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Moderne Diabetesbehandlung erhöht Lebenserwartung

Frau setzt sich Insulinspritze © dondoc-foto
08.03.2012

Die Lebenserwartung von Diabetikerinnen und Diabetikern ist in den letzten Jahrzehnten dank optimierter medikamentöser Therapien und verbesserter Patientenaufklärung deutlich angestiegen. Im gleichen Zeitraum ging auch die Häufigkeit von schweren Diabetes-Folgeerkrankungen kontinuierlich zurück. Die Österreichische Diabetes Gesellschaft (ÖDG) präsentierte Anfang März aktuelle Studien, die den Nutzen der modernen Diabetesbetreuung belegen.

Dem steht allerdings ein starker Anstieg der Diabeteserkrankungen gegenüber, der sich in den nächsten Jahrzehnten fortsetzen wird. Ursachen sind laut ÖDG die gestiegene Lebenserwartung der Bevölkerung mit einem wachsenden Anteil der älteren Menschen, aber auch ungesunde Lebensgewohnheiten und Übergewicht. In Österreich sind derzeit geschätzte 600.000 Menschen von der chronischen Stoffwechselstörung betroffen.

Geringere Sterblichkeit, weniger Folgeerkrankungen

Die Erfolge der modernen Diabetologie werden laut ÖDG in verschiedenen internationalen Untersuchungen untermauert. So nahm nach einer US-amerikanischen Studie das Sterblichkeitsrisiko von Personen mit Diabetes Typ 2 von 1950 bis 2001 um rund 40 Prozent ab.

Auch bei den schweren Folgeerkrankungen lassen aktuelle Studien einen deutlichen Rückgang erkennen. So sanken die Häufigkeiten bei den Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Fußamputationen, Augenerkrankungen (Retinopathie, Makulaödem) und Niereninsuffizienz in den letzten Jahrzehnten um 33 bis 67 Prozent. Auch in Österreich zeigen Zahlen aus dem Hämodialyseregister einen Rückgang der Diabetespatientinnen und -patienten mit Nierenersatztherapie von 2004 bis 2010 um 26 Prozent. Ein Wermutstropfen: Studien zeigen aber auch, dass die Häufigkeit von Krebserkrankungen bei Diabetikerinnen/Diabetikern weltweit ansteigt.

Voraussetzungen für die Prognoseverbesserung


Entscheidende Voraussetzungen für die höhere Lebenserwartung von Diabetikerinnen/Diabetikern sind laut den Expertinnen und Experten der ÖDG eine verbesserte Diabetesaufklärung und -schulung der Patientinnen und Patienten sowie eine optimale medikamentöse Therapie mit dem Ziel, die Blutfette (Lipide), den Blutdruck sowie den Langzeit-Blutzucker (HbA1c) auf die medizinisch empfohlenen Werte zu senken bzw. einzustellen. Im Rahmen der Diabetesbetreuung werden Patientinnen/Patienten auch unterstützt, häufiger körperlich aktiv zu sein, das Gewicht zu kontrollieren und mit dem Rauchen aufzuhören.

Individuelle Therapie bei älteren Diabetikerinnen/Diabetikern wichtig


Die ÖDG geht davon aus, dass rund zwei von drei Diabetespatientinnen/-patienten über 65 Jahre alt sind. Besonders wichtig ist eine individuelle medizinische Behandlung bei alten Menschen, da sie auf besondere Probleme eingehen muss. Dazu zählen eine mögliche Mangelernährung der älteren Patientinnen/Patienten, Mulitmorbidität und damit verbundene Arzneimittelwechselwirkungen oder das Risiko von Hypoglykämien, die zu Stürzen führen können.

Spezialisierte Ärztinnen/Ärzte gefragt

Um die steigende Zahl der Diabetikerinnen/Diabetiker optimal behandeln zu können, werden laut ÖDG in Österreich mehr speziell geschulte Ärztinnen und Ärzte benötigt. ÖDG-Präsident Univ.Prof. DDr. Heinz Drexel betont gleichzeitig die Verantwortung jeder Ärztin/jeden Arztes in Österreich: „Es gibt keinen praktischen Arzt, der nicht mit Diabetes konfrontiert wird! Die Vielfalt der möglichen Begleit- und Folgeerkrankungen führt dazu, dass jeder Arzt, gleich ob Augenarzt, Orthopäde oder Zahnarzt, einen wichtigen Beitrag für die Früherkennung dieser Volkskrankheit leisten kann.“

Hinweis Eine optimale Diabetesbehandlung und -betreuung ist das Ziel des Programms „Therapie aktiv – Diabetes im Griff“ der Sozialversicherung, bei der speziell geschulte Ärztinnen und Ärzte die Versorgung übernehmen.

Weitere Informationen:

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