Gesundheitsportal
Inhaltsbereich

Rauchstopp: Was wirkt gegen Gewichtszunahme?

Frau in enger Jean © Uwe Grötzner
21.05.2012

Wer mit dem Rauchen aufhört, muss damit rechnen, an Gewicht zuzunehmen. Gegen diesen unerwünschten Nebeneffekt lässt sich jedoch etwas unternehmen. Das deutsche Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) untersuchte die Wirkung verschiedener Maßnahmen, um das Körpergewicht bei einem Rauchstopp in den Griff zu bekommen.

Das Gewicht im Griff – auch ohne Rauchen  Der Grund für eine mögliche Gewichtszunahme: Nikotin verändert den Stoffwechsel und unterdrückt das natürliche Hungergefühl. Wer auf seine Rauchgewohnheiten verzichtet, greift dann anstatt zu einer Zigarette oft zu Snacks oder Nascherein. Ob jemand zunimmt und wie viel, ist von Person zu Person jedoch verschieden.

Aus Angst vor einer Gewichtszunahme sollte man sich aber nicht vom Rauchstopp abhalten lassen, betont das IQWiG. Denn, wer Schritt für Schritt vorgeht, kann nach einer erfolgreichen Raucherentwöhnung auch das Abnehmen schaffen. Ohne Rauchen ist es außerdem leichter, seine Fitness zu verbessern und Sport zu treiben, was wiederum einem normalen Körpergewicht zugute kommt.

Welche Maßnahmen wirken?

Welche Maßnahmen helfen nun angehenden Nichtraucherinnen und Nichtrauchern, das Gewicht während und nach einer Raucherentwöhnung zu halten? Um diese Frage zu beantworten, zog das IQWiG eine Anfang 2012 publizierte Arbeit der Cochrane Collaboration – ein internationales Wissenschaftsnetzwerk – heran, in der 72 Studien mit über 32.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern untersucht wurden. Bei den meisten Studien wurden Nikotinersatztherapien oder andere Medikamente untersucht und auch Gewichtsmessungen vorgenommen. Einige Studien nahmen Diäten, Beratung und Bewegungsprogramme unter die Lupe. Die Analyse brachte folgende Ergebnisse:

  • Nikotinersatz: Nikotinkaugummis oder -pflaster können eine Gewichtszunahme nur gering und kurzfristig begrenzen. Personen, die eine Nikotinersatztherapie durchführten, wogen um durchschnittlich ein halbes bis ein Kilo weniger als Personen, die sich keiner Therapie unterzogen. Nach einem Jahr war kein Unterschied mehr zwischen den Personengruppen feststellbar. 
  • Psychopharmaka: Bei Medikamenten, die als begleitende Therapie zur Raucherentwöhnung eingesetzt werden, ist die Wirkung ähnlich. Zum Beispiel sollen Antidepressiva und andere auf die Psyche wirkende Medikamente bestimmte Begleitsymptome wie Hungergefühl reduzieren. Auch hier hielt der geringe Unterschied in der Gewichtszunahme von rund einem Kilo nur kurz an und war nach einigen Monaten nicht mehr erkennbar. Diese Medikamente haben jedoch mehr Nebenwirkungen als eine Nikotinersatztherapie.
  • Bewegung: Längerfristig könnte regelmäßige Bewegung helfen, das Gewicht bei einem Rauchstopp in den Griff zu bekommen. Einen Hinweis darauf lieferten einige Studien, die unterschiedliche Bewegungsprogramme untersuchten – von nur 45 Minuten pro Woche bis zu einem mehrmaligen Training pro Woche. Allerdings sind weitere Forschungen notwendig, um diese Hinweise zu untermauern.
  • Diät: Besonders schwierig ist es, mit dem Rauchen aufzuhören und gleichzeitig eine Diät zu beginnen. Auch diese Maßnahme wurde anhand einer speziellen kalorienarmen Diät bei Frauen untersucht. Das Ergebnis: Am Ende der Studie hatten die Diät-haltenden Teilnehmerinnen rund zwei Kilogramm abgenommen, während die anderen Frauen etwa zwei Kilogramm zunahmen. Nach einem Jahr war allerdings kein Gewichtsunterschied nachweisbar.
  • Beratung: Nur ein allgemeiner Ratschlag, bei der Raucherentwöhnung auch auf die Gewichtskontrolle zu achten, dürfte wenig hilfreich sein. Im Gegenteil: Er erhöht die Wahrscheinlichkeit, wieder mit dem Rauchen zu beginnen. Wirkungsvoller ist hingegen eine persönliche Beratung zum Gewichtsmanagement, mit einer regelmäßigen Rückmeldung über die Erfolge anhand der persönlichen Energiebilanz.

Hinweis Das Rauchertelefon (0810 810 013) bietet auch individuelle Beratung zum Thema „Gewicht halten beim Rauchstopp“.



Weitere Informationen:

Drucken RSS-Feed Teilen Feedback
Zum Seitenanfang springen Transparente Grafik zwecks Webanalyse