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Mogelpackung, Aromastoffe und Co.

Frau vor Lebensmittelregal © Gina Sanders
30.10.2012

In prall gefüllten Supermarkt-Regalen und der großen Vielfalt industriell hergestellter Lebensmittel jene Produkte zu finden, die den Ansprüchen einer gesunden, ausgewogenen Ernährung gerecht werden, zählt zu den vielen Herausforderungen der Konsumgesellschaft. Die Konsumentin/der Konsument ist dabei häufig auf Verpackungsinformationen der Hersteller angewiesen.

Bunte Verpackungen, schöne Bilder, besondere Auslobungen etc. lenken dabei oft vom wahren Inhalt der Produkte ab und vermitteln einen falschen Eindruck. Nicht immer landet das im Einkaufswagen, was sich die Konsumentin/der Konsument mit dem Kauf erhofft. So entpuppt sich das Light-Produkt keineswegs als kalorienarm, die als Zwischenmahlzeit ausgelobte Milchzubereitung vielmehr als Dessert oder die Himbeerlimonade als früchtefreies, mit künstlichen Aromastoffen versetztes Getränk. 

Lebensmittel-Check


Die Informationsplattform www.lebensmittel-check.at untersucht Lebensmittelverpackungen hinsichtlich irreführenden Angaben und setzt sich gegebenenfalls auch mit den Herstellern in Verbindung. Auf der Website ist bereits ein Fundus von mehr als 150 Lebensmittel-Checks online. Die Kritikpunkte werden zur besseren Wiedererkennung auch mit Fotos veranschaulicht. Lebensmittel-Check.at wird inhaltlich vom Team der Verbraucherschutzorganisation „Der Konsument“ (VKI) betreut. Das Projekt wird vom Bundesministerium für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz und dem Gesundheitsministerium finanziell unterstützt.

Auffällige Produkte melden


Interessierte Konsumentinnen/Konsumenten können kostenlos mittels Online-Formular irreführende Produkte an den Verein für Konsumenteninformation melden. Fühlen Sie sich durch ein Produkt verunsichert oder vermissen bestimmte Angaben, können Sie sich auch an Lebenmittel-Check.at wenden. Das Team des VKI prüft die Produkte auf Verpackungsangaben und Inhalt.

Häufige Beanstandungen betreffen:
  • Mogelpackungen: Große Verpackung, wenig Inhalt. Mogelpackungen vermitteln ein falsches Preis-Leistungs-Verhältnis. Es kann auch vorkommen, dass bisherige Füllmengen umgestellt werden, die Verpackung jedoch gleich bleibt. Beispiel: Die Füllmenge gleicher Gewürzverpackungen für Muskatnüsse wurde von 13 Gramm auf 9 Gramm umgestellt – das entspricht nur zwei Muskatnüssen anstatt bisher drei.
  • Bilder und Illustrationen: Bilder vermitteln einen falschen Eindruck zu vermeintlichen Zutaten. So zieren z.B. Orchideenblüten eine Vanilleeisverpackung, echte Vanille ist jedoch nicht enthalten. Weiteres Beispiel: Ein Wellness-Getränk mit Jostabeere enthält ein Gemisch aus Stachelbeere- und schwarzem Ribiselsaft. Nicht enthalten ist die echte Jostabeere, die eigentlich eine Kreuzung aus beiden Beeren ist.
  • Hervorheben bestimmter Inhaltsstoffe: Nicht immer ist ein auf der Verpackung speziell hervorgehobener Inhaltsstoff auch in nennenswertem Ausmaß enthalten. Beispiel: Die Süße bei einem als „Honigwaffeln“ bezeichneten Produkt kommt vorrangig aus Glukose und Fruchtzucker, nicht wie erwartet aus Honig.
  • Herkunftsangaben: Häufig finden sich auf Verpackungen Angaben zur Herkunft des Produktes, die nicht immer dem wahren Ursprung entsprechen. Kein Garant für österreichische Herkunft bzw. heimische Zutaten sind Schleifen im Rot-weiß-rot-Design, Aussagen wie „Rezept aus Österreich“ etc.
  • Portionsangaben: Irreführend wird häufig mit der Angabe zu Portionsgrößen umgegangen, besonders bei kalorienreichen Knabbereien etc. Beispiel: „Eine Portion“ Erdnüsse enthält ca. 180 kcal. Das bezieht sich allerdings auf die geringe Menge von 30 Gramm.
  • Kinderprodukte: Diese Produkte werden oft mit besonderen Auslobungen wie „ohne Zusatzstoffe“, „ohne Konservierungsstoffe“, „ohne Zuckerzusatz“ etc. irreführend beworben. Beispiel: Speziell für Kinder beworbene Teighörnchen (mit Comic) „ohne Konservierungsstoffe“ enthalten Alkohol. Wenn auch in geringen Mengen – Alkohol in Kinderprodukten kann zu unerwünschter Geschmacksprägung und Gewöhnungseffekt führen.  

Wöchentlich werden auf www.lebensmittel-check.at zwei neue, auffällige Produkte veröffentlicht. Seit Bestehen der Plattform (Juli 2012) wurden viele beanstandete Verpackungen von den Herstellern adaptiert bzw. verbessert. Drei Produkte sind mittlerweile nicht mehr erhältlich. Änderungen in nennenswertem Umfang werden auch auf der Website veröffentlicht.

Weitere Informationen erhalten Sie unter:
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