Gespräch mit Arzt © spotmatikphoto
03.04.2012

Patientensicherheit ist ein wichtiges Thema geworden. Verantwortlich für sichere Behandlungsabläufe seien die Akteure im Gesundheitswesen, betonten Experten auf einer Pressekonferenz der Plattform Patientensicherheit Mitte März in Wien, und sie würden es auch bleiben. Jedoch könnten auch die Patientinnen und Patienten selbst durch eine aktive Rolle zu ihrer Sicherheit im Spital beitragen.

Eine Analyse des deutschen Aktionsbündnisses der Patientensicherheit von 241 Studien zu Behandlungsfehlern aus der ganzen Welt zeigte, dass durchschnittlich fünf bis zehn Prozent der Spitalspatientinnen und -patienten ein unerwünschtes Ereignis erleiden, das in vielen Fällen vermeidbar wäre. Die Medizin und Pflege sind also nicht frei von Risiken.

Heikle Punkte ansprechen

Viele Aktivitäten zur Verbesserung der Patientensicherheit richten sich an die Ärztinnen und Ärzte bzw. andere Gesundheitsberufe im Spital. „Aber auch Patientinnen und Patienten können einen Beitrag zu mehr Patientensicherheit leisten“, betont Dr. Gerald Bachinger, Sprecher der Patientenanwälte Österreichs. Vor allem in der Kommunikation zwischen Patientinnen/Patienten und Krankenhausmitarbeiterinnen/-mitarbeitern sind Verbesserungen möglich. Konkret geht es darum, als Patientin/Patient Informationen zum Behandlungsgeschehen einzufordern und sich fragen zu trauen.

Folder soll zu Aktivität motivieren

Zur Unterstützung dieser aktiven Patientenrolle hat die österreichische Plattform für Patientensicherheit wichtige Punkte in einem Folder mit dem Titel „Sicher ist sicher“ zusammengestellt. Darin wird kurz beschrieben, wie Patientinnen und Patienten in puncto Information, Hygiene, Medikamenteneinnahme, Gefahrenvermeidung und Entlassungsinformation – allesamt kritische Themen der Patientensicherheit – aktiv werden können.

Dr. Gerald Bachinger erklärt: „Ein erster Punkt geht in die Richtung, dass Patienten motiviert werden sollen, Fragen zu stellen. Und dass die Informationen für die Patienten auch wirklich verständlich sind. Ein zweiter Punkt betrifft einen sehr wichtigen Bereich in den Krankenhäusern, die Hygiene. Auch hier sollen die Patienten mit einbezogen werden. Der dritte Bereich betrifft Medikamentensicherheit. Dann gibt es noch einen Bereich, der allgemeine Gefahrenvermeidung skizziert. Abgerundet werden diese Punkte durch eine Checkliste für die Patienten, um prüfen zu können, ob die erhaltene Entlassungsinformation wirklich qualifiziert und gut ist.“ Der Wechsel vom Spital in einen anderen Versorgungsbereich sei immer ein kritischer Punkt.

Der Folder wurde in einem Pilotprojekt in den niederösterreichischen Krankenhäusern Amstetten und Lilienfeld getestet und soll in angepasster Form auch in anderen Spitälern eingesetzt werden.

Weitere Informationen:

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